In Memory of Phiby…

Veröffentlicht in: Neuseeland, Nordinsel | 0

Manchmal fragen wir uns schon, warum wir immer die Spätzünder beim Aufbruch sind. Bis auf Andy, mit dem wir noch einen Schwatz beim Kaffee vor dem Frühstück haben, sind die wenigen Camper, die gestern noch angereist sind, schon längst on «the road again».

Auch Andy ist schon wieder unterwegs, als wir kurz vor 12 Uhr den Campground verlassen. Hier wird niemand gleich nervös, wenn der Check-Out von 10 Uhr nicht eingehalten wird. Freudig winkt uns Jackie noch zum Abschied zu.

Für uns geht’s heute vom Süsswasser zum Salzwasser an Ma’s geliebtes Meer. Die knapp 100 km sind eine gemütliche kurvenreiche Ausfahrt für uns und Manaaki.

Unser erster Halt heute ist das Waihi Beach Reserve. Hier gibt es einen gut bewerteten, kleinen Freedom Campground, an dem das Meeresrauschen zu hören ist. Das Sahnehäubchen wäre noch der Meeresblick. Wie an solchen Plätzen zu erwarten ist, haben sich einige Camper schon ausgebreitet. Leider so kreuz und quer, dass wir für Manaaki und uns kein schönes Plätzli mehr finden.

Wir machen trotzdem einen kleinen Spaziergang hinunter an die tosende Beach – es ist gerade Flut und der Strand nicht sehr gross. Aber schwarz! Und mit einem imposanten Cliff.

Kurzer, steiler Weg zur Waihi Beach...
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Nur wenige Kilometer weiter der Küstenstrasse entlang liegt das Ohawe Beach Motor Camp. Hier haben wir schon vor 10 Jahren bei Phiby, der älteren Maori Lady, übernachten dürfen. «Ob’s die noch gibt?» fragen wir uns. Wir versuchen unser Glück, auch wenn die aktuellen Bewertungen dieses Campgrounds eher zu wünschen übrig lassen.

Als uns das Navi sagt, dass wir das Ziel erreicht haben, sehen wir, dass auf der Hinweistafel zum Campground dick und fett ein NO VACANCY Schild quer drüber geschraubt ist. Und das sieht so aus, als wäre es schon länger dort und der Campground geschlossen. Doch auf den zweiten Blick sehen wir, dass da gerade ein WoMo steht und 2 Paare miteinander zu sprechen scheinen. Keine 50 m weiter parkieren wir mit Manaaki am Day Use Parkplatz, um einen Blick aufs Meer und die Küste zu werfen.

Nichts mehr frei am Ohawe Motor Camp?
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Da wir nichts zu verlieren haben, es hier recht schön ist und wir auch noch schöne Erinnerungen an diesen Ort haben, wackeln wir einfach mal rüber. «Habt ihr denn gänzlich geschlossen?» fragen wir die beiden Camphosts, die hier anscheinend nach dem Rechten sehen. «Jein, wir haben eigentlich noch bis nächste Woche Montag geschlossen und warten auf den Elektriker.» Ausser in der Frauenduschi gibt es sonst nur Kaltwasser. In der Küche keinen funktionierenden Kühlschrank und auch keinen Strom. «Wenn euch das reicht, seid ihr herzlich eingeladen, hier zu übernachten.» Gesagt getan. Wir sind noch auf der Suche nach dem ebensten Stellplatz für uns, da fährt auch schon der Nächste vor. Zum Schluss sind es schon 5 Camper, die den schönen Platz hier geniessen dürfen. Als wir erzählen, dass wir schon vor 10 Jahren genau an diesem Platz bei der älteren Maori Lady standen und uns schon damals an diesem friedlichen Ort wohl fühlten, meinen sie: «Ja, Phily war hier für viele Jahre die Landlady. In den letzten Jahren hat sie es schon etwas arg schleifen lassen. Daher müssen wir jetzt hier so einiges Erneuern.»

Wir hören, dass der Campground auf ursprünglichem Maori Land liegt und die örtliche Gemeinschaft hier immer wieder ihre Zusammenkünfte abhält. Aus diesem Grund wird der Campground auch wieder Instand gesetzt und bestehen bleiben!

Als sich am Horizont dunkle Wolken zusammenziehen, beschliessen wir, die Strandwanderung in der schwarzen Beach – jetzt bei Ebbe – zu beenden. Zum Glück entpuppen sich die Wolken als nicht gerade sehr ergiebig, so dass nur ab und zu leichter Nieselregen über uns hinwegfegt.

 

 

 

 

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