Jo könnte, wenn es denn einen Hahn hier gäbe, schon mit dem ersten Hahnenschrei am frühen Morgen aufstehen. So steht er auch ohne früh auf 🤣 Ma lässt sich gerne morgens mit einem heissen Kafi überraschen. Beide haben bis zur Abfahrt um 10 Uhr noch genügend Zeit, ein paar Hausaufgaben zu machen.
Gestern Abend hat sich noch spät ein Tütschi mit Anhänger hier eingefunden. Vielleicht will der Fahrer etwas Geld sparen, jedenfalls füllt er Benzin oder Diesel vom Zusatztank auf der Ladefläche in den eigentlichen Tank um. Weil er nicht sauber arbeitet, bildet sich im Schlamm ein grosses, schillerndes G’schlirgg am Boden, das im Regen langsam auf uns zu rinnt. Als wir nach 10 Uhr mit allem fertig sind, reicht’s uns auch damit.

Wenige Kilometer hinter dem Roadhouse wird der HWY auch als Notlandepiste für Flugzeuge genutzt. So etwas kennen wir schon von Kanada und Alaska her. Ausserdem gibt es jetzt mindestens die nächsten 150 km keinen Zaun entlang des HWY. Daher muss mit Dromedaren, Emus und Kängurus und ausgebüxten Rindern gerechnet werden.
Ma schaut schon die ganze Zeit ins Navi rein. «Jetzt geht’s erst noch so und dann nur noch noch so…», meint sie jetzt zu Jo. Die Strasse macht eine leichte S-Kurve und ab jetzt geht’s die nächsten 146.6 km nur noch schnurgerade garadeaus. Keine Kurve, keine Abzweigung… Dies ist das längste gerade Strassenstück in ganz Australien. Wir möchten uns nicht vorstellen, wie das vor 50 Jahren in einem heissen Sommer gewesen sein muss. Nur geradeaus, ohne grosse Abwechslung und OHNE Klimaanlage im Auto. DAS war noch eine echte Herausforderung!
Die Eintönigkeit überbrücken wir uns mit ein paar Podcasts aus Ma’s Telefon. Nach knapp 3 Std. Fahrzeit taucht die Hinweistafel zur Central Western Time Zone links am Strassenrand auf. Jetzt müssen die Uhren 45 min. vorgestellt werden 🙃 Somit kommen wir zwar später an, aber das gleicht sich wegen des längeren Tageslichts wieder aus…

Kurz vor unserem heutigen Ziel dem Madura Roadhouse geht’s plötzlich in einer etwas steilen Kurve von gut 120 m eine steile Anhöhe hinunter auf knapp 40 m. Wir sehen das Roadhouse mit Tankstelle, Motel, Caravan Park und Restaurant in der grünen Landschaft umher unter uns liegen.

Das Madura Roadhouse ist ebenfalls eine der Stationen des Nullabor Links – gleich gegenüber des Roadhouses befindet sich der Abschlag der «Brumby’s Run» Spielbahn.
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Der Nullarbor Links gilt als längster Golfplatz der Welt – er erstreckt sich über rund 1’365 Kilometer entlang des Eyre Highway zwischen Kalgoorlie in Western Australia und Ceduna in South Australia. Jede der 18 Spielbahnen liegt in einer anderen Ortschaft oder Roadhouse entlang der Route und bietet ein einzigartiges Erlebnis: Von staubigen Fairways über rote Wüstenlandschaften bis zu gepflegten Greens mitten im Outback. Entstanden ist der Platz 2009, um Reisende auf dieser endlosen Strecke zu unterhalten und die Region touristisch zu beleben. Wer alle Löcher spielt, erhält im Visitor Centre ein Zertifikat – ein begehrtes Souvenir für viele Roadtripper. Neben dem sportlichen Aspekt vermittelt der Nullarbor Links auch ein Gefühl für die Weite, Einsamkeit und raue Schönheit des australischen Outbacks – wo Golf weniger Präzision als Abenteuer ist. |










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