Als Jo den Zmorge-Kafi in der Camp Kitchen zubereitet, kommt er mit Margit und Wolfgang ins Gespräch. Sie stammen zwar beide aus Ostberlin und sind auch kurz vor der Wende erst nach West-Deutschland und kurze Zeit später letztendlich in die Schweiz gekommen, dürfen aber – wie Jo auch seit einigen Jahren – den Schweizer Pass ihr Eigen nennen. Und Engelberg ist jetzt nicht so weit weg, dass man sich im Sommer mal nicht sehen könnte…
Uns führt heute der Weg über den Te Anau – Milford HWY zur Milford Sound Lodge. Auf dem Weg durch den verwunschenen Wald zu Lake Gunn hören wir plötzlich schon wieder Schweizer Töne. Diese kommen von Jürgen und Barbara. Jürgen ist wie wir ein begeisterter Hobby Fotograf, dessen grosse Fotoliebe Blumen, Wälder und Bäume sind. Als ehemaliger Florist mit eigenem Geschäft im schönen Zug liegt das natürlich schon nahe.
Schnell kommen wir ins Gespräch und stellen fest, dass wir bestimmt mal zusammen eine Wanderung in den schönen Schweizer Bergen machen werden.

Als die Berge immer steiler und die Täler immer enger werden, merken wir, dass wir dem Milford Sound immer näher kommen. An so manchem Lookout müssen wir einfach anhalten; der Prachtstag mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel ist wie dafür gemacht.

Bis zum Homer Tunnel, der auch gleichzeitig die Passhöhe bei knapp 940 m ist, geht es mehr oder weniger ständig bergauf.
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Der Homer Tunnel ist ein technisches Schlüsselbauwerk. Er verbindet das Hollyford Valley mit dem Cleddau Valley und ermöglicht erst den ganzjährigen Strassenzugang zum Milford Sound. Der 1,27 Kilometer lange Tunnel wurde zwischen 1935 und 1953 überwiegend von Hand in massiven Granit gesprengt – unter extremen alpinen Bedingungen, Isolation und häufigem Lawinenrisiko. Der Tunnel liegt auf rund 945 Metern Höhe und fällt mit etwa 1:10 Gefälle steil in Richtung Milford Sound ab. Übliche Strassentunnel weisen ein Längsgefälle von meist 0-4 % auf; Werte bis 5 % gelten nur bei kurzen oder topografisch schwierigen Bauwerken als vertretbar. Stärkere Gefälle sind aus Sicherheitsgründen unüblich. Der Homer Tunnel stellt mit rund 10 % Gefälle eine technische Ausnahme dar und erfordert entsprechend vorsichtige Fahrweise. Besonders bekannt ist der Homer Tunnel für die häufigen Kea, die dort Autos und Besucher beim Warten vor dem Tunnel-Lichtsignal neugierig inspizieren. |
Auch heute sehen wir einen dieser neugierigen und intelligenten Vögel, wie er die Scheibenwischer und dann den kleinen Spalt an einem herabgelassenen Seitenfensters eines Auto inspiziert (dessen Fahrer es kaum wagt seinem eigenen Auto überhaupt noch nahe zu kommen 😉).
Ab dem Homer Tunnel geht es erst in einigen Spitzkehren steil bergab, um dann später kurvenreich bis auf Meereshöhe im Milford Sound anzukommen.

Um den Prachtstag weiter auszunützen, fahren wir direkt zu einem kleinen Rundweg bis zum Milford Sound Lookout. Jetzt bei Ebbe können wir sogar noch etwas weiter raus, um ein paar Fotos zu schiessen.

Unser Stellplatz in der Milford Sound Lodge könnte auch einer Parkbucht gleichen. Wäre es nach oben nicht so offen könnten wir meinen, dass wir im Franz Josef Campground sind. Dort wo Manaaki gerade so in den düsteren engen Stellplatz hineinpasste. Angebot und Nachfrage bestimmen auch hier den Preis. Der einzige (offizielle) Übernachtungsanbieter ist die Milford Sound Lodge. Die Nachfrage ist gross und der Preis ist mit 120 NZD entsprechend hoch – mehr als 3-4 mal so teuer wie unsere sonstigen Stellplätze. Dafür hat er auch luxuriös ausgestattete Badezimmer, Küche und Launch.
Erst sagt uns Jo’s schlaues Telefon, dass der Sonnenaufgang am Sound morgen um 8:17 Uhr ist, dann finden wir noch was Schlaueres heraus, dass die Sonne nämlich schon um 6:38 Uhr aufgeht. Da der Wetterbericht noch am Morgen noch gut ist, möchten wir gerne den frühen Morgen und Sonnenaufgang am Sound zu erleben! Somit steht der Wecker schon auf 5:20 Uhr fest. Nur mit einem Zmorge-Kafi in der Thermoskanne «bewaffnet» wird’s dann los gehen.
Was daraus geworden ist, erfahrt in ein andermal…































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