Mit dem ersten Kafi geht für JoMa die Turnerei am frühen Morgen nochmal so gut. Der zweite Kafi danach rundet der Morgen ab.

Unsere Kleingruppe bei den Gannet Safari Tours besteht mit Marcus, unserer lustigen Plaudertasche als Fahrer, gerade mal aus 7 Personen. Im Bus hätten noch 3x mehr Platz. Rasch merken wir, dass Marcus diesen Job schon länger macht. Nicht nur weil er fundiertes Wissen über die Geschichte weitergibt, auch weil er genau weiss, wann, wo und wie er eine gute Pointe setzen kann.

Ein Lookout bietet eine eindrucksvolle Aussicht auf die gut 100 m hohe, steile Kalksteinküste. Hier erzählt Marcus eine kleine Bildergeschichte eines Paares, das bei einem Felssturz an der Küste verunfallte.
Später kommen wir zur eigentlichen Attraktion der Tour: Den Gannets oder auch Tölpeln (Australtölpel, Australasian gannets, Tākapu – Morus serrator). Die Kolonie brütet und lebt am Rand des kleinen Plateaus auf dem Cape Kidnappers. Der 4×4 Safari-Bus fährt uns bis an den Rand dieser Kolonie.
Völlig unbeeindruckt von den Besuchern geben die Vögel sich ganz ihrer natürlichen Lebensweise hin. Es herrscht ein wildes Kommen und Gehen bzw. Fliegen. Eine steife Brise weht heute über das Cape – für uns fast zu viel des Guten, für die Tölpel beste (Flug-)Bedingungen. Seit ein paar Wochen ist Brutzeit. Wir sehen kleine und auch schon grössere flauschige Jungvögel und immer wieder männliche Tölpel, die Seetang zum Nestbau im Schnabel herbeibringen.
Kommt ein Vogel eines Paares wieder zurück zum Nest oder den Sitzplatz, wird gleich ein Willkommenstanz aufgeführt. Die Hälse werden aneinander gerieben und das Gefieder des Heimkommenden liebevoll gepflegt. Aber auch Revierstreitereien werden lautstark und mit den spitzen Schnäbeln ausgetragen. Uns bietet sich ein mannigfaltiges und faszinierendes Naturschauspiel! Alles scheint wild durcheinander zu gehen und doch finden die Paare immer wieder zusammen.
Es fegt ein ständiger sehr steifer Wind. Für uns Touristen ist es eine arge Herausforderung, für die Tölpel eher eine Notwendigkeit. So können die Jungen ihre ersten Flugversuche unternehmen. Der Wind bläst derart stark unter ihre Flügel, dass sie sich teilweise wie Senkrechtstarter in die Lüfte erheben.
Nachdem sämtlicher Kaffee ausgetrunken ist, die offerierten Guetsli in den hungrigen Bäuchen verschwunden sind und hunderte von Fotos und Videos gedreht wurden, heisst es wieder Abschied nehmen von der einmaligen Vogelschar.
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Das Cape Kidnappers, auf Māori Te Kauwae-a-Māui genannt, liegt an der Ostküste der neuseeländischen Nordinsel südlich von Napier und ist geprägt von steilen, stark erodierenden Klippen aus relativ weichem Sedimentgestein. Diese Landschaftsform entstand über Hunderttausende von Jahren durch das Zusammenspiel von tektonischer Hebung und der kontinuierlichen Abtragung durch Meer und Wetter. Die steilen Abbruchkanten, schmalen Plateaus und schwer zugänglichen Felsvorsprünge schufen ideale Voraussetzungen für eine der bedeutendsten Tölpelkolonien der Welt. Die heutige Tölpelkolonie am Cape Kidnappers gilt als die grösste und zugleich am besten zugängliche Festlandkolonie des Australischen Tölpels (Morus serrator). Erste Hinweise auf eine dauerhafte Besiedelung durch die Vögel stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Um 1885 wurden erstmals rund 100 Brutpaare dokumentiert. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Kolonie stetig, begünstigt durch den guten Fischreichtum der Hawke’s Bay, das Fehlen natürlicher Fressfeinde an den Klippen und die abgeschiedene Lage. Heute brüten hier mehrere tausend Paare, verteilt auf verschiedene Teilkolonien wie das Plateau, Saddle, Black Reef und benachbarte Felsformationen. Eine entscheidende Rolle für den langfristigen Erhalt der Kolonie spielte die frühe Einsicht einzelner Landbesitzer in deren Schutzwürdigkeit. Im Jahr 1914 schenkte der damalige Eigentümer Frank L. Gordon einen Teil des Landes der neuseeländischen Krone, um die Tölpel dauerhaft zu schützen. Daraus entstand das Cape Kidnappers Gannet Reserve, das später erweitert wurde. Bis heute befindet sich ein grosser Teil des umliegenden Landes in Privatbesitz und wird landwirtschaftlich genutzt, vor allem als Schaf- und Rinderweide. Der Schutz der Kolonie beruht daher auf einer engen Zusammenarbeit zwischen privaten Farmern und staatlichen Naturschutzbehörden. Massnahmen wie Zugangsbeschränkungen, Besucherlenkung und Prädatorenkontrolle tragen dazu bei, die empfindliche Brutstätte zu sichern. Der europäische Name „Cape Kidnappers“ geht auf ein Ereignis aus dem Jahr 1769 zurück, als während der ersten Reise von James Cook ein tahitischer Junge kurzzeitig und gegen seinen Willen von Māori vom Schiff weggeführt wurde. Der Vorfall endete ohne bleibende Folgen, prägte aber dauerhaft den Namen des Kaps. Die Māori-Bezeichnung verweist hingegen auf die Legende des Halbgottes Māui, der mit seinem Kieferknochen die Nordinsel aus dem Meer gezogen haben soll – das Kap gilt symbolisch als Teil dieses Knochens. Heute verbindet Cape Kidnappers eindrücklich Naturgeschichte, Geologie, Kultur und Naturschutz. Die Tölpelkolonie ist nicht nur ein spektakuläres Naturerlebnis, sondern auch ein Beispiel dafür, wie langfristiger Schutz durch frühe Weitsicht und Kooperation zwischen privaten Eigentümern und öffentlicher Hand möglich wurde. |

Am Ende der Tour angekommen heisst es für uns jetzt noch gut 2 Std. Autofahrt in grobe Richtung Wellington. Hier haben wir uns morgen schon mit Rebekka verabredet. Wir werden im gleichen Campground übernachten und in 3 Tagen die Fähre zur Südinsel nehmen. Vielleicht kommt Mona auch noch mit dazu. Wobei sie allerding schon übermorgen die Fähre nehmen wird.
Unser Tagesziel ist der Henley Lake Park in Masterton. Der Stellplatz an einem kleinen See ist selbst auf einem normalen Parkplatz, aber es werden kostenlose heisse Duschen angeboten. Somit ist er nicht nur für uns ein heiss ersehntes Ziel. Wir lassen uns so lange wie möglich von der untergehenden Sonne wärmen, bevor wir dann nach Sonnenuntergang in Manaakis Bauch verschwinden.




























































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