Die angedachte Rob Roy Gletscherpfad-Wanderung fällt wegen Unpassierbarkeit der Strasse für uns heute aus. Wir müssen umdisponieren. Der Regen ist noch derselbe wie gestern: Immer mal wieder mittlere Regenschauer, die es uns bis zum Mittag nicht gerade leichter machen, einen Entscheid zu finden.
Obwohl wir uns gestern besser «gelevelt» in die Waagerechte brachten, wird es an der Dachluke immer wieder feucht. Tony’s Silikonspray, das Jo noch am letzten Tag am Lake Hāwea aufsprühte, scheint wohl doch nicht zu helfen. Jetzt muss doch tatsächlich wieder Silikon her.
Irgendwie sind wir beide mit der Situation hier im Campground nicht so glücklich. Ma versucht unsere morgige Buchung auf heute zu verlegen. Wegen der vielgelebten Kiwi Nonchalance scheint es in der Rezeption «äs Duränand» zu geben. Die Antwort von einer der Empfangsdamen ist ein klares «Ja, Nein, Vielleicht». Sie schauen, was sie schieben können bzw. wer vorzeitig abreist und rufen dann zurück. Eine stornierte Cabin für 120 NZD ist frei geworden. Die könnten wir haben, wenn wir möchten. Aber das ist es uns dann doch nicht wert. Ausserdem: Eine Stornierung führt nicht zu einer Kostenerstattung. So würden sie sich eine schon bezahlte Reservierung nochmals bezahlen lassen!?
Ein bisschen chaotisch, dies alles in diesem grossen Kiwi-Campground 🤪, wie auch die Steckdosenbelegung in der Camp Kitchen:

Wir beschliessen heute den Kühlschrank zu füllen, die Socken-Kauf-Angelegenheit anzugehen und das nun doch notwendige Heimwerker-Material zum Abdichten zu besorgen.
Ersteres klappt recht gut, Zweiteres eher weniger gut, aber dann doch noch, und Letzteres unauffällig. Mittlerweile strahlt die Sonne vom blauen Himmel herab.

Statt dass wir uns in die lange Schlange der vielen Wanaka Beach Besucher einreihen, finden wir einen ruhigen Platz am kleinen, doch sehr feinen und sympathischen Beacon Point zum Chillen. Dort sitzen wir am Strand in der Sonne und lassen es uns ein Stück weit gut gehen. Zwischendurch gibt’s noch einen kleinen Happen gegen den Hunger.
Überrascht, dass es plötzlich schon nach 18 Uhr ist, packen wir unsere Siebensachen zusammen, um uns nochmals ins Getümmel des Glendhu Bay Campgrounds zu stürzen. Mittlerweile hat Ma eine Abbuchung und Quittung für 6 NZD erhalten – ein klares Zeichen, dass sie für uns einen Platz mit Seesicht gefunden haben, der eben diese 6 NZD mehr kostet. Wir zügeln also wieder ein paar Plätze weiter. Auch wieder «mitten im Kuchen», zwischen all den Langzeit-Ferien-Campern. Unsere Nachbarn zur Linken,sind ein ganzer Familienclan aus Geschwistern, Eltern (die schon seit mehr als 30 Jahren hier ihre Ferien verbringen), Cousins und Cousinen, die hier teilweise ihre ganzen 5-wöchigen Sommerferien verbringen.

Morgen sollte es zwar auch trocken sein, doch zum Abend zieht wieder eine dichte und teilweise dunkle Wolkendecke über den Himmel. Auf seine Frage an einen Bootsinhaber, warum sie jeden Abend die Boote aus dem Wasser herausholen, bekommt Jo die Antwort, dass die allermeisten Boote aus Fieberglas gebaut wurden und entsprechend empfindlich seien. Er selbst komme schon seit 40 Jahren hierher und habe vor einigen Jahren erleben müssen, wie ein Sturm die im Wasser geankerten Boote einfach an Land warf und viele dabei zu Schaden kamen. Ältere schwerere Holzboote oder Aluminiumboote sind da weniger anfällig und stabiler gebaut. Und über die Jahre habe er auch schon genügend Erfahrung mit dem Rein- und Raus-Transport aus dem See.








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