Dreikönigswanderung zur Roberts Point Viewing Plattform

Veröffentlicht in: Neuseeland, Südinsel | 0

Früh machen wir uns auf den Weg zu unserer persönlichen Dreikönigswanderung, zur Roberts Point Viewing Plattform. Zum einen soll sie den besten zu «erwandernden» Blick auf den Franz Josef Gletscher bieten und dazu soll sie «episch» sein, zum anderen wird sie für uns eine rechte Herausforderung werden. Nach (viel zu) langer Zeit heisst es für uns heute, raus aus der Komfortzone, rein in die Wanderschuhe und den Rucksack geschultert.

 

Ma’s Respekt vor dieser Wanderung steigt mit jeder Sekunde, die wir näher an den Parkplatz kommen. Ihre Hüft- und Kniegelenke machen ihr immer wieder zu schaffen. Noch ist der Parkplatz nicht voll, als wir aufbrechen. Die ersten 1 ½ km nimmt Ma den Rucksack auf ihren Rücken, ab dann übernimmt Jo für den Rest der Wanderung. Die gut 500 Hm geben uns nicht zu denken, aber die gesamte Strecke von 12.5 km schon eher.

Wir sind noch keine ½ Std. unterwegs, als uns auch schon die ersten Paare retour entgegenkommen. Das bei einer Wegzeit von gut 5 ½ Std.! Mögen sie auch jung und ausdauernd sein, benötigen sie bestimmt 1 Std. weniger als angegeben. So müssen sie schon um 6 Uhr heute morgen losgegangen sein.

Nach dem «normalen» Weg geht’s auch schon sofort mit dem anstrengenden Teil los: Steil hoch über (rutschigen) Stock und Stein. Kein Schritt ist wie der andere. Steine, Wurzelwerk und zu überquerende Bachläufe benötigen unsere ständige Aufmerksamkeit. Zusätzlich geht es schon steil hinauf. Ausser den Bachläufen, die wir so zu Fuss überqueren bzw. überhüpfen, gibt es 5 Hängebrücken auf dem Weg. Einige dürfen nur allein begangen werden, auf anderen dürfen sich maximal 5 Personen aufhalten. Vermutlich sind wir mit grossem Abstand die ältesten auf dieser Wanderung. Die meisten sind max. halb so alt wie wir, wenn nicht sogar noch um einige Jahre jünger.

Kleiner Tümpel in dem sich der Franz Josef Gletscher spiegelt. Wir sind zur Roberts Point Viewing Platform unterwegs
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Ab und zu gibt es einen Lookout auf das Tal und die Berge um uns herum. Nach ¾ des Weges kommt ein relativ kurzer, steiler, recht anspruchsvoller Teil, an dem es über feucht -glitschige rund abgeschliffene Felsen zu klettern gilt. Hierbei denken wir schon gleich an den Retourweg, der uns ja noch bevorsteht.

Obwohl wir uns recht untrainiert fühlen, liegen wir doch recht gut in der Zeit, als wir am Ende des Weges auf der Roberts Point Viewing Plattform ankommen. Wie eigentlich schon die ganze Zeit der Wanderung über, so donnern auch jetzt ständig bis zu 3 Helis gleichzeitig über unsere Köpfe hinweg dem Gletscher entgegen. Das Positive daran: Das Wetter scheint schön zu bleiben!

Panorama: Blick auf den Franz Josef Gletscher
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Auf dem Retourweg kommen dann unsere Wanderstöcke voll zum Einsatz. Runter ist ja immer anspruchsvoller als rauf. Jetzt merken wir in Knien und Hüften, dass wir so lange mit einer Wanderung geschludert haben. Manche, uns auf dem Weg nach oben entgegenkommende Paare, sind ganz entsetzt, als wir ihnen sagen, dass das wirklich anspruchsvollste Teilstück noch vor ihnen liegt. Ab jetzt sagen wir lieber nichts mehr… Wir wollen keine Ängste schüren.

Müde und glücklich kommen wir am späteren Nachmittag zurück zum Campground. Heute kochen wir im Restaurant ausser Haus. Unser Platz unterm grossen TV-Screen ist nicht gerade der glücklichste, aber das ist uns egal. Das Essen und das Bier schmecken lecker.

Auf dem morgigen Tagesprogramm steht: «Nichts tun, ausser relaxen» 🤗

 

 

 

 

 

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