Ma wird schon etwas nervös, als wir um 10 Uhr noch nicht mit allem parat sind. Marcel & Britta haben sich nach einem Smalltalk zu unserem Kafi schon fertig gefrühstückt in ihr kleines Auto gezwängt, um wieder unterwegs zu sein. Sie haben so einen kleinen Van, wie es Winnie vor 10 Jahren einer für uns war. Wir wünschen ihnen mehr Glück als wir es mit dem garantierten Rückkaufsrecht hatten! Sie haben auch extra dafür etwas mehr bezahlt sowie auch, um einen etwas «grösseren» Van zu bekommen, der sich aber leider nicht grösser als Winnie herausgestellt hat 😉

Wir fahren noch in den Süden der Kaikoura Halbinsel zur Mudstone Bay. Dies ist eine weitere Bucht auf der anderen Seite um die Halbinsel.
Im Gegensatz zu gestern gehen hier die flachen angeriebenen Kaltsteine bei Ebbe weit ins Meer hinaus. Anscheinend gibt es hier nicht so grosse Gezeitenströme, weil zwischen den Felsspalten immer wieder breite schlammige Stellen entstanden sind.
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Die Kaikōura Peninsula besteht vor allem aus zwei Sedimentgesteinen:
Diese Gesteine wurden über Jahrmillionen unter dem Meer abgelagert, später durch tektonische Kräfte stark gefaltet und teilweise gehoben. Dadurch ragen sie heute weit ins Meer hinein und zeigen beeindruckende Schichten und Verwerfungen. Die Schichtung ist an vielen Stellen gut sichtbar und ergibt oft wellenförmige oder „gewobene“ Strukturen im Fels. Die Mudstone Bay liegt im Bereich der weicheren Mudstone-Plattformen: im Vergleich zum Kalkstein sind diese flacher und tragen oft tiefer eingeschnittene Rinnen und Pools. Gerade bei Ebbe kann man dort sehr schön die Strukturen der Schichten und Rinnen erkennen, die durch die Kombination von Wellenkraft, Erosion und den unterschiedlichen Härtegraden des Gesteins entstanden sind. Die Limestone Bay zeigt härtere Kalksteinbänke, die oft markantere Kanten und Sockel ausbilden – diese können bei stürmischer See spektakulär von Wasser überströmt werden. Ein spannender Punkt ist, dass die Küstenlandschaft hier nicht „ruhig“ ist: Die Region gehört zu einem der aktivsten tektonischen Zonen Neuseelands. Erdbeben wie das von 2016 haben das Gelände gehoben – das verändert Steilküsten, Felsplattformen und sogar den Zustand der Mudstone Bay spürbar innerhalb eines einzelnen Lebensalters. |
Als wir mit unserer Wanderung zu Ende sind, treffen wir nochmals auf unsere beiden Nachbarn vom Campground, Marcel & Britta. Weil sie noch bis Februar hier auf der Südinsel sind, ergibt es sich ja vielleicht nochmals, dass wir uns wiedersehen?

Wir beschliessen, nicht in die Berge zu den warmen Hammer Springs zu fahren. In der Nacht soll es regnen und kalt werden. Unser Ziel ist das Balmoral Recreation Reserve. Dort gibt es zwar kein Schloss Balmoral, aber einen grossen Campground mit sehr viel Platz. Und dazu mit einer Unmenge grosser Baumstümpfe – hier wurde erst kürzlich gerodet. Wir dachten, dass wir gleich am Hurunui River einen Platz finden, doch bis dahin sind es noch ein paar Minuten Fussweg. Wegen der schnellen Strömung lädt er auch nicht gerade zum Baden ein.
Nachmittags, als die Sonne hinter den Wolken verschwindet, setzt ein starker Wind mit fallenden Temperaturen ein. Vorbei ist es mit dem warmen Wetter…























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