{"id":46440,"date":"2025-09-17T22:33:57","date_gmt":"2025-09-17T20:33:57","guid":{"rendered":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/?p=46440"},"modified":"2025-09-27T13:48:15","modified_gmt":"2025-09-27T11:48:15","slug":"cappuccino-im-fluss-oder-seifenoper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/2025\/09\/17\/cappuccino-im-fluss-oder-seifenoper\/","title":{"rendered":"Cappuccino im Fluss? Oder Seifenoper?"},"content":{"rendered":"<p>Die Nacht sch\u00fcttet es immer wieder recht ordentlich. Weil wir jedoch in einer Art Rindenmulch stehen, macht uns das nichts aus. Kein Matsch, keine \u00dcberschwemmung am Morgen\u2026<\/p>\n<p>Gestern kam es beim Znacht kochen zu einem Missverst\u00e4ndnis, was uns heute noch den ganzen Tag nachh\u00e4ngt. Die Stimmung ist zeitweise zum Schneiden dick. Ma hat heute noch um 16 Uhr ein Online-Meeting. Dies m\u00f6chte sie nat\u00fcrlich auch wahrnehmen. So brechen wir recht z\u00fcgig auf. Bis zu unserem Tagesziel Albany sind es um die 130 km, also nicht so weit. Heute m\u00f6chten wir zum Zmorge ein Caf\u00e9 hier am Ort ausprobieren. Mal was anderes ist ja auch nicht schlecht.<\/p>\n<p>Im Ort gibt es die Auswahl zwischen Golden Bakery und dem Philippine Magic Caf\u00e9. Wir schauen zuerst in der Bakery vorbei. Doch hier macht uns nichts so richtig an. Viel Weissbrot, was nicht so richtig satt macht, und noch mehr Fett und Zucker&#8230; Im Philippine Magic Caf\u00e9 gibt\u2019s f\u00fcr uns 2x das Philippine Breakfast: Fried Rice und Gem\u00fcse. Wir scheinen keine schlechte Wahl getroffen zu haben. An einer Wand reihen sich die Auszeichnung aneinander. Nicht nur dass es mundet, es ist auch so viel, dass wir die Reste noch im Doggybag mitnehmen k\u00f6nnen \u2013 das gibt uns gleich nochmals eine Mahlzeit \ud83d\ude01<\/p>\n<p>Wir befinden uns hier im Gebiet des \u00abValley of the Giants\u00bb, sprich hier wachsen die grossen Eukalyptus-Baumriesen. Daher drehen wir zuerst eine Runde im Nationalpark, um uns von diesen Giganten beeindrucken zu lassen. Wir folgen einem Tipp unserer Landlady des Capgrounds: Auf einem 23 km langen Rundweg auf einer Gravelroad durch den Wald sieht man nicht nur die Baumriesen, sondern kommt auch noch an einer speziellen Sehensw\u00fcrdigkeit vorbei: Dem Circular Pool. Wir lassen uns \u00fcberraschen \u2013 Badewetter ist ja heute nicht gerade\u2026<\/p>\n<p>Ausser den weit verbreiteten Eukalyptusb\u00e4umen, wachsen hier auch noch Karrib\u00e4ume. Diese B\u00e4ume geh\u00f6ren wie die Eukalyptusb\u00e4ume zu der Familie der Myrthengew\u00e4chse. Daher sehen ihre St\u00e4mme auch fast zum Verwechseln \u00e4hnlich aus: Weiss und glatt.<\/p>\n<div class=\"entry-content-asset videofit\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"Walepole, Frankland River: Circular Pool\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/hR6dXKkPCRE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Cicular Pool des Frankland River denken wir erst, dass eine \u00fcberdimensionierte Waschmaschine ausgelaufen sein muss. Auf der Wasseroberfl\u00e4che des Flusses treibt ein weisser Schaum. Mal nur eben wie ein d\u00fcnner Teppich, mal in grossen und dichten Schaumblasen. Wegen des vielen Regens der letzten Tage und der Stromschnellen sch\u00e4umt das Wasser erst recht auf. Die Erkl\u00e4rung zu diesem eigent\u00fcmlichen Ph\u00e4nomen finden wir auf einer Hinweistafel. Die Rinde und Bl\u00e4tter des Eukalyptusbaums enthalten glykosylierte Alkaloide oder Isoprenoide, sogenannte Saponine, die bei N\u00e4sse sch\u00e4umen. Sie treten nicht aus dem Baum aus, sondern werden einfach durch den Regen von den Bl\u00e4ttern und der Rinde abgewaschen. Wenn das Wasser den Stamm des Baumes hinunterfliesst, ver\u00e4ndert sich seine Oberfl\u00e4chenspannung, was zu einem schaumigen Erscheinungsbild f\u00fchren kann. Also eine ganz nat\u00fcrliche Ursache.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Trotz des vielen Regens der letzten Tage ist das Wasser im Fluss nicht schlammig aufgew\u00fchlt, sondern eher von einer durchsichtigen tiefbraunen Farbe. Gerade so, als w\u00e4re mit dem Regen auch die Rindenfarbe der B\u00e4ume mit abgesp\u00fclt worden.<\/p>\n<div class=\"entry-content-asset videofit\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"Valley of the Giants: Tree Top Walk\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Fs3dtD8Og_M?