{"id":50850,"date":"2026-02-05T22:58:49","date_gmt":"2026-02-05T21:58:49","guid":{"rendered":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/?p=50850"},"modified":"2026-02-13T00:48:15","modified_gmt":"2026-02-12T23:48:15","slug":"elephant-rocks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/2026\/02\/05\/elephant-rocks\/","title":{"rendered":"Elephant Rocks &#038; Valley of the Whales"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">Jo wird noch vor dem Klingeln des Weckers wach &#8211; und sieht nichts. Nicht weil es noch dunkel ist, sondern weil der Himmel voller Wolken h\u00e4ngt. So wird das nixx mit dem Boulder Sonnenaufgang am Meer. Drehen wir uns halt nochmals rum. Ma ist sofort daf\u00fcr \ud83e\udd71\ud83d\ude34<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wo wir heute am Ende des Tages zum Stehen kommen, ist noch ungewiss, aber uns wird da schon was einfallen. Drei Jahre Reisegelassenheit k\u00f6nnen schon mal guttun.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier im Campground ist der Checkout nicht wie sonst \u00fcblich um 10 Uhr, sondern erst mittags um 13 Uhr! Nicht nur wegen Ma\u2019s angefallener Arbeit nutzen wir das auch fast bis zum Ende aus. Die Sonne br\u00e4tscht nicht ganz so arg vom Himmel, was f\u00fcr Jo sehr gem\u00fctlich ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00dcbermorgen m\u00f6chten wir am Mt. Cook sein und auf dem Weg dorthin werden wir heute irgendwo unterkommen. Nach ein paar Kilometern biegen wir von dem HWY auf eine sch\u00f6ne kleinere Nebenstrasse ab. Hier an dieser Strecke liegt das \u00abValley of the Whales\u00bb, die \u00abElephant Rocks\u00bb und noch ein paar Maori-Felsenmalereien. Auf dieser kleinen, kurvigen Strasse k\u00f6nnen wir die gr\u00fcne, und immer wieder abwechslungsreiche Landschaft geniessen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der erste Stopp im Valley of the Whales entpuppt sich nur als eine Hinweistafel. \u00abNaja, da hat Jo ja eine Supernebenstrecke ausgekundschaftet\u00bb, denkt er sich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Mo_20260205__IMG_2808.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als wir bei den Elephant Rocks vorfahren, f\u00e4llt es ihm wie Schuppen von den Augen: \u00abJa, klar, da waren wir schon mal. Auch die Schafe sind noch da!\u00bb \ud83d\ude01 Ma, kommt es schon l\u00e4ngst bekannt vor. Klar, sie hat von beiden ja auch das Super-Hirni was das betrifft. \ud83d\ude09 In den vergangenen 10 Jahren haben sich die Rocks nicht gross ver\u00e4ndert, nur die Kritzeleien auf einigen scheinen erheblich zugenommen zu haben.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein kleiner Umweg \u00fcber eine Schotterstrasse f\u00fchrt uns dann doch noch zu etwas Neuem! Hier scheint der Name des Tals \u00abValley of the Whales\u00bb seinen Ursprung zu haben. In einer kleinen Ausgrabung wurden tats\u00e4chlich versteinerte \u00dcberreste eines urzeitlichen Wals gefunden.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kaum zur\u00fcck auf der Hauptstrasse, kommen wir auch schon zur Takoroa Rock Art Site. Die Maori-Felsenmalereien sind hier aber leider gr\u00f6sstenteils der Erosion und dem Menschen zum Opfer gefallen: Einige St\u00fccke wurden herausgebrochen, um sie zu \u00abkonservieren\u00bb und in Museen auszustellen und leider habt sich auch hier schon so mancher Schmier- und Gravierfink verewigt.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die letzten 30 km unseres heutigen Weges f\u00fchrt uns entlang des Waitaki River, der bei der Waitaki Power Station gestaut wird und ab hier den grossen Waitaki Staussee bildet.<\/p>\n<table style=\"width: 100%; border-collapse: collapse; background-color: #eeeeee;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 100%;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die <strong>Waitaki Power Station<\/strong> ist weit mehr als nur ein Kraftwerk \u2013 sie gilt als ein Meilenstein der Ingenieurskunst und als die Wiege des modernen Sozialstaats in Neuseeland.