War diese Nacht noch sternenklar mit Ausblick auf die gesamte Milchstrasse, hat es heute Morgen etwas «Glschirgg» am Himmel.
Im Happy Wanderer Campground steht auch noch eine alte Telefonzelle, die mehr schlecht als recht ihren Zweck erfüllt. Schon seit einigen Jahren müssen im Schlitz die 50 Cent Restgeld schlummern die Jo daraus hervor zaubert…

Unser Ziel um 10 Uhr mit allem parat zu sein, verpassen wir um eine halbe Stunde nach hinten raus. Ist jetzt aber auch nicht so megaschlimm. Heute legen wir keine grossen Distanzen zurück. Weder mit Eneli, noch zu Fuss.
Unser erster Halt des Tages ist an der Berg 0, Mt. Zero Picknick Area. Die 20 km bis hierhin sind schnell erledigt, auch wenn wir etwas auf Gravelroads durch den Busch fahren müssen. Auf der Olive Plantation Road kommen wir an einem eigenartigen Olivenhain vorbei: Die Bäume wurden sehr stark zusammengesägt, Nur noch wenig Astwerk ist übrig geblieben und überall liegen abgesägte, zum Teil recht dicke Äste herum. @Valentin: Was ist deine Einschätzung, kämpfen sie in dieser Olivenanlage gegen irgend eine Krankheit?
Die Wanderung, die wir heute machen wollen, ist ein Weg etwas mehr als 2.5 km lang und geht von knapp 200 m bis auf 523 m rauf. Ma’s Befürchtungen den Weg bis ganz nach oben nicht ganz zu schaffen, da er zu sehr ausgesetzt sein könnte oder zu viele Klettereien brauchen sollte, bewahrheiten sich Gott sei Dank nicht. Die Wegbeschreibung, über Felsen klettern zu müssen, ist eher etwas sehr grosszügig ausgelegt. Die einzigen Felsen, über die wir steigen müssen, sind die aus Naturstein ausgelegten Treppenstufen 😉.

In einem 180°-Bogen, der in 3 Wellen auf und ab verläuft, kommen wir unserem Ziel immer näher. An der glatten, senkrechten und zum Teil überhängenden «Taipan»-Felswand sehen wir einige Kletterer, die sich an die dieser Wand versuchen. Wir hören und sehen, wie einer dieser laut fluchend kurz vor dem Ziel plötzlich gut 20 m in die Tiefe absackt und im Seil hängt. Sein Sicherungskollege scheint sehr gut aufgepasst zu haben.
Die letzten 490 m sollten die anspruchsvollsten sein, vor denen Ma den meisten Respekt hat. Doch diese sind nicht schlimmer, als der bisherige Weg. Unbeschwert machen wir uns auf den Weg nach oben. Windig, und beim schönsten Sonnenschein stehen wir vor dem kleinen «Martinsloch» oben auf dem Mt. Stapylton. Wir können die Aussicht noch nicht richtig geniessen, schon lacht er uns an: «Nett hier». Dieses Kleberli haben wir schon sooo lange vermisst und doch gleich wieder erkannt Aber nach wie vor ist es uns ein Rätsel, wer und warum man diese Kleberli mit und um die halbe Welt nehmen muss. …und diese dann auch an Orte klebt, in denen die Mehrheit der Menschen Deutsch weder lesen noch schreiben kann. «Nett hier, aber überflüssig!»
Komisch, diheime in der Schweiz hätten uns schon Hunderte andere Bergbegeisterte empfangen. Wie so oft sind wir die einzigen hier oben auf dem Berg.

Nach einer ausgedehnten Pause unter Bewunderung der Aussicht und der umliegenden Landschaft geht’s wieder abwärts. Auch jetzt sind wir wieder die einzigen. An der Taipan-Felswand sehen wir jetzt andere Mutige ihr Können unter Beweis zu stellen.
Es sind nur ein paar Kilometer und weitere 10 Minuten Gehzeit, bis wir vor der Gulgurn Manja Shelter stehen. Hier unter diesem kleinen Felsüberhang sind alte kulturelle Aboriginal-Felsmalereien zu bewundern. Diese sind im Gegensatz zu den aufwendigeren Felsmalereien der First Nations in Amerika eher einfacherer Natur, doch deswegen nicht minder interessant!
Eigentlich ist es nur richtig, dass sich hier an diesem kulturellem Ort eines Naturvolkes ein anderes «Naturvolk» niedergelassen, bzw. hingehängt hat: In einer kugelförmigen Aushöhlung über den Felsmalereien hat sich ein Volk der Honigbienen niedergelassen. Von unten sehen wir dicke weisse Honigwaben mit umherschwirrenden Bienen über uns hängen.
Von hier ist es auch nicht mehr weit bis zu unserem Stellplatz im Stapylton Campground. Dieser ist einer mit ohne nixx. Durch die Nähe zur Kletterwand sehen wir einige Kletterer hier campieren. Scheint beim Kochen noch die Sonne, schieben sich beim Essen schon dichte Wolken davor. So geht die Gemütlichkeit leider dahin.
Später gratulieren wir Sebastian, Oscars Papa, zu seinem Geburtstag. Sebastian freut sich schon darauf, gleich seine neue Kaffeemaschine einweihen zu dürfen.
Morgen machen wir uns erst von hier aus noch zu einer anderen Felsmalerei auf, danach bewegen wir Eneli weiter südwärts… Es gibt mehrere Optionen wohin… Grosse Richtung ans Meer, zur Great Ocean Road. Morgen erfahrt ihr mehr 😉















































Valentin Cesare gessler
Wahrscheindlich wegen wasserknappheit, massive reduktion der Blattfläche, sonst ueberleben die Bäume nicht.
So treiben sie wieder aus je nach wasserangebot. Etwas ädliches in Gr ber weit entfernt von einem solchen Drastischen Rückschnitt
Mo
Danke für die Erklärungen – klingt einleuchtend.