Ōkiwi Bay & Havelock im Marlborough Sound

Veröffentlicht in: Neuseeland, Südinsel | 0

Die Nacht war einfach nur schrecklich. Ob es am Espresso lag, den wir nachmittags noch bei Annette im Café zum Glacé getrunken haben, oder ob es am strömenden Regen liegt, der plötzlich auf Manaakis Dach trommelt, wissen wir letztendlich nicht. Jedenfalls wachen wir mehrmals in der Nacht auf. Während Ma mal besser, mal etwas schlechter wieder einschläft, quält sich Jo mehr wach als schlafend durch die Nacht. Entsprechend fühlt er sich jetzt am Morgen wie durch den Wolf gedreht. Doch heute kann er nicht liegenbleiben, heute verabschieden wir uns (für die nächsten 10 Jahre?) von unserer liebgewonnen Cable Bay. Nicht nur dass es immer wieder regnet, nein auch die sommerlichen Temperaturen sind leider verschwunden…

Bevor wir direkt zum heutigen Übernachtungsplatz, dem Havelock Holiday Park fahren, machen wir einen Abstecher zum kleinen Küstenörtchen Ōkiwi Bay. Der Weg dorthin ist sehr eng und kurvenreich. Da nicht viel Verkehr herrscht, ist dies eine schöne Ausfahrt für uns alle.

Im kleinen Ōkiwi Bay angekommen sehen wir, dass das Örtchen wohl fast ausschliesslich aus Ferien- und Wochenendhäusern besteht. In allen Häusern, an denen wir vorbeikommen sind die Rollläden unten. Weil auch hier das Wetter wechselhaft ist, bleibt es bei einem kurzen JoMa Strandsspaziergang.

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Der Havelock Holiday Park Campground ist jetzt nicht gerade der Schönste, aber er erfüllt seinen Zweck. Heute benötigt Ma für einen weiteren VideoCall nochmals gutes Internet und zum anderen machen wir morgen eine etwas spezielle Bootstour. Und dafür ist der Campground perfekt. Während Ma sich auf ihr Telefonat vorbereitet, schläft Jo den Schlaf des Gerechten.

Jo geniesst sichtlich seine Greenlip Muscheln im Mussel Pott Restaurant
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Nach 1 ½ Std. Augenpflege lassen wir uns im Mussel Pot mit Greenlip Musels und Fish’n Chips verwöhnen. Während sich Jo über seine Muscheln freut, steht Ma diesem Meeresgetier etwas skeptisch gegenüber. Schlussendlich sind beide satt und glücklich mit ihren gewählten Essen. SO sollte es ja auch sein!

Die neuseeländische Grünlippmuschel (Perna canaliculus), die ausschliesslich in den klaren Gewässern rund um Neuseeland vorkommt, ist weit mehr als nur eine Delikatesse der lokalen Küche. Bekannt als das „Geheimnis der Maoris“, fiel sie Forschern auf, weil die an der Küste lebenden Ureinwohner deutlich seltener an Gelenkbeschwerden litten als ihre Verwandten im Binnenland.

Das Besondere an dieser Muschelart ist ihr Gehalt an Glykosaminoglykanen (GAG) – natürlichen Baustoffen für Knorpel, Sehnen und Bänder, die im menschlichen Körper für die Gelenkschmiere wichtig sind. Zudem enthält sie spezielle Omega-3-Fettsäuren, denen entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden, was sie zu einem beliebten Mittel bei Arthrose und Rheuma macht.

Interessanterweise wächst die Muschel in einer der nachhaltigsten Aquakulturen weltweit heran, vor allem in den Marlborough Sounds. Dort hängen sie an kilometerlangen Seilen im Meer und filtern wertvolle Nährstoffe und Mineralien wie Magnesium, Calcium und Eisen direkt aus dem Wasser.

Während sie in der gehobenen Gastronomie oft gegrillt oder gedünstet serviert wird, wird sie für den medizinischen Gebrauch gefriergetrocknet, um die empfindlichen Wirkstoffe im Extrakt zu erhalten.

Ma’s Telefonat ist dann doch wesentlich länger und anspruchsvoller als zuerst gedacht. Als alle schon tief und fest schlafen, krabbeln wir auch in unser Heihabettchen.

 

 

 

 

 

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