Heute endet unsere Neuseelandreise, die uns in insgesamt 154 Tagen und 10’570 gefahrenen Kilometern wieder zu den tollen und teilweise atemberaubenden Landschaften Neuseelands führte. Manaaki, unser rotes Feuerwehrauto, war sehr oft der einzige farbige Lichtblick zwischen all langweiligen weissen WoMos.
Ich erinnere mich noch genau an eine unserer ersten Nächte im neuen Tiny House: Es schüttete in Strömen, es war kalt, innen lief das Wasser herein und plötzlich ging das Licht aus… Was für ein Einstand! Doch nach und nach wurde Manaaki uns mit jeder Verbesserung ein liebevolles Heim, das uns ohne Mucken durch die Reise führte.
Dieses Mal – wir besuchten diese tollen Inseln ja schon einmal vor 10 Jahren für 3 Monate mit «Winnie the Van» – wollten wir uns noch unbekannte Orte besuchen und uns an schon bekannten Küstenlandschaften nochmals erfreuen.
Wie auch damals beginnt und endet unsere Reise in Auckland auf der Nordinsel. Mt. Manganui, die Tölpelkolonie, die steile Küste Te Awangas, die uns an die «Great Ocean Road in Australien erinnert, der immer noch vergessene Forgotten World Highway, Jo als neuer Einwohner der autonomen Republik Whangamomona, Cape Paliser, der südlichste Punkt der Nordinsel, die raue dunkle Ohawe Beach in der Nähe des Mt. Taranaki, der unbeschreibliche Tongariro Nationalpark, der nebelhafte Morgen bei Pukekawa, das Kauri Museum, Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt der Nordinsel, und natürlich Waitangi, wo das «moderne» Neuseeland seinen Anfang nahm, waren weitere unvergessliche Stationen auf unserer zweiten Neuseelandreise.
Wie schon damals waren Ronny & Raviv in Christchurch zwei, die wir nochmals besuchen wollten. Überhaupt wollten wir die Südinsel intensiver entdecken, was uns auch gelungen ist. War die Südinsel mit ihrer rauen Seite eine wahre Schönheit für uns, die uns allerdings an manchen Orten mit ihren überfallartigen Sandflies recht (über-)forderte, so haben wir diese Insel lieben gelernt. Was für wundervolle Orte durften wir kennenlernen: Kaikoura, den fast mystischen Sonnenaufgang am Lake Pearson, die regenreiche Westküste hinunter bis zu den stürmischen Catlins, Te Anau, die Südlichter über Queenstown, die eisig kalten Seen um Wanaka, Mt. Cook Nationalpark, Moerakis Boulder und Mt. Somers als eindrucksvolle Landschaft bzw. Drehort für «Herr der Ringe», den Marlborough Sound mit der Postboot-Tour, um nur einige der vielen gemeinsamen Erlebnisse zu nennen.
Auch erinnern wir uns gerne an die vielen Menschen, die unsere Reisewege kreuzten, die Menschen, die wir gerne nochmals wiedersehen möchten: Die aufgestellte Rebekka aus der Schweiz, Mona aus Köln und Uli der Heilpraktiker, der Ma so manche Beweglichkeit wieder brachte, Barbara und Jürgen aus Zug, Moritz, den Matrosen vom Zürichsee. Vielleicht schaffen wir es ja tatsächlich, den einen oder anderen wiederzusehen…?
Heute endet nicht nur unsere Neuseelandreise, sondern auch unsere gesamte nun gut 3-jährige Reise, die uns viel von dieser wundervollen Welt gezeigt hat und die unseren Hunger nach mehr nicht stillte, sondern unsere Wunschliste nur länger wachsen liess.
Bitte verlangt jetzt nicht von uns, dass wir euch unsere Favoriten, die interessantesten Orte, die lustigsten Begegnungen, die eindrucksvollsten «was-auch-immer» aufzählen, dies habt ihr schon in den einzelnen Reisebeschreibungen erfahren. Aus 1’050 Beiträgen und aus über 28’500 Fotos unsere Top 100 herauszusuchen ist jetzt gerade ein Ding der Unmöglichkeit. Wir müssen alles erst einmal sacken lassen und uns Zeit für ein Sortieren und Überdenken gönnen.
Nur so viel darf ich euch mitteilen: Eure Leidenschaft, unsere Reise zu verfolgen, eure lustigen und oftmals sinnigen Kommentare zu unseren Beiträgen oder Bildern war unser Ansporn, euch 1’129 Tage lang mit auf unsere Reise mitzunehmen. Auch wenn es viel Arbeit war, mehr als 28’500 Fotos zu bearbeiten und hochzuladen – von den Abertausenden, die wir aussortiert haben, ganz zu schweigen -, fast 300 Kurz-Videos zu erstellen und auf YouTube hochzuladen und im Blog zu verlinken, haben wir immer wieder Freude daran, in unserem Reisetagebuch zu blättern und mit Erstaunen festzustellen, was für einmalige Dinge wir doch erleben durften.
Doch dies alles kommt nicht von ungefähr. Bei allem, was wir taten, waren wir keine Hasardeure, die versuchten, auch noch das letzte Quäntchen Glück für ein besonderes Foto oder einen aufregenden Nervenkitzel herauszufordern. Wer so lange auf Reise ist und mit so vielen verschiedenen Kulturen und Lebensumständen konfrontiert wird, sollte schon gut auf seine Gesundheit achten. Uns ist bis auf die üblichen Wehwehchen, die einen passieren können, nichts Schlimmes an Erkrankungen oder Unfällen widerfahren. Wir sind immer noch putzmunter wie zu Beginn unserer Reise und haben die wenigen «atmosphärischen Störungen» so gut überstanden, dass wir noch so manche gemeinsame Reise erleben möchten.
Wir freuen uns, wenn ihr genauso viel Freude an unseren Reisetagebuch hattet, wie wir es haben. Bestimmt werden wir euch nochmals zu der einen oder anderen Reise einladen, aber in welcher Form es dann sein wird, muss sich erst noch weisen.
Für uns gibt es ein lachendes und ein weinendes Auge, wenn wir an diese für uns einmalige Reise zurückdenken. Das lachende Auge ist, euch endlich alle mal wieder in voller Lebensgrösse in die Arme nehmen zu können und nicht nur auf dem flachen Bildschirm des Telefons oder des Laptops sehen zu können, auch Oscar, unser nun schon bald 2-jähriges Grosskind erleben zu dürfen und natürlich auch unser kleines Buen Diheime in Amden wieder als unsere Heimstatt haben zu dürfen.
Das Weinende ist, weil es noch so Vieles auf dieser wirklich einmaligen Welt zu entdecken gibt, dass wir am liebsten gar nicht mit unserer Reise aufgehört hätten: Gleich weiter nach Polynesien, Japan, Südostasien, China mit seinen angrenzenden Ländern, die «Stan»Staaten der alten Sowjetunion bereisen und natürlich auch Afrika und zum Schluss noch Südamerika für uns entdecken… Einiges davon versuchen wir uns noch zu erfüllen!
Wir freuen uns, wenn ihr auch das nächste Mal wieder dabei sein werdet.
Jost & Madeleine










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