Es gibt nicht viel Schöneres auf der Welt, als an einem lauen Morgen mit Sonne geweckt zu werden. Während Nina & Clément, unsere jungen französischen Nachbarn, sich schon auf die Wanderung zu den Pinnacles machen, dürfen wir noch unserem Kafi und das Zmorge frönen.
Doch auch in unserer Agenda des Tages ist die Wanderung zu den Pinnacles eingetragen. Dazu gibt es auf der Online-Karte drei Möglichkeiten: Bis zum Aussichtspunkt und wieder zurück oder bis zum Aussichtspunkt hin und den Lower Track wieder retour, sozusagen als kürzerer Loop, oder bis zum Aussichtspunkt und über den Upper Track zurück, quasi den langen, insgesamt 6 km langen Loop. Wegen der starken Regenfälle der letzten Tage und auch wegen des Sturmes im Januar sind der Lower und Upper Track leider gesperrt. Somit bleibt nur die Möglichkeit bis zum Aussichtspunkt und wieder retour. Diese Info bekommt Jo von einem freundlichen Park Ranger, als er sich nach der Wanderung erkundigt.
Das eigentliche Flusstal mit den schönen Zinnen ist somit leider nicht mehr erreichbar. Es ist ein weiterer Drehort von Lord of the Rings – der „Pfad der Toten“ (Dimholt Road): Aragorn, Legolas und Gimli durchqueren diese bizarren Erdpyramiden auf dem Weg zur Armee der Toten.
Wegen des vielen Regens der letzten Tage sind wir froh um unsere hohen Wanderschuhe mit den griffigen Sohlen. Der Weg ist teilweise recht schlammig, matschig und von den vielen Wanderern ausgetreten. Bei den ganzen Treppenstufen kommt Ma sich wie auf der Wanderung am Mt. Cook vor. Doch hier sind es eindeutig weniger Stufen, und auch der Weg ist kürzer.
Nach einer ¾ Std. stehen wir am Lookout mit Sicht auf die Pinnacles. Es sind beeindruckende Erdpyramiden (Hoodoo-Formationen), die durch massive Erosion von 7–9 Millionen Jahre altem Konglomeratgestein entstanden sind. Aus diesem Grund besteht auch die ständige Gefahr von herniederkommendem Geröll und Felsen.
Bei Manaaki wieder angekommen sehen wir, dass unsere lieben französischen Nachbarn uns eine Trinkwasserspende mit einem kleinen Zetteli hinterlassen haben. So haben Nina & Clément unseren morgigen Kafi gerettet ☕️😋

Zügig wird alles zusammengepackt. Unser nächster Übernachtungsplatz in Ngawi ist zwar nur knappe 20 km entfernt, aber wer zuerst kommt, malt zuerst: Es ist ein Freedom Camping – daher kostenlos – und direkt am Meer gelegen. Diese Plätze sind in der Regel heiss begehrt. Wie auch schon auf der Strandwanderung sehen wir auch auf dem Weg nach Ngawi, dass sich das Meer immer wieder einiges von der Strasse und der Uferböschung abgegraben hat.
Wir finden ein tolles Plätzli, wirklich direkt am Meer! Keine 10 Schritte von uns entfernt sehen wir, wie die Wellen ans Ufer schlagen. So sollte ein Platz am Meer immer sein! Jo gönnt sich erst beim Capitains Table eine kleine Stärkung. Bei Manaaki zelebriert Ma für beide noch eine dazu 😁
Jetzt heisst es: Strandwanderung mit Paua-Suche.
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Pāua ist der neuseeländische Name für die Abalone. Sie ist streng genommen eine Gattung der Meeresschnecken und kommt einzig und alleine in den Gewässern Neuseelands vor. Für ihren Fang gelten strenge Regeln. Die Muscheln dürfen nur mit der traditionellen Methode des „Freitauchens“ gefangen werden. Hierbei ist die Verwendung von Tauchausrüstungen strengstens verboten. Das Wort stammt aus der Sprache der Māori und bezeichnet im Speziellen die in Neuseeland heimische Art Haliotis iris (Schwarzfuss-Abalone). Pāua ist für ihre irisierende, farbenprächtige Schale in Blau-, Grün- und Violetttönen bekannt, und wird in Neuseeland oft als „Opal des Meeres“ bezeichnet. Die seitlichen Löcher der Muschelschale dienen der Atmung, der Fortpflanzung und des Abtransportes der Ausscheidungen. Für die Māori hat die Pāua eine kulturelle Bedeutung und gilt als Taonga – ein wertvoller Schatz -, der sowohl als Nahrungsquelle als auch für Schmuck geschätzt wird. |
Je später am Nachmittag, um so voller wird auch dieser kleine Freedom Camping. Hatten wir erst noch auf etwas Abstand zueinander gehofft, werden wir regelrecht von unserer Nachbarschaft eingekeilt. Während wir quer zur Beach stehen und uns somit noch etwas Platz zur Verfügung haben, stehen die anderen fast auf Tuchfühlung eng beieinander. Naja, für eine Nacht wird es schon gehen.
Nach längerer Abstinenz dürfen wir endlich wieder einmal die Sonne im Meer untergehen sehen. Wobei sie von hier aus gesehen nicht im Meer, sondern hinter der Südinsel versinkt. Schemenhaft können wir ein paar Konturen von Bergen der Südinsel im dahinter strahlenden Sonnenlicht erkennen… Einfach traumhaft schön!

Immer mehr kommt der Wind aus Nordwesten auf – wir sind froh, steht Manaaki mit der Schnauze im Wind, sonst hätten wir wieder einmal eine schaukelige Nacht vor uns.










































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