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erbaut wurde sie zwischen 1928 und 1934 am Waitaki River und war das letzte grosse Staudammprojekt, bei dem fast ausschliesslich von Hand \u00fcber eine halbe eine Million Kubikmeter Material mit Pickeln, Schaufeln und Schubkarren bew\u00e4ltigt wurde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Technisch beeindruckt die Anlage bis heute: Sie war die erste in Neuseeland, die ohne Umleitung des Flusses gebaut wurde, und verf\u00fcgt \u00fcber keinen separaten \u00dcberlauf; bei Hochwasser l\u00e4uft das Wasser einfach \u00fcber die Krone. W\u00e4hrend der Weltwirtschaftskrise diente der Bau als Arbeitsbeschaffungsmassnahme f\u00fcr \u00fcber 1\u2019200 Arbeiter, die unter extremen klimatischen Bedingungen lebten. Mit ihren sieben Turbinen liefert sie eine Leistung von 105 MW und ist das Herzst\u00fcck eines Systems, das heute rund 18 % des neuseel\u00e4ndischen Strombedarfs deckt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Besonders kurios: Da die medizinische Versorgung vor Ort durch ein genossenschaftliches Modell der Arbeiter finanziert wurde, diente diese Erfahrung als direkte Vorlage f\u00fcr Neuseelands wegweisendes Sozialversicherungssystem von 1938.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die drei einfachen Loch Laird Campgrounds beeindrucken durch die schiere Masse an Langzeit- und oder Jahres-Campern. Obwohl die Campgrounds eher einfacherer Natur sind, sind sie so gut wie vollgestellt. Viele der Pl\u00e4tze sind mit einfachem Sichtschutz abgetrennt oder haben \u00abGrenzz\u00e4une\u00bb und man klebt f\u00f6rmlich aufeinander. Wir sp\u00fcren sofort, dass wir uns hier nicht wohl f\u00fchlen, auch wenn es nur f\u00fcr eine Nacht ist.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schliesslich beim dritten und letzten Campground finden wir fernab des Get\u00fcmmels einen sch\u00f6nen Stellplatz f\u00fcr uns und Manaaki. Nur wenige hundert Meter entfernt sehen und h\u00f6ren wir die Benmore Hydro Power Station die den Waitaki River ein weiteres Mal staut. Bis zu unserem \u00dcbernachtungsplatz h\u00f6ren wir das Sirren der Turbinen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Mo_20260205__IMG_2876.jpg\" \/><\/p>\n<table style=\"width: 100%; border-collapse: collapse; background-color: #eeeeee;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 100%;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das <strong>Kraftwerk Benmore<\/strong> ist die zweitgr\u00f6sste Wasserkraftanlage Neuseelands und ein beeindruckendes Beispiel f\u00fcr moderne Ingenieurskunst im Waitaki Valley. W\u00e4hrend das \u00e4ltere Waitaki-Kraftwerk noch m\u00fchsam von Hand erbaut wurde, markierte Benmore (Bauzeit 1958\u20131965) eine neue \u00c4ra: Es ist der gr\u00f6sste Erddamm des Landes und war zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung sogar der gr\u00f6sste seiner Art auf der gesamten S\u00fcdhalbkugel. Der gigantische Damm staut mit dem Lake Benmore den fl\u00e4chenm\u00e4ssig gr\u00f6ssten k\u00fcnstlichen See Neuseelands auf. Der See hat ein Volumen von 1,25 Mrd Kubikmetern und hat damit 1,5-mal mehr Volumen als der Hafen von Wellington.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein technisches Highlight sind die sechs massiven, oberirdisch verlaufenden Druckrohrleitungen aus Spannbeton, die das Wasser zu den Turbinen f\u00fchren und das Erscheinungsbild der Anlage pr\u00e4gen. Mit einer installierten Leistung von etwa 552 MW versorgt Benmore rund 300\u2019000 Haushalte mit gr\u00fcnem Strom. Besonders strategisch ist seine Rolle als s\u00fcdlicher Endpunkt der HVDC-Inter-Island-Link. Hier wird der auf der S\u00fcdinsel erzeugte Strom in Gleichstrom umgewandelt, um ihn \u00fcber ein 610 km langes Kabel (einschliesslich der Cookstrasse) verlustarm zur bev\u00f6lkerungsreichen Nordinsel zu transportieren.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abSich nochmals rumdrehen ist auch keine schlechte Alternative\u00bb, denken wir uns am fr\u00fchen Morgen.<br \/>\nAls wir ins Abseits abbiegen, kommt Jo so manches wieder bekannt vor. Ma kann dar\u00fcber nur mit den Augen rollen \ud83d\ude01. Die Elephant Rocks sind aber immer wieder faszinierend anzuschauen.<\/p>\n<p>Im letzten der Loch Laird Campgrounds angekommen stehen wir ja fast unter Strom\u2026<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":50701,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1056,1058],"tags":[],"class_list":["post-50850","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-neuseeland","category-nz-suedinsel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50850","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50850"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50850\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50877,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50850\/revisions\/50877"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/media\/50701"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bielitzer.ch\/travels\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}