Mit nur einem Kafi im Bauch rumpeln wir nur etwas später los, als wir uns es gestern Abend noch vorgenommen hatten. Im Rückspiegel sehen wir, dass wir heute doch tatsächlich die Ersten sind, die den Campground verlassen. «Das können nicht wir sein, das ist uns ja noch nie passiert», tönt es erstaunt aus unseren Mündern. Sonst sind wir doch eher der Besenwagen, nach dem sonst niemand mehr kommt
Weil wir auch so früh unterwegs sind, kommt uns bergauf auf den nächsten 10 km, die wir bis zum Parkplatz des Te Papakura o Tarinaki Visitors Centers fahren, auch niemand entgegen. Manaaki fährt uns von gut 200 m auf 955 m ohne Anstrengungen hinauf auf die Flanken des Vulkans Taranaki. Mit Martha wäre das so nicht gegangen, Eneli hätte zu kämpfen gehabt.

Oben am Parkplatz angekommen sehen wir allerdings, dass wir nicht die Ersten und auch nicht die Einzigen sind. Ging die Strasse schon steil hinauf, ist der Wanderweg nicht minder steil. Bis zur «Baumgrenze» kommen wir uns wie in einem dichten Dschungel vor. Nur der Weg ist frei, sonst herrscht dichtes Grün um uns herum.
Nach gut 200 Höhenmetern und 1 ½ Std. kommen wir aus dem grünen Dickicht heraus. Ab jetzt können wir die Aussicht geniessen, wenn der Nebel es denn zulässt.

Doch diesbezüglich hat er nicht immer Erbarmen mit uns. Es ist manchmal eine dicke Nebelsuppe, in der man nur 5 m weit sieht und weder freie Sicht zum Kraterrand hoch hat, noch auf das tief unter uns liegende Umland. Daher entfällt heute auch das obligatorische JoMa Selfie 😉
Doch manchmal haben wir auch Glück und der Nebel lichtet sich.

Wir sind schon wieder auf dem Retourweg zum Parkplatz, als wir Paul mit seiner Frau aus Kanada auf dem Weg treffen. Sie sind bergauf unterwegs, wir bergab. All die Orte die wir in Kanada bereisten, kennen sie so gut, wie ihre Hosentasche. Whitehorse, Chicken, Banff, Yukon, Alaska und Top oft he World Highway kennen sie nur zu gut 😉 Wir alle 4 sind weit von unserer jeweiligen Heimat und doch kennen wir gemeinsame Orte in dieser grossen weiten Welt. Nach einem kurzweiligen Verschnaufpausen-Gespräch werden sogar Adressen getauscht!
Unser Tageshöhepunkt liegt heute bei 1’523 m. Somit haben wir fast 570 Hm bewältigt. So untrainiert wie wir sind, reicht uns das vollkommen. Unser Freund Markus Ruckstuhl wollte uns dazu überreden, mit ihm den GHT (Great Himalaya Track) zu machen – quer durch Nepal von Ost nach West über 111 Tage. Er ist nun schon seit gut einem Monat fleissig dabei. Wir glauben unsere 570 Hm macht er mittlerweile schon mal kurz vor dem Zmorge. Seine Mitwanderer und er bewältigen an manchen Tagen min. das Doppelte an rauf und runter! Für uns wäre dies im Moment eine zu grosse Strapaze!
Zum Whangamomona Campground fahren wir heute über den Forgotten World Highway. Schon vor 10 Jahren hatte es uns diese einmalige Panorama-Strasse Neuseelands angetan: Ländlich, kurvenreich, grün und mit vielen Hügeln und Schafen. Neuseeland pur!

Wie schon bei unserem letzten Besuch ist auch heute kaum ein Fahrzeug auf der Strasse unterwegs. Somit können wir diese Ausfahrt auch so richtig geniessen.
Am Ortseingang von Whangamomona werden wir in der Republik Whangamomona begrüsst. Hmm, was dies wohl bedeuten mag?
Wir finden ein nettes Plätzchen im örtlichen Campground – ländlich, mit freilaufenden Hühnern und Pferden und einem mürrischem aber irgendwie auch herzlichem Host. Hier ist nur Bares wirklich Wahres… Er meint, wir hätten leider Pech. Das Pub des örtlichen Hotels würde erst morgen öffnen – nach einem Besitzerwechsel seien sie sich erst am Organisieren. Aber sonst wäre ein Besuch durchaus empfehlenswert, z.B. Morgen ab dem Mittag.
Ausser uns vieren (JoMaMo mit Manaaki) steht nur noch ein weiteres Traveller-Paar im Whangamomona Campground. Was für ein gemütlicher und friedvoller Tagesausklang! Niemand hetzt und stört die friedliche Ruhe.
Die Wanderanstrengungen auf den Vulkan Taranaki immer noch in den Beinen spürend, werden wir heute Abend nicht so alt…












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