
Schon oft haben wir den Hinweis gelesen, dass ab 10 Uhr der übliche Check-out ist und ab dann auch alles gereinigt wird, was es zu reinigen gibt. Hier in der Curio Bay ist der Hinweis auch Programm: Fast mit Glockenschlag um 10 Uhr ist alles wegen «Reinigungsarbeiten» geschlossen – der Code zum Eintritt in das «Versorgungshäuschen» ist ungültig. Doch kein Problem – die SuperBowl wird auch draussen auf dem Feld unterm Wasserhahn blitzblank sauber.
«Was jetzt, bleiben wir noch einen Tag, oder geht’s doch weiter?» Irgendwie scheint sich ein Wurm in die Planung eingeschlichen zu haben. Ein Bandwurm? Stückli für Stückli wird im Moment ad hoc geplant. Die Schulferien sind rum und es muss nicht mehr viel vorreserviert werden.
Es geht dann doch «ausserplanmässig» weiter. Zuerst hier in der Curio Bay zum Petrified Forest, dem versteinerten Wald unten auf der breiten, felsigen Küste, die bei Flut täglich überspült wird. Wenn man es nicht mit eigenen Augen sieht, kann man sich nicht vorstellen, dass in dieser felsigen Küste versteinerte Reste eines Waldes zu finden sind, die mehr als 170 Mio. Jahre alt sind. Hier turnen wir auf der Suche nach den versteinerten Bäumen zwischen all den grossen Steinen und flachen Felsplatten umher. Ausserdem könnte es ja sein, dass sich einer der grossen Gelbaugen-Pinguine bei Tage hier an Land verirrt…?
Auf dem Weg nach Owaka gibt’s den ersten Aussichtshalt am Lake Wilkie. Der ist zwar ganz nett, aber eben auch nur so ganz nett. Aber wenn man nicht da war, war man auch nicht da und weiss es nicht. Wir wissen es jetzt!
Nicht viel später fahren wir rechts ran, um den Blick auf die schön gebogene, menschenleere Tautuku Beach auf uns wirken zu lassen. Doch damit sind wir für heute noch nicht am Ende… Auch die Matai Falls sind als nächster Halt schnell vom Parkplatz zu erreichen. Wer keine Wasserfälle kennt, oder ein Liebhaber solcher Naturereignisse ist, findet sicherlich grossen Gefallen an diesem Wasserfall 😉 Die angepriesenen Horse Shoe Falls nur 2 min. weiter oben sind eher mit einer kleineren Brause, oder einer breiten Gieskanne, als mit einem Wasserfall zu vergleichen. Aber es kommen unterwegs ja noch die Purakaunui Falls…
Diese lassen auch nicht lange auf sich warten. Auf dem Weg dorthin sehen wir schon den breiteren Purakaunui River uns gemächlich entgegenfliessen. So werden die Fälle wohl auch etwas grösser und beeindruckender ausfallen?! In 3 breiter werdenden Stufen sehen wir den Purakaunui River hier herunterfallen. Er ist ganz hübsch anzusehen und sicherlich der beeindruckendste Wasserfall, den wir heute gesehen haben. Bei diesen Wasserfällen finden sich auch eindeutig mehr Schaulustige ein.
Während wir weiterfahren, kommen wir immer mal wieder an kleineren und wieder grösseren Schafherden vorbei. Schafe müssen sich irgendwie doch noch lohnen. Jedenfalls die weissen, wie wir sie kennen. Blair, der Hirschfarm-Farmer hat noch ein paar dunkelbraune zottelige Bergschafe vom Voreigentümer der Farm mit übernommen. Irgendwann, wenn das Fell zu lang und zu dicht geworden ist, muss er sie wohl scheren lassen. Gemäss seinen Aussagen will niemand die dunkellbraune Wolle haben. Er wird sie wohl, wem auch immer, umsonst anbieten. Die Kosten des Scherens wird er jedenfalls nicht hereinbekommen.
| In Neuseeland hat sich die wirtschaftliche Bedeutung der Schafhaltung in den letzten Jahren deutlich verschoben. Während Schafe traditionell stark mit der Wollproduktion verbunden waren, ist Wolle heute für viele Betriebe kaum noch ein wirtschaftlicher Faktor. Die Preise für grobe neuseeländische Wolle sind seit Jahren niedrig, sodass die Erlöse häufig nicht einmal die Kosten für das Scheren decken. Das Scheren ist dennoch notwendig, vor allem aus Gründen der Tiergesundheit, wird aber vielfach als reiner Kostenfaktor betrachtet. |
Der eigentliche wirtschaftliche Ertrag einer Schafsfarm stammt heute fast ausschliesslich aus der Fleischproduktion, insbesondere aus dem Verkauf von Lämmern. Lammfleisch erzielt auf den Exportmärkten weiterhin vergleichsweise stabile Preise und bildet die zentrale Einnahmequelle. Dennoch stehen viele Schafbetriebe unter Druck, da gleichzeitig Kosten für Arbeit, Futter, Transport und Betriebsmittel gestiegen sind. Die Rentabilität klassischer Schafsfarmen ist daher oft gering, und viele Landwirte setzen verstärkt auf Mischbetriebe oder erhöhen den Rinderanteil. Insgesamt lohnt sich die Schafhaltung in Neuseeland heute vor allem als Fleischproduktion, nicht mehr als Wollgeschäft.
Kurz vor Owaka meint Ma, dass sie sich mit der Navigation vertan hat und sie uns woanders hin navigieren wollte. Dann sieht sie, dass es ja doch der Ort ist, wo sie eigentlich hin wollte. Das kann man getrost als Magie der Navigation bezeichnen 😉
| Die Catlins – woher kommt dieser Name? Er hat nichts mit Katzen zu tun 🐈 😸 Die Catlins an der Südostküste Neuseelands sind nach Captain Edward Cattlin (ursprüngliche Schreibweise, die sich im Laufe der Zeit von Cattlins in Cattins änderte) benannt. Er war ein Walfänger, der im Jahr 1840 kurz vor der Unterzeichnung des Vertrags von Waitangi Land von einem lokalen Māori-Häuptling namens Tuhawaiki in der Region um den Catlins River erwarb. Die Region ist bekannt für ihre raue Küstenlandschaft, Wasserfälle, seltene Wildtiere (Neuseeländischer Seelöwe / Hooker’s Sea Lion / Whakahao, Gelbaugenpinguin / Hoiho, südlicher Königslöffler / Royal Spoonbill etc.) und das Gebiet um den Catlins River, der in den 1860er Jahren der Holzindustrie diente. |
Gleich sind wir auch schon da, so machen wir unsere Brotzeit gleich vor Ort. Vor Ort heisst in diesem Fall in der Thomas’s Catlins Lodge. Diese ist ein ehemaliges Spital aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Wobei das Wort Spital im eigentlichen Sinne nicht ganz richtig ist. Die Thomas’s Catlins Lodge ist ein 100 Jahre altes ehemaliges Entbindungsheim und Altenheim, das einen Grossteil seiner ursprünglichen Struktur bewahrt hat. Hier weht noch der Charme der 50er Jahre durch die Gänge. Manches sieht ein wenig über die Jahre hinweg zusammengewürfelt aus, doch macht dies gerade den Reiz dieses kleinen heimeligen Ortes aus.
Hier werden wir 2 Tage verweilen. Sollte die Sonne weiterhin so scheinen, sind wir mit unserem Solarpanel zur Stromerzeugung bestens bedient.






































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