
Heute ist es bedeckt. Dicke Wolken lieben bei Sonnenaufgang vor der Sonne. Schon wie gestern, gibt es heute auch heute nicht viel Besonderes zu berichten. Beim Kafi zum Zmorge diskutieren wir, wie es die nächsten beiden Tage weitergehen könnte. Übermorgen sind in Coral Bay noch 2 Plätze in einer Buckelwal-Tour frei. Beginn der Tour ist morgens um halb acht. Was eigentlich kein Problem sein sollte. Unser eigentliches Problem ist, dass Coral Bay genau zwischen hier und unserer nächsten Station Carnavon liegt und es für uns dort keine Übernachtungsmöglichkeiten gibt – alles ist entweder ausgebucht oder ist nur ein Parkplatz am Highway ohne WC. Auch erscheint es uns nicht sehr sinnvoll, morgens um halb fünf Uhr aufzustehen, in der Dunkelheit gute 2 Std. dorthin fahren und am Abend noch weitere 3 Std. nach Carnavon weiterzufahren. Bei den ganzen Überlegungen kommt Ma auch noch in den Sinn, den Wetterbericht für Mittwoch anzuschauen. Dabei brechen wir beide nicht gerade in Jubelschreie aus, ist doch die Vorhersage Starkwind mit mittlerem Wellengang. So wird gemeinschaftlich beschlossen, dass wir den Buckelwalen einen Tag ohne uns gönnen.
Während unsere Hirnis auf Hochtouren laufen, kommt Todd, unser Nachbar zur Linken mit einer grossen Campingdecke unter dem Arm auf uns zu. Es ist schön eine zu haben, aber eigentlich braucht er mit seiner Familie keine bzw. sie haben eine Gummimatte, die bei drei kleineren Kindern viel besser für sie geeignet ist. Vor vielen Jahren, als er und seine Frau noch jünger waren, machten sie öfters Ferien in England und auch schon mal in der Schweiz. Als er vorne unser Eneli Magnet-Kleberli sieht, bemerkt er, dass wir Schweizer sind. Wenn wir möchten, dürfen wir ihre Campingdecke haben. NATÜRLICH wollen wir! Schwupps, kommt es zu einem spontanen Deckentausch. Keine 2 min. später freuen wir uns über unsre neue grosse Spielwiese. Was für ein Volltreffer! (Wobei unsere Frauen Fussball Nati mit einem 2:0 über Island an der EM auch einen solchen Volltreffer gelandet haben ⚽️ 🇨🇭 🤩 👏).
Unsere bisherige Decke legt Jo mit einem Zettel «for free» in der Camp Kitchen ab. Nur wenige Augenblicke später findet sie einen neuen glücklichen Besitzer. Todd’s Kinder beweisen mit ihrem Socondhand Büchershop auf dem Campingtisch Jungunternehmergeist. Ihre Bücher liegen gut sortiert auf ihrem kleinen Verkaufstresen und werden Vorübergehenden teilweise lautstark angepriesen. Ein Teil unserer Spende in die Unternehmenskasse wird auch sogleich in leckeren Glacé umgesetzt. Somit wird die Kreislaufwirtschaft im Campground am Laufen gehalten 😉
Zurück zu unserer weiteren Planung: Das Sinnvollste wäre, hier eine weitere Nacht zu verbringen. So hätten wir morgen nochmals einen ganzen Tag am Ningaloo Reef und könnten wir übermorgen entspannt am reservierten Campground in Carnavon einchecken. Zumal auch vorher noch gut 370 km gefahren werden müssen.
Leider wird uns an der Reception ein Strich durch die Rechnung gemacht. Eine junge, doch recht resolute Mitarbeiterin fertigt uns schnell ab. Als einzige Möglichkeit hier am Ort ist noch der Overflow Campground. Dort sollen wir unser Glück versuchen. Online buchen ist zwar etwas kompliziert, aber machbar, wird uns beschieden.
Kompliziert ist nur der Vorname der Geschichte. Beim Visitor Center, das besser informiert sei, empfängt uns noch vor dem Eingang eine Infotafel dazu. Es kann NICHT im Voraus gebucht werden. Erst ab dem eigentlichen Anreisetag und erst ab 14 Uhr gibt es online einen Zugangscode. Wenn man dann gerade kein Internet hat und erst um 16 Uhr eintrifft, ist womöglich alles schon vergeben, bei diesem grossen Andrang ☹️.
Brummelig ziehen wir wieder ab. Mit etwas Aufräumen, Hausaufgaben machen und einem Schwumm für Ma im Pool geht der Nami zu Ende. Kurz vor Büroschluss versucht Jo nochmals sein Glück an der Reception für eine weitere Übernachtung. Auch wenn er jetzt an eine freundliche und hilfsbereite Mitarbeiterin kommt, bleibt uns eine einzelne weitere Nacht verwehrt. Sie würde uns ja gerne helfen, doch – mit einem leichten Kopfnicken zu ihrer Kollegin hin – seien ihr leider die Hände gebunden: Policy, während der Schulferien gibt’s nur 3 bzw. 4 Tage am Stück (die Wechsel finden ausschliesslich dienstags und samstags statt). Auch wenn es noch freie Plätze hat. Hat es übrigens: Falls wir gleich bis Samstag buchen würden, wäre alles ok. Bei 76 AUD pro Tag ist dies jedoch für uns keine Option, insbesondere weil die beiden weiteren Tage bereits in Carnarvon gebucht und bezahlt haben.
Mit ihrer sagenhaften Spaghbolo lässt uns Ma den Abend genussvoll ausklingen.
Mit aufkommender Dunkelheit ziehen ein paar kräftig dunkel aussehende Regenwolken über uns hinweg, aus denen auch ein paar wenige Tropfen fallen. Bis zum Znacht bleibt die neue spielplatzgrosse Campingdecke liegen.
Die Regel, dass seit dieser Woche mindestens nur noch 3 oder 4 Tage gebucht werden können, regt in der Camp Kitchen zu grossen Diskussionen an. Wir sind wohl nicht die einzigen die um 1-2 Nächte verlängern möchten.







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