{"id":43421,"date":"2025-06-15T22:31:41","date_gmt":"2025-06-15T20:31:41","guid":{"rendered":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/?p=43421"},"modified":"2025-09-13T03:48:38","modified_gmt":"2025-09-13T01:48:38","slug":"darwin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/2025\/06\/15\/darwin\/","title":{"rendered":"Darwin"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">Der erste Kafi ist schon ausgetrunken, das Zmorge parat und Jo m\u00f6chte den zweiten Kafi des Morgens machen. Auf dem Weg zum Abwasch h\u00e4lt Jo \u00abkurz\u00bb bei Clemens aus Wien an, um \u00abkurz\u00bb nachzufragen, ob alles gut gekommen ist (Clemens hatte gestern Abend etwas Stress mit seinen Kreditkarten und mehr als 100 Euro in den Warteschlangen vertelefoniert &#8211; <a href=\"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/2024\/03\/08\/pasajcap-7-wir-bleiben-noch\/\">da kamen uns Erinnerungen an Guatemala hoch<\/a>\u2026).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heute scheint das Kreditkartenproblem aus Clemens Ged\u00e4chtnis gel\u00f6scht zu sein, jedenfalls \u00fcberf\u00e4llt er Jo mit hundert anderen Dingen. Angefangen \u00fcber seine \u00abClemens- Spezial-Kaffeemischung\u00bb (1 Essl\u00f6ffel Decaf, 1 Essl\u00f6ffel Esspresso, 1 Essl\u00f6ffel Lindenkaffee &#8211; was immer das sein mag&#8230;). Es geht weiter \u00fcber sein Dachzelt, seine ausziehbaren Schubladen mit neuen K\u00f6rbli innen drin, bis zu seinem Hobby, das Autofahren. Statt Bauingenieur, was er im fr\u00fcheren Beruf war, w\u00e4re er besser KFZ- Mechaniker geworden. Ab jetzt nimmt sein Redeschwall kein Ende. Jo startet mehrere vergebliche Versuche loszukommen. Irgendwann, nach mehr als einer halben Stunde, klappt es dann doch noch.<\/p>\n<div class=\"entry-content-asset videofit\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"Fleissige Ameisen\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/If54UxAdPhM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unsere Nachbarn Peter &amp; Angela aus (wie sich sp\u00e4ter w\u00e4hrend der Plauderei herausstellt) Schwerzenbach m\u00fcssen heute ihr \u00abW\u00e4geli\u00bb wieder abgeben. Daher wird alles \u00abputzt und g\u2019str\u00e4hlet\u00bb. Als Jo fragt, ob er evtl. mit Putztuch oder Putzmittel aushelfen kann, wird daraus eine leichte und unterhaltsame Plauderei. Als Jo so einige Anekdoten seiner ehemaligen deutschen Kollegen bei KS Schwanden erz\u00e4hlt, stimmt Angela da sofort ein. Sie habe fr\u00fcher auch mit vielen deutschen Kollegen zusammengearbeitet. Mittlerweile kommt auch Ma mit einem Kafi in der Hand angeschlendert. \u00abWo denn?\u00bb \u00abIn Greifensee.\u00bb \u00abUnd wo da in Greifensee?\u00bb \u00abBei der Mettler Toledo\u00bb, ist Angelas Antwort. Hei, da haben die Damen nat\u00fcrlich eine Basis zum Austauschen. Als Peter erz\u00e4hlt, dass er vor vielen Jahren ebenfalls da gearbeitet h\u00e4tte, kommen JoMa nicht mehr aus dem Staunen raus. So kommt nat\u00fcrlich eins zum anderen. Irgendwann heisst es dann doch Abschied nehmen. Sie m\u00fcssen noch den Wagen abgeben, alles erledigen und morgen geht\u2019s schon heim in die Schweiz.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Mo_20250615__IMG_4389.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heute steht f\u00fcr uns eine Stadtbesichtigung von Darwin auf dem Plan. Doch zuerst machen wir schnell noch einen Abstecher zur Lee Point Beach. Die ist vom Campground nur 3 km entfernt. Naja, ist halt eine Beach, wie wir schon einige gesehen haben. Jetzt aber in die Stadt zur Waterfront. Da soll sich das Leben abspielen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">An den Wochenenden kann man selbst in der City kostenfrei parken (sollte sich Z\u00fcri mal eine Scheibe von abschneiden). Wir schlendern etwas \u00fcber die Gr\u00fcnanlagen und folgen den Tourist Walk. Immer wieder sehen wir Hinweistafeln zu Ereignissen aus WWII.