Als der grosse Aufbruch um uns herum vorbei ist, gilt es auch für uns an den Aufbruch zu denken. Während wir so dasitzen, kommt erst die Neuseeländerin Christine mit einer Freundin vorbeigelaufen, um sich unseren Manaaki neugierig anzuschauen. Gerne lässt sie sich alles zeigen und erklären. Da sie zwar von der Südinsel ist, aber es für sie kein grosser Aufwand ist, einen guten Van in der Nordinsel zu kaufen, sollen wir auf jeden Fall an sie denken, wenn wir Manaaki verkaufen wollen. Ihr Sohn hätte schon immer Autos auf der verkehrten Insel gekauft… Der Preis von 28’000 NZD erscheint ihr auch mehr als gerechtfertigt.
Nur wenige Augenblicke später fragt auch noch Debbi an wegen Manaaki und schaut kurz vorbei. Nicht gerade für sie selbst, aber ihr Freund aus London ist immer wieder auf der Suche nach einem geeigneten Camper Van für sich. Auch für sie ist der Preis absolut OK.
Beiden Damen versprechen wir, sobald unsere Manaaki-Verkaufsdokumentation fertig ist, ein Exemplar zukommen zu lassen. Schnell sind alle Kontakte ausgetauscht. Dieses Interesse von NeuseeländerInnen an Manaaki stimmt Ma ein optimistischer als auch schon, dass wir unseren roten Van Ende April in andere liebevolle Hände übergeben können.
Weil hier in Neuseeland manche Uhren langsamer gehen machen wir unseren Neujahrsschwumm im Lake Lanthe / Matahi erst heute. Es ist zwar nicht sonnig heiss, aber warm genug, um einen Sprung ins kühle Nass zu wagen. Für Ma ist grundsätzlich JEDE Wassertemperatur einfach warm genug. Und diese ist auch für Jo recht angenehm. Wegen dem Ausfall des lokalen WC-Häuschens ist hier deutlich weniger Besuch als sonst. Uns kann es nur recht sein.
Nach dieser Erfrischung machen wir uns weiter auf den Weg nach Franz Josef. An der Historischen Whataroa Bridge lassen wir den gletscherwasser-grünen Whataroa River auf uns wirken.

Von der historischen Brücke stehen nur noch die mächtigen Betonpfeiler, doch der Whataroa River ist hier um so eindrücklicher. Wenn er nicht gerade, wie hier an einer Biegung, gewisse Stromschnellen hat, mäandriert der Fluss in voller Breite durchs Tal.
Nachmittags fahren wir im Franz Josef Retreat vor, unserem Ziel für die nächsten 4 Tage. Schon am Eingang werden wir, wie seinerzeit schon in Queenstown, von zig Werbetafeln empfangen, auf denen jeweils die besten (und teuersten) Unternehmungen der Umgebung präsentiert werden.
Mit dem nicht gerade grossen Manaaki passen wir auch wirklich gerade so haarscharf in unsere zugewiesene Stellplatzbucht im dichten Tann 🌳 bzw. Regenwaldbusch.
Bis zum Abend haben wir noch etwas Zeit, die wir mit Wäsche waschen, einem kleinen Spaziergang durch Franz Josef und dem Znacht ausfüllen. Beim kleinen Spaziergang durch die Ortschaft sehen wir die Auswirkungen des Klimawandels: Eine Heli-Agentur reiht sich an die nächste und die Interessierten stehen Schlange, um noch einen Flug zu ergattern, damit sie den Gletscher von nahe sehen können. Wobei die günstigsten Angebote bei 300 NZD bis knapp 900 NZD p.P. losgehen.
| Die neuseeländischen Gletscher haben seit dem Jahr 2000 etwa 29 % ihrer Masse verloren, was sie zu einem der weltweit am schnellsten schrumpfenden Gletscher macht. Im Vergleich zu früher: Der Franz-Josef-Gletscher verlor im letzten Jahrhundert insgesamt drei Kilometer an Länge, wobei prognostiziert wird, dass er bis 2100 noch deutlich schneller an Länge verlieren könnte. Die Ursachen hierfür sind auf natürliche Klimazyklen zurückzuführen, aber der langfristige Trend ist ein starker Rückgang, der mit dem Klimawandel zusammenhängt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die „guten“ Jahre des Wachstums vorbei sind; seit etwa 2000 erleben sowohl der Franz-Josef- als auch der benachbarte Fox-Gletscher eine beschleunigte Schmelze, was zu dramatischen Veränderungen führt und die Region als Gletscherlandschaft verändert. |
Die Gletscher, die noch vor 10 Jahren durch eine einfachere Wanderung zu erreichen waren, sind heute nur noch durch eine anstrengendere und mehrstündige Wanderung von nah zu sehen; bestiegen werden können sie zu Fuss gar nicht mehr, da rundherum das Gestein bröckelt. Daher ist für einen grossen Teil der Touristen ein kurzer, aber teurer Rundflug, mit Option einer kurzen Landung, die einzige Möglichkeit diese Gletscher von Nahem zu erleben.
Schon während der wenigen Stunden, die wir hier in Franz Josef sind, könnte man meinen, man wohne an einem Heli-Flughafen. Ständig knattert es in der Luft. Doch immerhin ist dies ein Schönwetterzeichen 😁
Es kann nicht an dem deutschen Städtenamen Franz Josef liegen, dass wir hier so viele deutsche Touristen antreffen…
Heute gibt es beim Zoom eine richtige Premiere: Nicht nur, dass es das erste im neuen Jahr ist, sondern Bernie bekommt von Phil eine Video-Führung durch seine kleine Wohnung in Paris. Jetzt kennen sich die beiden schon mehr als 30 Jahre und immer wieder wird über Phils kleine Wohnung erzählt, aber heute ist es das erste Mal, dass Bernie sie auch sieht 😉





























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