Oftmals sind wir nicht ganz so im Zeitplan unserer Vorstellung. Heute haben wir alles wettgemacht. Überpünktlich, noch vor der schon sportlich festgelegten Zeit, rollen wir mit Eneli langsam durch die Schranke des Campgrounds. Wobei der Ehrlichkeit halber gesagt werden muss, dass wir nur einen Kafi zum Zmorge haben. Die SuperBowl sparen wir uns für unterwegs auf…Wir sind froh, dass wir alles Wichtige gestern erledigen konnten. War der Tag gestern noch recht sonnig, ist es heute eher grau bedeckt.
Um durchs Nullarbor-Gebiet zu fahren, müssen wir erst noch einen Schlenker ins Landesinnere in Richtung Norden nach Norseman machen. Sind die Strecken hier in Australien nicht ganz so abwechslungsreich wie in den USA oder Kanada, ist es heute noch etwas eintöniger. Es passiert einfach nicht viel.
Im kleinen Örtchen Salmon Gums, mit picobello sauberem, öffentlichen «kleinen Örtchen» und schönem Park, legen wir die Zmorge Pause ein. Es ist so ein etypische kleine Ortschaft aus ein paar Häusern. Wir können es kaum glauben, wie sauber und gepflegt hier alles ist! Salmon Gums würde wörtlich übersetzt Lachs-Eukalyptus heissen. Der Teil Salmon rührt nicht im direkten Sinne vom Fisch her, aber von seiner lachsfarbenen Farbe. Ma bemerkt plötzlich, dass sie vermutlich unter einem solchen Eukalyptus gefrühstückt haben – der Baum blüht mit wunderschönen, lachsfarbenen Blüten.
Stehen wir erst noch allein, kommt plötzlich eine kleine Karawane Reisender aus der Gegenrichtung. Ausser dieser Karawane fährt auch ein taubenblauer Holden FJ Bj.1956 vor. Auch wenn der «Kombiaufsatz» nicht original ist, ist der Wagen ein echter Hingucker 🤩

Als es weitergeht, fängt es nach ein paar Minuten an zu nieseln. Nicht dieser feine Sprühregen, sondern immer mal wieder etwas. Die grauen Wolken sinken tiefer und werden zu einer dunkelgrauen Wolkenmasse. Das geht so eine ganze Weile, bis dauerhafter Regen vom Himmel kommt. Mobil und flexibel, wie wir sind, verschieben wir unseren heutigen Rastplatz. Der wäre eigentlich die Fraser Range Station gewesen. Bei besserem Wetter hätten wir dort eine Wanderung gemacht. Doch nach einer Matschwanderung steht uns heute nicht der Sinn. So fahren wir knapp 90 km weiter bis zum Balladonia Roadhouse. Eine Stunde später biegen wir im Regen auf die Tankstelle, Roadhouse bzw. Caravan Park ein.
Jo hatte diese Nacht mal wieder nicht so gut geschlafen. Er ist froh, endlich angekommen zu sein. Als wir nach einem Stellplatz zum Übernachten fragen, bekommen wir die Antwort: «Sorry, we fully booked», was uns einen ordentlichen Schrecken in die Glieder jagt. Jo liegt es schon auf der Zunge zu sagen, dass unsere kleine Eneli nun wirklich nicht viel Platz benötigt und wir bestimmt irgendwo am Rand einen Platz finden könnten. Der junge Mann hinter der Theke realisiert an unserer Reaktion, dass wir kein Zimmer, sondern einen Stellplatz suchen. Da haben wir noch so ziemlich die freie Auswahl…
Den feinen roten Staub, wie es ihn an der Küste bei Monkey Mia gibt, sucht man hier zur Zeit vergebens, dafür ist es etwas schlammig, wie es jeder kennt. Wir haben die Wahl zwischen schief stehen oder eben etwas Schlamm. Uns ist das gute Liegen wichtiger 😊
Irgendwann, lange nach dem Zoom mit den Jungs am späteren Nachmittag, hört es tatsächlich auf zu regnen. Hatten wir vorgestern an der Lucky Bay heisse 34 °C, sind es heute mit 16 °C noch nicht einmal die Hälfte. Auch wenn der 1. August schon vor 2 Monaten war, zaubert Ma heute mit G’schwellti ein typisches Schweizer Znacht. Ein Festtagsschmaus!
Morgen wird vor der Abfahrt wird die gute Netzverbindung noch etwas mit Arbeit ausgenutzt, bevor wir uns weiter in die Ödnis begeben, so weit wir Lust und Laune haben.











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