<\/p>\n<div class=\"wDYxhc\" data-md=\"61\">\n<div role=\"heading\" data-attrid=\"wa:\/description\" aria-level=\"3\" data-hveid=\"CFsQAA\">\n<table style=\"width: 100%; border-collapse: collapse; background-color: #eeeeee; height: 10px;\" cellpadding=\"5\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 120px;\">\n<td style=\"width: 976px; height: 10px;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Bombardierung von Darwin im 2. Weltkrieg<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Am 19. Februar 1942 griffen japanische Flugstreitkr\u00e4fte Darwin an. Es war der erste und gr\u00f6sste feindliche Angriff auf das australische Festland im Zweiten Weltkrieg. Zwei Wellen von insgesamt 242 Flugzeugen \u2013 teils dieselben Piloten wie beim Angriff auf Pearl Harbor \u2013 bombardierten den strategisch wichtigen Hafen und milit\u00e4rische Einrichtungen. Die Angriffe verursachten schwere Zerst\u00f6rungen: 8 Schiffe wurden versenkt, \u00fcber 20 besch\u00e4digt, Dutzende Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt. Mindestens 235 Menschen starben, mehr als 400 wurden verletzt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Angriff offenbarte Australiens Verteidigungsschw\u00e4che und f\u00fchrte zu einer st\u00e4rkeren milit\u00e4rischen Mobilisierung. \u00dcber die genaue Opferzahl und das Ausmass wurde zun\u00e4chst wenig berichtet, um die Moral nicht zu gef\u00e4hrden. Der Angriff auf Darwin war der Wendepunkt im australischen Sicherheitsverst\u00e4ndnis.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"_SQDkZpylNaLi2roP7v22sAs_34\" class=\"bCOlv\" data-ved=\"2ahUKEwjc7ZyryL-IAxUisVYBHe6-DbYQ7NUEegQIFhAE\">\n<div class=\"IZE3Td\">\n<div class=\"r2fjmd t0bRye\" data-hveid=\"CBYQBQ\" data-ved=\"2ahUKEwjc7ZyryL-IAxUisVYBHe6-DbYQu04oAHoECBYQBQ\">\n<div id=\"SQDkZpylNaLi2roP7v22sAs__30\">\n<div class=\"wDYxhc NFQFxe\" data-md=\"118\">\n<div class=\"V3FYCf\">\n<div class=\"wDYxhc\" data-md=\"61\">\n<div role=\"heading\" data-attrid=\"wa:\/description\" aria-level=\"3\" data-hveid=\"CFsQAA\">Auch wenn dies f\u00fcr die Stadt ein schlimmes historisches Ereignis war, wollen wir uns nicht in die Luftschutzstollen oder sonstige Details aus dem Krieg anschauen. Unser Interesse gilt der Waterfront. Doch statt einer sch\u00f6nen Flaniermeile mit Caf\u00e9s mit Blick auf das Meer und angegliederten Fischereihafen, gibt hier ein kleines Freibad, Caf\u00e9s, Restaurants und einige Hotelanlagen. Von einem Charme einer Hafenstadt ist hier leider nicht viel zu sp\u00fcren.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Etwas sehr ern\u00fcchtert spazieren wir in Richtung City zur\u00fcck. Hatten wir schon gerade gemerkt, dass heute Sonntag ist, so wird uns das in der Fussg\u00e4ngerzone vollends bewusst. Noch nicht einmal ein Caf\u00e9 ist ge\u00f6ffnet. Daf\u00fcr prangt zu Beginn der Fussg\u00e4ngerzone eine grosse Hinweistafel, was alles verboten ist. Ausser zu Fuss gehen so ziemlich alles&#8230;<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das etwas ausserhalb gelegene Museum mit Art Gallery entsch\u00e4digt uns wenigstens etwas. Leider sind zwei Ausstellungen indigener Kunst bis n\u00e4chsten Samstag wegen Umgestaltung geschlossen. Daf\u00fcr sehen wir eine eindrucksvolle Ausstellung \u00fcber die Flora und Fauna aus der Vergangenheit und Gegenwart. Und eine besondere Ausstellung informiert uns \u00fcber \u00abTracy\u00bb.<\/p>\n<div class=\"wDYxhc\" data-md=\"61\">\n<div role=\"heading\" data-attrid=\"wa:\/description\" aria-level=\"3\" data-hveid=\"CFsQAA\">\n<table style=\"width: 100%; border-collapse: collapse; background-color: #eeeeee; height: 10px;\" cellpadding=\"5\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 120px;\">\n<td style=\"width: 976px; height: 10px;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Zyklon Tracy<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Am fr\u00fchen Morgen des 25. Dezember 1974 traf der Zyklon Tracy mit voller Wucht auf Darwin. Mit Windgeschwindigkeiten von \u00fcber 250 km\/h zerst\u00f6rte er innerhalb weniger Stunden rund 70 % der Geb\u00e4ude der Stadt, darunter nahezu alle Wohnh\u00e4user im Zentrum. 