Wintersommerwende

Veröffentlicht in: Neuseeland, Südinsel | 0

Als wir uns nach der kalten und regnerischen Nacht mit einem Kafi in die wärmende Sonne setzen, kommt Lani an uns vorbei geschlendert. Ob das mit dem CH Kleberli an Manaakis Türe hinten so richtig ist, fragt sie uns erst auf Englisch. Nach unserem «Yes, we are from Switzerland», kommt ein fröhliches Gespräch auf Schwitzertütsch zustande: Sie und ihr Mann sind schon seit 1987 aus der engen Schweiz in die Weite Neuseelands ausgewandert. Sie waren erst ein paar Monate gemeinsam in Australien unterwegs, als sie sich entschieden haben, in Neuseeland sesshaft zu werden. Sie leben als Selbstversorger bewusst abseits vom Schuss. Auf ihrer Farm im Matueka-Tal wachsen Getreide, Baumnüsse und andere Obstbäume. Ihre beiden Kinder lieben dieses Leben und sind ohne moderne Zwänge aufgewachsen. Nein, weder Mobiltelefon, noch E-Mail brauche sie zu ihrem Leben, meint Lani. Aber die Tochter kennt sich damit aus… Sie gibt uns ihre Festnetznummer und wir verabreden, dass wir so im Februar mal anrufen und vorbeikommen werden.

Im nah gelegenen Café, in dem es drinnen kälter ist als draussen, gibt’s eine so-la-la Stärkung für den Tag. Von hier aus bis zu Ronny & Raviv sind es nur noch 2 Stunden Fahrt. Bis zur verabredeten Zeit am Nami ist noch genügend Zeit.

Unser erster Abstecher führt uns zum Weka Pass, bzw. zum Historical Reserve. Hier beginnt der Weka Pass mit seinen steilen Kalksteinwänden, den markanten Felsformationen und einer offenen und weiten Umgebung. Die Schlucht des Passes wurde über viele Jahrtausende vom hier nun ausgetrockneten Waipara River in das weiche Kalk- und Mergelgestein gegraben.

Doch unser Interesse gilt den bekannten und geschützten Māori-Felsmalereien. Unter einem überhängenden Kalksteinfelsen, der uns an den Wave Rock in Australien erinnert, befindet sich ein bedeutender Felsüberhang mit Māori-Zeichnungen. Die Malereien entstanden vermutlich vor 1’000 bis 600 Jahren. Sie zeigen einfache Darstellungen von Menschen, Fischen und Hunden – teils schematisch, teils gestalteter.

Die Māori nutzten diesen natürlichen Felsüberhang als zeitweilige Schlaf- und Raststelle während saisonaler Nahrungs- und Ressourcen-Expeditionen. Leider sind auch hier «neuzeitliche» Spuren von «Graffitikünstlern» sichtbar, die meinten, sich auch hier verewigen zu müssen. Daher wurden auch diese Zeichnungen eingezäunt.

Hochstehende Getreidefelder die zur Ernte bereit sind
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Etwas weiter in Amberly machen wir eine «Hausaufgaben Pause» – wir haben noch Zeit bis zum vereinbarten Termin bei unseren Gastgebern in Christchurch. Ab hier sind es nur noch 45 min. bis zu Ronny & Raviv. Pünktlich, wie es der Schweizer Ehre gebührt, fahren wir um 16 Uhr vor.

Die beiden können es nicht glauben, dass es schon 10 Jahre her ist, dass wir sie damals besuchten. Bis auf ein paar graue Haare scheinen wir uns alle nicht gross verändert zu haben. Jo schafft es hervorragend, seine aufkommenden Rettungsringe zu kaschieren  Es ist ein fröhliches Wiedersehen mit den beiden. Unser Zimmer mit dem GROSSEN Bett ist schon parat. In der Wohnküche empfängt uns schon ein herrlicher aromatischer Duft, der uns das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Wir beeilen uns «unser» Zimmer zu beziehen.

Zum Dessert (wir lassen uns Ronnys phantastische Avocado Creme auf der Zunge zergehen) kommt noch ein Freund der beiden vorbei. Während wir so von unseren Erlebnissen erzählen und auch auf Lani zu sprechen kommen, dass wir mit ihr heute morgen eine Schweizerin kennengelernt haben, die schon vor fast 40 Jahren nach Neuseeland nach Ngātimonti im Matueka-Tal ausgewandert ist. Plötzlich lächeln alle am Tisch, weil sie doch tatsächlich Lani und ihre Familie kennen. Zufälle gibt’s, die gib es gar nicht…

Nach unserem späten Zoom mit den Jungs fallen wir in unser grosses (hartes) Bett.

 

 

 

 

 

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