Glühwürmchen in der Milky-Way-Höhle in Waipu

Veröffentlicht in: Neuseeland, Nordinsel | 0

Gestern Abend, kurz vor dem Eindunkeln, kamen doch tatsächlich noch zwei weitere Übernachtungsgäste, bzw. 2 Vans mit 3 Gästen und insgesamt 3 Surfboards. Wobei ein Van keines auf dem Dach hatte. Ende der schweren Denksportaufgabe 😂

Auch heute werden wir mal wieder unserem Ruf als «Zuletzt-Auschecker» gerech; wobei uns das überhaupt nicht in Verlegenheit bringt, sondern das sichtbare Zeichen ist, dass wir es nicht eilig haben. Denn DAS hatten wir lang genug (in unserem (Arbeits-) Leben).

Der Regen hat auch was Gutes. Nicht nur für die Pflanzen und Tiere, nein auch für die sonst so staubigen Schotterstrassen. Heute ziehen wir mal keine wehende Staubfahne hinter uns her.

Heute ist unsere Fahrt nur unwesentlich länger als gestern und da war es nur eine knappe ¾ Stunde.

Kaum fahren wir im Waiku Caves Farm Park vor, wo alles noch recht neu und irgendwie unfertig aussieht, müssen wir schon hetzen. In 25 min., um 14.20 Uhr geht unsere 1 ½-stündige Führung in die Waiku Caves los.

Die Waiku Cave bzw. Höhle ist für ihre sog. Glowworms (Arachnocampa luminosa), nicht zu verwechseln mit den deutschen Glühwürmchen, bekannt. Dabei handelt es sich um durchsichtige wurmförmige Pilzmückenlarven, die an den Decken hängen. Diese Larven lassen lange klebrige Fäden herunterhängen. Durch das bläuliche Licht am Ende ihres Körpers werden Insekten angelockt, die sich in den Fäden verfangen. Die Larve holt den Faden mit der Beute anschliessend ein. Das bläuliche Licht wird aus Luziferin mit Hilfe des Enzym Luziferase erzeugt. Eine hungrige Larve leuchtet heller als eine, die gerade gefressen hat, ebenso leuchtet eine ältere Larve mehr als eine junge.

Arachnocampa luminosa, in Maori Titiwai und im englischen Glowworm genannt, ist eine Art der Langhornmücken (Keroplatidae), die in Neuseeland endemisch ist. Sowohl die Larven als auch die Imagines sind biolumineszent, worauf sich auch der wissenschaftliche Artenname Arachnocampa luminosa, bezieht. Die Art kommt in feuchten Höhlen, Grotten, in Erdspalten, an Abhängen, unter Baumwurzeln, überhängenden Felsen und windstillen, feuchten Plätzen im Wald vor. Glowworms kommen sowohl auf der Nordinsel als auch auf der Südinsel Neuseelands vor. Die Art ist verbreitet, aber durch Verlust des Lebensraumes durch Landwirtschaft und Abholzung in isolierte Populationen geteilt.

Unsere junge Führerin Nina kennt sich bestens mit der Entstehung des Höhlensystems aus. Immer weiss sie etwas Interessantes zu erzählen. Der Höhepunkt ist die ca. 15-minütige Pause in einem atrium-artigen Höhlenraum. Bei vollkommender Dunkelheit sehen wir immer mehr und immer deutlicher tausende und abertausende kleiner leuchtenden Glühwürmchen. Faszinierend ist der einzig passende Ausdruck hierfür! 🤩

In diese Höhle gehts rein, um die Glow Worms zu erleben
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Auch wenn durch die Höhle ein schnellfliessender Bach rauscht, kommen wir alle trockenen Fusses hin und auch wieder retour. Kaum zu glauben, dass sich das menschliche Auge so an Dunkelheit gewöhnen kann, dass es selbst nur durch das Glimmen der Glowworms etwas wahrnehmen kann und den Weg zurück findet, ohne gross zu stolpern. Nach gut 1 ½ Std. sind wir wieder wohlbehalten zurück im Tageslicht.

Einsam stehen wir auf dem Campground, der zur Glow Worm Höhle gehört
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Noch ist kein Ostern und noch sind keine Osterferien. So sind wir auch heute wieder die einzigen Übernachtungsgäste hier im Waiku Caves Farm Park. Doch im Unterschied zu den letzten Abenden wiegt uns heute kein Meeresrauschen in den Schlaf. Hier ist es absolut ruhig. Nur ab und zu ist das Zirpen einer Zikade zu hören. Sonst nichts!

 

 

 

 

 

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