Te Haruhi Bay & Shakespear Beach

Veröffentlicht in: Neuseeland, Nordinsel | 0

Wie prophezeit, kam in der Nacht ein kurzer, heftiger Regengutsch auf uns hernieder. Wir sind erfreut, dass in Manaaki alles trocken geblieben ist 😉 Draussen ist ein grosser Sumpf…

Da hier am Fairway Bay Marina Campground niemand so richtig weiss, wann der Check-out ist, laden wir Lennart und Dania zum Zmorge-Ritual ein – sie haben auf der anderen Seite des Hafens auf einem Freedom Camping genächtigt. Bei strahlend blauem Himmel sitzen wir zum Frühstück direkt am Yachthafen und sehen so manche schöne Yacht an uns vorbeiziehen. Einige Schiffeigner nutzen den sonnigen Tag für einen kleinen Törn in die Bucht von Auckland.

Lennart, der wirklich Unermüdliche, das muss hier mal klar gesagt werden, erlebt einen Rückschlag nach dem anderen, was den Verkauf seines kleinen Vans betrifft. Dania, die gerade erst vor 2 Wochen ihre Neuseelandreise begonnen hat, hört eine Schreckensstory nach der anderen, die ihr so manche Falten auf der Stirn hervorrufen. Sie hat erst letzten Sommer Abitur gemacht, etwas Geld verdient und jetzt beginnt ihr grosses Abenteuer mit bis zu einem Jahr Work-and-Travel hier in Neuseeland.

Windstille über der Marina am frühen sonnigen Morgen
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Tobias, unser Nachbar, gibt Lennart zum Abschied noch eine Telefonnummer eines möglichen Van-Aufkäufers. Auch jetzt hören wir schon wieder, wie gestern, dass das schöne Touristenleben nicht alles hier in Neuseeland sei. Ging es gestern noch um die Arbeitssituation, hören wir heute, dass die Immobilienpreise im freien Fall sind. Er und Eva kauften sich ein normales Haus für 1.4 Mio. NZD in der Nähe von Wellington, und würden jetzt noch max. 1.1 Mio. NZD dafür bekommen, wahrscheinlich aber eher unter 1 Mio NZD, da in Wellington vielen Staatsangestellten gekündigt wurde und es jetzt ein Überangebot an Häusern in dieser Preislage hätte. Die früheren Verkaufspreise seien in Neuseeland ebenso transparent und für jedermann einsehbar wie die Handänderungen eines Autos. Tobias und Eva müssen für ihr Haus monatlich 4’000 NZD an Zinsen bezahlen und bekommen als Mieteinnahme etwas mehr als 3’000 NZD. Hinzu kommen noch Nebenkosten, Steuern und Versicherung. Da leben sie hier auf dem Campground wesentlich günstiger mit 25 NZD pro Tag ohne weitere Abgaben. Auch im alltäglichen Leben würde es keinen Spass machen. Man würde nur übers Ohr gehauen. Kaputte Waschmaschinen werden für neu verkauft und noch einige unschöne Beispiele mehr. Ma fragt sich, wie repräsentativ Tobias’ Aussagen wirklich sind…

Wenn es sich ergibt kommen wir morgen zum Batterieaufladen nochmal her, dann trinken wir noch ein Bier zusammen.

Wenig später stehen wir vor dem geschlossenen Tor zum Te Haruhi Bay Campground. Wie schon beim Te Ārai Campground gab es auch gestern wieder Probleme mit der Buchung, bzw. den Buchungsdaten. Der Hotline Mitarbeiter ist (auch am Sonntagnachmittag) recht höflich und nach einigem Hin und Her versteht er, was wir möchten und gibt uns den Code für das Zahlenschloss.

Im weitläufigen Areal des Campgrounds sind nur ganz verstreut einige Camper auszumachen. Während Ma sich mit wechselhafter Internetverbindung mit der Website zum Bezahlen der «Umbuchungsgebühr» abkämpft, sortiert Jo noch ein paar Dinge fürs Gepäck. Es ist ja nicht mehr lang…

Lennart schreibt die erfreuliche Nachricht, dass er Phoebe, seinen Van, heute doch noch für einen guten Preis verkaufen konnte! Unsere Glückwünsche lassen nicht lange auf sich warten. Das muss für ihn eine grosse Erleichterung sein.

Um uns etwas zu bewegen, machen wir uns auf zu einen Spaziergang im Shakespear Regional Park. Der Rundweg geht etwas rauf und runter und bietet so manch schönen Ausblick auf Hauraki Gulf und Firth of Thames. Beides sind Gewässer, die hier vor den Toren Aucklands liegen. Der Hauraki Gulf geht hinauf auf das offene Meer, Firth of Thames ist die Bucht nach der gleichnamigen Stadt.

Das Tor zum Te Haruhi Bay Campground
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Während wir so unterwegs sind, sehen wir im Südwesten über dem Festland dunkle Wolken den Himmel bedecken, aus denen Jo auch schon einen Blitz nach unten zucken sieht. ¾ des Weges von gut 5 km sind vom Lookout aus geschafft.

Ab jetzt geht es nur noch runter bis auf Meereshöhe, was unsere Schritte recht beschleunigt. Vom Strand der Shakespeare Beach aus schauen wir direkt auf Aucklands Skyline mit dem Sky Tower als deren Herzstück.

Wieder im Campground angekommen stellen wir fest, dass aus den wenigen unserer Nachbarschaft niemand mehr da ist. Somit sind wir heute Nacht die einzigen, die hier die Natur geniessen – und wer weiss, vielleicht sogar noch einen Kiwi zu hören bekommen?!

Heute wird uns bewusst, dass dies der vorletzte Tag unserer gesamten 3-jährigen Reise ist, den wir in der grünen Natur verbringen. Ab Übermorgen sind wir für 2 Tage bei Jay und Familie in Auckland eingeladen, dann ist auch schon in 4 Tagen die Übergabe von Manaaki bei Steve und ab dann sind wir noch 4 Tage in Pennys AirBnB. Kaum realisieren wir dies, kommt etwas Wehmut auf. So bleiben wir vielleicht morgen doch lieber noch hier im Grünen, als in der recht engen Fairway Marina Bay, die zwar auch recht hübsch ist, aber doch nicht hiermit zu vergleichen ist.

Für das Sonntags-Zoom sehen wir heute im wahrsten Sinne des Wortes Schwarz. Mit diesem «wackeligen» Internetempfang wird das leider nichts werden. Aber wir können manchmal nicht alles haben…

…und werden schliesslich doch positiv überrascht – so gut wie das griechische Internet ist es hier alleweil 😎

Später in der Nacht hören wir doch tatsächlich einen Vogel rufen, der wie ein Kiwi tönt. Die Merlin-App meint jedoch, das ist ein Kuckuckskauz (Ninox novaeseelandiae) ist, die einzige kleine Eulenart, die es in Neuseeland gibt. Einer seiner Rufe kann tatsächlich ähnlich einem Kiwi-Ruf sein. Aber leider hören – geschweige sehen – wir auch diese Nacht keinen Kiwi 🤷🏻‍♂️🤷🏻‍♀️

 

 

 

 

 

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