Service für Eneli und Ma

Veröffentlicht in: Australien, WA | 0

Auch wenn Joel als Manager dieser Garage ein freundlicher Fachmann ist, fragen nicht nur wir uns, warum wir immer schon um 8 Uhr vor der Türe stehen müssen, wenn Eneli erst nach 11 Uhr in die Werkstatthalle gefahren wird. Auch Nikita aus Deutschland, der sein Auto leer gefahren hatte und nun einen durchgebrannten Anlasser – und wie sich später herausstellt, auch eine defekte Bezinpumpe – hat, muss sich in Geduld üben. Nikita machte letztes Jahr nahe Hamburg sein Abitur, und war froh, seine 13 Schuljahre endlich hinter sich gebracht zu haben. Für ihn war die Schule ein leidiges Muss. Er weiss noch immer nicht, wozu es gut sein soll, die «Wirtschaftsstände Deutschlands im 15. Jahrhundert» auswendig zu lernen. Wobei wir ihm von aussen betrachtet sicher recht geben müssen…

Nikita ist einer der «Glücklichen», der bei einer der grossen australischen Minengesellschaften einen dieser sehr gut bezahlten und daher auch heissbegehrten Jobs ergattern konnte. Am Montag fliegt er zu seinem nächsten Arbeitseinsatz. (Die Flüge, die Unterkünfte und alles andere zum Leben während der Arbeitszeit wird von der Minengesellschaft übernommen.) Noch hat er den Status, dass er auf Abruf bereitstehen muss. Wer einmal absagt fällt schon aus dem Raster… Nach einigen internen Schulungen und Arbeitseinsätzen kann man den «Roaster FiFo» Status erlangen. FiFo bedeutet Fly in-Fly out. Was bedeutet, dass man zur Arbeit geflogen wird, und auch wieder zurückgeflogen wird. Wer sich den Status, eines «Roasters» hat, arbeitet in der Regel 2 Wochen am Stück zu je 12 Stunden Schichten. Danach hat man 2 bezahlte Wochen frei. Sämtliche Kosten werden üblicherweise von der Minengesellschaft übernommen. Was Nikita sehr gut gefallen würde, weil er zum einen damit seine Reisekasse erheblich füllen kann und zum anderen so schneller auf 88 Tage bezahlte Arbeit kommt, um leichter ein Anschlussvisum beantragen zu können. So geht ein Grossteil der Wartezeit mit Kaffeetrinken und Plaudern schnell vorbei.

Gegen Mittag, als unser Hunger doch zu gross wird, entscheiden wir uns, ins nah gelegene und von Joel empfohlene Café zu gehen. «Nur nichts Deftiges», denken wir uns, eher leichte Kost, was dann doch nicht so einfach wird. Nach ¾ ihres Mega Breakfast meint Ma plötzlich, dass ihr ein Stück von einem Backenzahn angebrochen ist. Was dann leider auch so ist. «Ist da nicht gleich Tür an Tür neben uns eine Dental Clinic?» bemerkt Jo in der Diskussion, was nun das Gescheiteste ist.

Wir versuchen unser Glück nebenan. Was dann auch sofort belohnt wird. Nur kurz die persönlichen Daten angeben und vielleicht 1 Std. warten. Jo entschliesst sich, währenddessen doch mal nach Eneli zu schauen. Vielleicht klappt das mit der versprochenen WhatsApp Nachricht doch nicht so richtig. Ist ja gerade mal 2 Min. zu Fuss entfernt. Und richtig, als er ankommt, steht Eneli schon fertig auf dem Parkplatz.

So beeindruckend werden wir vom Himmel am nächsten Morgen empfangen...
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Die Schadensaufnahme hat ergeben, dass irgendwo im Kühlkreislauf und im Ölkreislauf undichte Stellen sind und diese müssen vordringlich behoben werden. Schon steht auch Ma neben ihm. Enelis Folgetermin ist eigentlich für Montag vorgesehen. Nach einer kleinen Diskussion verbleiben wir so, dass wir Eneli am Dienstagvormittag bringen und wir von hier aus mit einem Taxi gleich zum Flughafen durchstarten. So hat die Garage 2 Wochen Zeit, um alles Notwendige erledigen zu können. Und die heutigen Kosten werden einfach bei den nächsten Arbeiten mit verrechnet. Die Kostenvoranschläge hierfür haben wir gerade bekommen. Das klingt doch richtig gut!

Jetzt gehen wir zum Zahni zurück, wo Ma auch gleich unter Amys Fittiche kommt. Während Ma im Behandlungszimmer den Schnabel schön weit aufmacht und ja nichts anderes machen sollte, steht Jo’s Schnabel ganz und gar nicht still. Er unterhält das ganze Praxisteam mit JoMa’s Reiseerlebnissen. Wenn Ma nicht schon nach kurzer Zeit wieder aufgetaucht wäre, würde er heute noch seinem gebannt lauschenden Publikum, so manche Reiseanekdote zum Besten geben. Ma wird von der äusserst fachkundigen und kompetenten Amy eine Anschlussbehandlung empfohlen. Wir lassen uns alles genau erklären und vereinbaren den nächsten Termin kurz nach unserer Rückkehr in 2 Wochen. Alles ist kein Vergleich mit der Schweiz, wo wir auch als «Unfallpatient» viel länger hätten warten müssen und preislich brauchen wir darüber sowieso keine Worte zu verlieren.

So konnten heute Eneli und Ma ihre beiden «Arzttermine» unkompliziert erfolgreich hinter sich bringen. Gerade so, als wäre es eine Gemeinschaftspraxis gewesen. Mal schnell zum anderen rüber gehen und schauen, wie weit er ist… 😉

Auf dem Weg zurück zu John & Joan halten wir noch bei einem Thrift Shop. Ma liegt ja das gewünschte «glamuröse» Outfit für das Hochzeitsfest in 2 Wochen etwas, oder etwas mehr, auf dem Magen. Nach etwas Sucherei wird sie sogar fündig. Ausserdem gibt’s für Jo etwas später noch ein neues elektrisches Zahnbürtschli.

Zufrieden kommen wir bei unseren liebevollen Gastgebern an. Jetzt regnet es Bindfäden, so dass an etwas anderes als an Homework nicht zu denken ist.

Nach dem Znacht starten wir noch eine kleine Buen-Bilderschau für unsere neuen Freunde.

Morgen soll noch mehr Regen vom Himmel fallen. Wir warten es ab und schauen, was der Tag so bringt. Jedenfalls beginnt er mit einer SuperBowl 😋

 

 

 

 

 

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