Türkisblaue Seen

Veröffentlicht in: Neuseeland, Südinsel | 0

Während draussen ein warmer trockener Föhnwind durch das Tal weht, wird Jo mit argem Kopfweh am Morgen wach. Ob Jo im Alter auch noch wetterfühlig wird? Wie dem auch sei, der Tag beginnt mit einem Kafi und Geburtstagsgrüsse in Jo’s alte Heimat nach Köln. Immer wieder fallen zwischen Sonnenschein, Wolkenfetzen und grauer Wolkendecke Regentropfen vom Himmel. Hauptsache es wird nicht mehr und auch ja nicht kälter.

Am Vormittag schnürt Ma ihre Wanderschuhe, um mit Jo zusammen den Benmore Peninsula Loop und auf den Island Lookout zu marschieren. Dafür geht’s erst Mal mit Manaaki auf den Benmore Staudamm.

Der Wanderweg teilt sich gleich für Wanderer und Mountainbikefahrer auf. «Das ist doch mal eine gute Sache», denken wir uns. Je weiter wir kommen, um so mehr können wir die Aussicht auf den grossen und sehr verzweigten Lake Benmore geniessen, der ja eigentlich ein Fluss ist, nur durch Menschenhand zu einem künstlichen See wurde. Der Weg geht mal in Schlaufen, mal etwas steiler hinauf.

Mit Jo auf der Wanderung am Lake Benmore unterwegs
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Als wir schon fast wieder bei Manaaki ankommen, fällt Jo auf, dass er sein blaues Chäppli verloren hat. Zum einen weil es in am Herzen liegt, aber zum anderen auch um die Landschaft nicht mit unnötigem Abfall zu belasten, möchte er nochmals hoch auf den Berg und den ganzen Weg nochmals ablaufen. Ma kann da nur mit den Augen rollen. Um aus den 1 ½ Std. Rundweg weniger zu machen, nimmt Jo so manchen Abschnitt im Laufschritt, hinunter sowieso. Doch sein geliebtes Chäppli bleibt verschollen. Dazu muss erwähnt werden, dass er es ja selbst beim frühen Fotoshooting am Milford Sound als Strandgut fand. Er kann nur hoffen, dass es ein drittes Leben für das Chäppli gibt…

Auf dem Weg zum Mt. Cook National Park fällt uns auf, dass sehr viele Autos unterwegs sind. Auch der kleine Ort Twizel wird fast von Menschen überrannt. «Aha», kommt es von Ma, «heute ist Waitangi Day, ein Feiertag bzw. langes Wochenende für die Kiwis».

Der Waitangi Day am 6. Februar ist Neuseelands bedeutendster Nationalfeiertag und markiert die Unterzeichnung des gleichnamigen Vertrages im Jahr 1840. An diesem Tag trafen sich Vertreter der britischen Krone und über 40 Māori-Häuptlinge in der Bay of Islands, um das Gründungsdokument des modernen Neuseelands zu besiegeln. Interessant ist vor allem die gesellschaftliche Relevanz: Da die englische und die Māori-Fassung des Vertrages unterschiedlich interpretiert werden können, ist der Tag oft Schauplatz lebhafter politischer Debatten über Souveränität und Landrechte. Besonders beim Begriff „Souveränität“ gab und gibt immer noch zu Anlass zu Diskussionen. Daher ist dieser Tag ein ein „unbequemer“ Feiertag: Da der Vertrag oft verletzt wurde, ist der Tag bis heute ein Ort für politische Diskussionen, Proteste und Debatten über die Rechte der indigenen Bevölkerung. Der erste offizielle Waitangi Day wurde 1934 begangen, seit 1974 ist er ein gesetzlicher Feiertag.

Kurz vor unserem Ziel machen auch wir, wie viele andere auch, am bekannten Peter’s Lookout einen «must have» Stopp, um das Panorama von Lake Pukaki zu geniessen. Es ist nicht nur diese eindrucksvolle Landschaft, die die Menschen hier zum Verweilen einlädt, es ist hauptsächlich DIESE Farbe des Sees. Er glänzt in einem so hellen Türkisblau, dass man meinen könnte, es wäre eine künstliche Farbe.

Dieser faszinierende Anblick entsteht durch fein zermahlenes Gesteinspulver, das sogenannte Gletschermehl, das von den mächtigen Eisströmen der Südalpen direkt in den See gespült wird. Da diese Partikel extrem winzig sind, sinken sie nicht ab, sondern schweben im Wasser und reflektieren das Sonnenlicht auf eine Weise, die nur diese strahlenden Blau- und Grüntöne zurückwirft.

Lake Pukaki vom Peter's Lookout aus mit Berglandschaft dahinter
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Wir finden mit Manaaki den besten Platz im ganzen DOC Campground: Ganz am Rand, mit «unverbaubarer Sicht» auf das Tal vom Lake Pukaki.

Nach einem ersten Erkundungsspaziergang sehen wir, dass die angedachte Wanderung für morgen so leider nicht machbar ist. Die zweite Hängebrücke, die uns ins Hooker Valley führen sollte, ist wegen Bauarbeiten gesperrt und es gibt keine andere Möglichkeit, den reissenden Gletscherfluss zu überqueren.

Die Wolkendecke gibt einen kleinen Blick auf die mächtigen Berge frei
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Für morgen müssen wir uns etwas anderes überlegen…

 

 

 

 

 

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