71 Menschen kamen ums Leben, mehr als 650 wurden verletzt. Etwa 80 % der Bev\u00f6lkerung \u2013 rund 35\u2019000 Menschen \u2013 wurden in einer der gr\u00f6ssten Evakuierungsaktionen Australiens ausgeflogen. Die Infrastruktur wurde nahezu vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt, Strom- und Wasserversorgung fielen aus. Die Katastrophe offenbarte Schw\u00e4chen in Bauweise und Notfallmanagement und f\u00fchrte zu umfassenden Reformen im Katastrophenschutz sowie strengeren Bauvorschriften im ganzen Land. Der Wiederaufbau dauerte mehrere Jahre und ver\u00e4nderte Darwin nachhaltig. Zyklon Tracy bleibt einer der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte Australiens. Viele der Evakuierten kehrten sp\u00e4ter nicht mehr zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In den originalen Filmdokumenten werden unterschiedliche Einzelschicksale beleuchtet. Doch was typisch f\u00fcr diese Zeit war (und vielleicht noch ist?) ist die Tatsache, dass das Leid der indigene Bev\u00f6lkerung Darwins mit keinem Wort erw\u00e4hnt wird. Zur Zeit des Zyklons Tracy im Dezember 1974 hatte Darwin etwa 47\u2019000 Einwohner. Nach offiziellen Sch\u00e4tzungen machten Aboriginal People etwa 10\u201315 % der Bev\u00f6lkerung aus, also rund 4\u2019700 bis 7\u2019000 Menschen. Viele lebten am Stadtrand in Siedlungen wie Bagot oder in Camps mit einfacheren Unterk\u00fcnften, die besonders anf\u00e4llig f\u00fcr Sturmsch\u00e4den waren. Der Zyklon traf die gesamte Bev\u00f6lkerung schwer, aber indigene Gemeinschaften litten oft st\u00e4rker unter den Folgen, etwa durch unzureichende Notunterk\u00fcnfte oder eingeschr\u00e4nkten Zugang zu Hilfsmassnahmen. In der Folge wurde ihre Rolle im Wiederaufbau allerdings lange kaum beachtet \u2013 ein Aspekt, der erst Jahrzehnte sp\u00e4ter breitere Anerkennung fand.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"_SQDkZpylNaLi2roP7v22sAs_34\" class=\"bCOlv\" data-ved=\"2ahUKEwjc7ZyryL-IAxUisVYBHe6-DbYQ7NUEegQIFhAE\">\n<div class=\"IZE3Td\">\n<div class=\"r2fjmd t0bRye\" data-hveid=\"CBYQBQ\" data-ved=\"2ahUKEwjc7ZyryL-IAxUisVYBHe6-DbYQu04oAHoECBYQBQ\">\n<div id=\"SQDkZpylNaLi2roP7v22sAs__30\">\n<div class=\"wDYxhc NFQFxe\" data-md=\"118\">\n<div class=\"V3FYCf\">\n<div class=\"wDYxhc\" data-md=\"61\">\n<div role=\"heading\" data-attrid=\"wa:\/description\" aria-level=\"3\" data-hveid=\"CFsQAA\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei der R\u00fcckfahrt an den Lee Point f\u00e4llt uns auf, dass viele der Wohnh\u00e4user hier in Darwin und den Vororten von hohen Z\u00e4unen umgeben sind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Mo_20250615__IMG_4424.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nachmittags finden wir einen neuen Stellplatz im Campground mit etwas mehr Privatsph\u00e4re, mehr Wildlife, mehr Platz und mehr Schatten \ud83d\ude09 und abends werden wir mit einem tollen Abendrot belohnt.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Morgen geht\u2019s zur\u00fcck in Richtung S\u00fcden!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie schon am fr\u00fchen Morgen aus dem ersten Small Talk ein laaanger Monolog wird, und wie beim zweiten Small Talk Greifensee zum Greifen nahe kommt\u2026<\/p>\n<p>Da heute Sonntag ist, ist bei der Stadtbesichtigung in Darwin nicht viel los &#8211; die meisten Leute sieht man in der Badi an der Waterfront; die Stadt selber ist wie ausgestorben. <\/p>\n<p>Sp\u00e4ter lernen wir im Museum, dass in Darwins j\u00fcngerer Geschichte 2 Tage f\u00fcr die Stadt besondere Auswirkungen hatten.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":43342,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[928,1055],"tags":[],"class_list":["post-43421","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-australien","category-au-nt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43421"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43421\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45098,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43421\/revisions\/45098"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/media\/43342"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}