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der H\u00f6hepunkt des Tages ist sicherlich der Tree Top Walk. Wie der Name vermuten l\u00e4sst, wandelt man in luftiger H\u00f6he (am h\u00f6chsten Punkt sind es 40 m) auf einem H\u00f6henweg, der eine Art von aneinander gereihten H\u00e4ngebr\u00fccken ist, in die H\u00f6he der Baumkronen. So bleibt das sensible \u00d6kosystem rund um die B\u00e4ume unber\u00fchrt.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem H\u00f6henweg machen wir uns auf ins alte Reich der Riesenb\u00e4ume. Hier windet sich auf engem Raum ein Weg um die teilweise m\u00e4chtigen und 400 Jahre alten Baumriesen.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einige der hier ans\u00e4ssigen Pflanzen lassen sich \u00fcber 65 Mio. Jahre zur\u00fcckverfolgen. Dies war die Zeit des Superkontinents Gondwana, als Australien, die Antarktis, Indien und Neuseeland noch zusammengewachsen war. Ein herab prasselnder Regen nimmt uns etwas die Freude an der ganzen Sache.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Mo_20250917__DSC06617.jpg\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Mo_20250917__DSC06620.jpg\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Mo_20250917__DSC06628.jpg\" \/><\/p>\n<p>Bis zum n\u00e4chsten Halt, dem Greens Pool und den Elephant Rocks, ist es nicht mehr weit. Hier macht sich Ma allein auf Erkundungstour. Jo fehlt die rechte Lust dazu\u2026<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr einen Besuch der angepriesenen Mad Fish Bay bleibt leider keine Zeit mehr. Schon jetzt reicht die Zeit bis zu Ma\u2019s online Meeting eigentlich nicht mehr aus. Also Plan\u00e4nderung: Anstatt bis nach Albany geht\u2019s heute bis nach Denmark, in den Riverbend Campground. Hier ist in der grossen Wiese noch ein Platz f\u00fcr uns frei.<\/p>\n<p>Als sich Ma f\u00fcr das Meeting parat machen m\u00f6chte, erf\u00e4hrt sie, dass sie \u00abausgeladen\u00bb wurde, bzw. dass sie doch nicht teilnehmen muss. Recht kurz diese Info! W\u00e4hrend Ma die Zeit anderweitig mit Arbeit verbringt, macht Jo einen kurzen Abstecher in Denmarks Baumarkt. Das Provisorium am Schloss der Heckklappe l\u00e4sst ihm keine Ruhe. Kabelbinder sind nicht r\u00fcttelfest. Eine Schraube muss her. Er darf sich in einer Grabbelkiste die Passende umsonst aussuchen. Das ist doch mal nett! Nach etwas Feilen und S\u00e4gen ist Jo auch schon bald fertig. H\u00e4lt perfekt und wackelt auch nicht. So sollte es sein!<\/p>\n<p>Denmark bietet nicht so viel Interessantes bei Regenwetter, dass wir jetzt hier 2 N\u00e4chte verbringen m\u00f6chten. Ausserdem ist das angepriesene Internet eher d\u00fcrftiger Natur. So kommt noch nicht einmal z\u00fcgiges Arbeiten als Alternative in Frage. Morgen ziehen wir weiter in nur 50 km entfernte Albany. Vielleicht ist dort ja mehr los\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schaum und Blasen \u2013 Kaffee vom Zapfhahn? Nicht wirklich \u2013 der Schaum und die Blasen entstehen durch Saponin im Fluss. Das Saponin stammt von Pflanzen, die im Wasser zerfallen. Und das Ergebnis? Wenn das Wasser \u00fcber die Felsen und Steine fliesst, wirbelt es das Saponin im Wasser auf und erzeugt einen ganz nat\u00fcrlichen \u201eCappuccino\u201c.<br \/>\nErst bestaunen wir den \u00fcbersch\u00e4umenden Frankland River, danach schaukeln wir uns durch die Giants.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":46338,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[928,1051],"tags":[],"class_list":["post-46440","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-australien","category-au-wa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46440","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46440"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46440\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":46585,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46440\/revisions\/46585"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/media\/46338"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46440"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46440"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46440"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}