Als unser Kafi durch den Filter läuft, leert sich der Campground schon wieder zusehends. Für uns liegt erst noch Zmorge an, danach machen auch wir uns auf zu neuen Abenteuern. Wir sind sehr dankbar, dass wir für einmal nicht schon um 10 Uhr «rausgeworfen» werden – hier im Mt. Somers Holiday Park darf man nach Absprache mit der Rezeption bis 11:30 Uhr bleiben 😉

Bis zur Mt. Potts Lodge müssen wir erst noch 45 km fahren. Das sollte doch in etwas mehr als einer Stunde zu machen sein, auch wenn genau die Hälfte der Strecke über staubige Schotterstrasse zu fahren ist.
Trotz des Regens der vergangenen Nacht, bläst der warme Westwind, der trocken über die Südalpen weht, wieder Staubwolken vor sich her.

Die Mt. Potts Lodge liegt fast am Ende der Schotterstrasse. Danach kommt nicht mehr viel anderes, nur noch eine Farm. Etwas abgeschieden, sozusagen. «Auf dieser Strasse wird nicht viel los sein», denken wir uns, als wir Manaakis Motor starten. Doch das war ein klarer Fall von Denkste…

Nachdem wir nach Mt. Somers die Asphaltstrasse hinter uns lassen, geht’s auf der staubigen Schotterstrasse weiter. Zu anfangs der Piste lässt ein Schäfer seine Schafherde die Strasse queren. Noch etwas aufgeregt ob des neuen Ortes, erkundigen sie neugierig ihr neues Terrain.
In der Potts Lodge ankommen, sind wir, wie Ma am Telefon schon gesagt wurde, ganz allein. Es hat genügend Platz, wir sollen uns einen aussuchen. So gegen 18 Uhr komme dann jemand vorbei. Wir lassen Tisch und Stühle als Platzhalter stehen, um uns an DEN Ort des Geschehens zu bewegen.

Was Ma schon wusste, wird nun auch Jo gewahr. Hier oben mitten im Tal gibt es einen für Fantasy Liebhaber ganz wichtigen Hügel, den Mount Sunday bzw. im Film der Ort Edoras.
Auf diesem Hügel wurden vor 25 Jahren Teile der «Herr der Ringe» Filme gedreht und dafür auch extra ein kleines Dorf als Filmkulisse erbaut. Diese wurden zwar auf Anweisung der Regierung wieder abgebaut, doch trotzdem ist der Ort für Liebhaber der Filme ein Ort, an dem man gewesen sein muss!!! Somit steht man auf einem Hügel und muss sich den Rest dazu gedanklich vorstellen (so gut es eben geht 😉).
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Edoras ist die Hauptstadt des Königreichs Rohan in J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“. In den Filmen ist Edoras der zentrale Ort für die Handlung in Rohan, wo Aragorn, Legolas, Gimli und Gandalf auf den von Gríma Schlangenzunge beeinflussten König Théoden treffen. Die von König Eorl gegründete Stadt liegt am Fuße der Weissen Berge (Ered Nimrais) und beherbergt die Goldene Halle Meduseld. Als Regierungssitz der Könige von Rohan, darunter Théoden, ist sie ein zentraler Ort für die Rohirrim. Für die Dreharbeiten wurde Edoras in Neuseeland auf dem Mount Sunday (Ashburton District) originalgetreu nachgebaut. |
Von der Ferne können wir schon einen Tourbus aus Christchurch ausmachen, aus dessen Bauch sich die Filmliebhaber nach oben auf den Weg zum Mt. Sunday machen. Oben angekommen, sehen wir sie auch schon die Nerds, wie sie die Schwerter und Gimlis Axt schwingen. Nach einer scheuen Frage dürfen auch wir das magische Schwert in den Händen halten und damit vor unseren Kameras posieren 😁
In der Lodge treffen wir wieder auf diese Gruppe, die sich hier zu einem Snack eingefunden hat.
Statt selbst den Kochlöffel zu schwingen, lassen wir uns zum Znacht von der Menükarte der Lodge verwöhnen. Hier kommen wir mit Bruno und Letitia aus Paris ins Gespräch. Die beiden sind zu Fuss als «Tramper» auf einer Weitwanderung durch fast ganz Neuseeland unterwegs. An manchen Tagen kommen sie vor lauter Flussdurchquerungen nicht aus den nassen Schuhen heraus. Das meiste Gewicht, das sie tragen müssen, ist Wasser und Nahrung für die benötigte Etappe. Ansonsten beschränken sie sich selbstverständlich auf das Minimum. Hochachtung vor den beiden, die unserem Alter nicht viel hintenanstehen!
Zum Schluss des Tages haben wir noch einen VideoCall mit Jens, der gerade in Dubai in Ferien ist, aber eigentlich in Deutschland ein Wohnkabinen Center betreibt. Wir sind, wie ihr wisst, schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem passenden Wohnfahrzeug für uns in Europa. Leider sind wir bisher in der Schweiz nicht fündig geworden für ein Gebraucht-Pickup mit Wohnkabine. Neu können und wollen wir uns dies nicht leisten…
Unser Favorit ist im Moment ein Angebot von Jens mit rotem, 6-jährigem Pickup und silbriger, 10-jähriger Wohnkabine. Natürlich sind wir als Schweizer mit Fug und Recht stolz auf unser Land, doch was ein Fahrzeug-Import – und im Speziellen die Kombi PickUp/Wohnkabine – betrifft, könnte die Schweiz sich schon an die deutschen Angaben angleichen. Die sind ja auch schon sehr gut! Wenn wir diesbezüglich die Schweizer Hürden nicht überspringen können, werden wir uns von diesem Traum verabschieden müssen.
Wir lernen uns im VideoCall etwas besser kennen und können einige Fragen erörtern. Zum Schluss vereinbart Jens für uns mit Moritz, einem Angestellten in Deutschland, einen Besichtigungs-VideoCall für morgen: Moritz wird uns eine Tour zum PW und Wohnkabine geben.
So gehen etwas aufgewühlt, mit wirren Gedanken und doch noch vielen offenen Fragen ins Heihabettchen…
















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