Eigentlich ist es ein schön gelegener Campground, der viel Platz eine schöne Umgebung und eine ruhige Atmosphäre bietet. Wenn da nicht diese unzähligen kleinen, fliegenden, schwarzen, blutgierigen Plagegeister wären!

Wider Erwarten ist es heute ein sonnig freundlicher Tag, für den der Wetterbericht eher Regen und Mausgrau vorhergesagt hat. Irgendwie scheinen wir in einer Art «Föhnloch» zu stecken. Wir entscheiden uns, eine Ausfahrt zu machen und uns evtl. auch eine andere Unterkunft für diese Nacht zu suchen. Wobei die doch recht «betreuungsintensiven» Kinder der Campnachbarn nicht der Ausschlag für diese Gedanken sind – eher noch die blutgierigen Biesterchen.


Im nur 23 km entfernten und daher noch recht nahgelegenen Glenorchy soll es eine schöne, mit 3 km relativ kurze und einfache Lagunenwanderung mit einem schönen Lookout geben. Unverhofft kommen wir auf einem kleinen, nur mit 3 Stellplätzen ausgewiesenen «Freedom Campground» zu stehen, der recht schön und ruhig in der Nähe eines öffentlichen WCs gelegen ist und auch noch kostenfrei von der Stadt angeboten wird. «Bleiben wir doch gleich hier. Der ist schön und auch noch frei von den lästigen Sandflies. Ausserdem beginnt hier auch der Wanderweg», meint Ma, als sie die Lage sondiert.
Zuerst spazieren wir zum Mündungsdelta, wo der Dart River und der Rees River zusammen in den Lake Wakatipu münden. Wobei der Dark River einen wesentlich grösseren und weit mäandrierten Zufluss hat, als der recht schnell fliessende und schmalere Rees River. Wir sehen, dass dies eine recht beliebte Touristenattraktion ist.

So wie schon gestern ist der heutige Rundweg rum und durch die Lagune auch einer aus der «Turnschuhwegfraktion». Für Ma ist es heute genau das richtige. Sie fühlt sich recht schlapp und angeschlagen.

Das Lagunengebiet gehört zu einem grösseren Feuchtgebiete (insgesamt rund 350 Hektar), das teils als Vogelschutzgebiet verwaltet wird. Die Lagune ist ein gutes Gebiet zur Vogelbeobachtung. Zu den häufig gesehenen Arten zählen u. a.:
- Pied Stilt / Poaka (Schwarzweissstelze)
- South Island Pied Oystercatcher / Tōrea (Südinsel-Austernfischer)
- Australasian Bittern / Matuku (Australische Rohrdommel)
- New Zealand Shoveller / Kuruwhengu (Neuseeland-Löffelente)
- Grey Teal / Tēte (Graukopfente)
- Grey Duck / Parera (Graue Ente)
- Scaup / Pāpango (Bergenten)
- Mit etwas Glück fliegt auch der New Zealand Falcon / Kārearea (Neuseeland-Falke) über die Feuchtwiesen.
Welche Vogelart wir eindeutig erkennen sind die vielen schwarzen Schwäne, die auf dem seichten See in der Lagune nach Nahrung suchen. Wir hören, dass diese Vögel aus ursprünglich aus Australien durch den Jet Stream bis hierher getragen wurden und sie hier ideale Lebens- und Brutbedingungen vorgefunden haben.

Am Stellplatz angekommen sehen wir, dass sich weitere Reisende eingefunden haben, die aus den Niederlanden kommen. Nach ein paar Minuten gesellt sich noch ein kleiner Van zwischen uns mit dem Ergebnis, dass es nun 2:1 für die Niederlande steht 😉
Ma muss ihren Kapriolen-spielenden Magen kurieren und legt sich etwas nieder.
So gegen 17 Uhr kommt der Regen dann doch noch über uns. Jo schaut in Manaaki hoffnungsvoll nach oben und sieht: DASS ES DOCH IMMER NOCH NASS WIRD!
Als die Verblendung abgeschraubt ist, sieht er, dass es an einer anderen Stelle als gedacht undicht ist und das Wasser in der Innenseite der Verblendung nach vorne runtergelaufen ist. Zur Abhilfe wird der (Müll-)Eimer drunter gestellt.
Seit gestern steht Jo mit einer Interessentin für Manaaki in Kontakt. Die ersten beiden E-Mails waren im üblichen Rahmen, um ein paar Fragen zu klären und Details auszutauschen. Doch dann scheint es plötzlich recht schnell gehen zu müssen. Wir sollen unsere Bankdaten weitergeben, damit der Verkauf so schnell wie möglich abgewickelt werden kann. Ariane arbeitet als leitender Ingenieur auf einer Offshore Plattform und hat nicht immer Internet und kein Telefonempfang. Ausserdem hat sie schon jemanden, der Manaaki in Empfang nehmen wird. Diesem Braten trauen wir nicht so recht. Jo macht den Vorschlag mit einem Kaufvertrag und allen benötigten Details bis hin zu einer Passkopie. Zusätzlich erkundigt er sich bei unserer Bank, ob wir ein «sicheres Konto» einrichten können.
Auch hier meinen leider einige Camper, dass so manche Regel nicht für sie gilt. Statt der erlaubten 3 Overnight-Campers stehen mit 6 Übernachtungs-Campern doppelt so viele da, wie erlaubt. Kein Wunder, dass die Stadtangestellten, die hier für die Sauberkeit sorgen, oftmals die Nase davon voll haben. Mehr Menschen führt unweigerlich auch zu mehr Müll und Vandalismus.





















Schreibe einen Kommentar