Scarlet Macaw Paradise

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Wortwörtlich stehen wir mit dem ersten Hahnenschrei am frühen Morgen auf. Schliesslich wollen wir um 6.30 Uhr parat sein, um die grossen bunten Scarlet Macaws, die grossen, scharlachroten Aras, später bewundern zu dürfen.
Schon am frühen Morgen hört Ma die Scharlacharas krächzen – ein Schwarm von über 50 Vögeln überquert die Hügel in der Nähe des Dorfes. Hoffentlich sehen wir sie später noch etwas näher!

Erst fahren wir mit Celso zu dritt in Martha ein Stück weit über eine Holperstrasse. Dann machen wir uns zu einem ca. 40 min. Fussmarsch auf. Schon auf dem Weg gibt es den einen oder anderen Vogel zu bewundern. Celso, unser Guide, stoppt schon nach jedem fünften Schritt, um sein Fernglas und sein Telefon zu zücken. Mit «Merlin», der Vogel-App, überprüft er anhand der hinterlegten Singstimmen der Vögel das, was wir gerade vernommen haben. Hier liegt er immer richtig.

  • Martha ist gegenüber des Pferdes geparkt und die Birding-Tour kann los gehen
    Martha ist gegenüber des Pferdes geparkt und die Birding-Tour kann los gehen

Die Tour wird um die 2 bis 2 ½ Std. dauern. Jo hat zum Mückenschutz noch sein Langarm-Shirt angezogen. Erst geht Spaziergang über einen Feldweg, der an verschiedenen Maya-Farmen und -Plantagen vorbeiführt. Später mündet dieser Weg in den eigentlichen Dschungel bzw. Primärwald, in dem seine Familie das Stück Land erworben hat, in dem wir später hoffentlich die grossen bunten Papageien bewundern dürfen. Hier im dem dichten Dschungel hat Celso selber den Weg angelegt, der zu den einzelnen Aussichtspunkten führt.

 

Das Blätterdach ist dicht über unseren Köpfen. Es ist mehr zu hören als zu sehen. Auch hier wird immer wieder angehalten. Auf einmal ist es dann zu hören, dieses unverkennbare Krächzen der grossen Papageien. Nur flüchtig sind ein paar dunkle Silhouetten gegen den Himmel zu sehen.

Die letzten 100 m bis zum obersten Aussichtspunkt gehen etwas steiler hinauf. Oben am Aussichtspunkt treffen wir auf 4 Ladies aus den USA mit ihrem jungen Guide. Gespannt schauen wir nun alle in die umliegende Landschaft. Celso erzählt dass der junge Guide einer seiner jüngeren Brüder ist der seit dieser Saison nun auch als Guide arbeitet. Wenn keine Touristensaison ist, arbeiten sie als selbständige Bauunternehmer.

So vertreiben wir uns hier die Zeit. Aber leider lassen sich keine Scharlacharas blicken. Aus den max. 2 ½ Stunden werden gut 5 Stunden. In der Mittagshitze kommt Jo in seinem schwarzen Langarm-Shirt ordentlich ins Schwitzen.

Zum Lunch lädt uns Iris zu einer lokalen Spezialität ein. Es gibt frittierte Brotfrucht. Sie schmeckt sehr lecker, ähnlich wie Kartoffel.

Vielleicht sind am Nachmittag mehr dieser farbenprächtigen Vögel zu sehen. JoMa sind gerne eingeladen, auch an der Nachmittagstour teilzunehmen. Wenn sie denn möchten. Ansonsten kennen sie ja jetzt den Weg und können selber entscheiden, ob und wie sie die Tour machen möchten.

Pünktlich um 14.30 Uhr sind die anderen Gäste zur Stelle. Auch diese sind aus den USA und machen hier in Belize ein paar entspannte Ferientage. Es kommt sogar so gut raus, dass JoMa bei Wern und seiner Frau im Auto mitfahren dürfen. Die Autos sind allesamt geländegängiger als Martha, so fahren wir am Nami ein ganzes Stück weiter, als wir es am Morgen gemacht haben. So ist der Weg schon wesentlich kürzer.

  • JoMa schliessen sich für eine 2. Tour der Nachmittagsgruppe an
    JoMa schliessen sich für eine 2. Tour der Nachmittagsgruppe an

Kaum sind wir im Dschungel angekommen, stürzt auch schon eine grosse Schar der Papageien über unseren Köpfen in die Baumkronen zur Futtersuche herein. Von überall über unseren Köpfen ertönt das spezielle Kreischen, Krächzen und Rufen. Mit ihren grossen scharfen und kräftigen Schnäbeln knacken sie die Schalen der Früchte, um sich an deren inneren Beeren gütlich zu tun. Wie Schnee rieseln die Schalen um uns hernieder. Wir bleiben hier förmlich stecken und wagen uns keinen Schritt weiter. Immer wieder sehen wir sie durch die Äste und die Baumspitzen huschen. Durch das dichte Blätterdach sehen wir sie nur schemenhaft oder mehrheitlich gar nicht. Dafür ist das Rufen um so lauter.

 

So schnell wie sie gekommen sind, so schnell sind sie plötzlich auch wieder in die Lüfte entschwunden. Nicht alle Tourteilnehmer schaffen das letzte, steile Stück hinauf. Jo geht etwas vor und sieht von hier oben 2 kleine Flugzeuge über der Bananenplantage ihre Bahnen ziehen. Immer wenn sie tief über das Feld fliegen versprühen sie ihre Pestizide… Machen wir uns nichts vor. Das geschieht immer und überall auf dem weiten Globus. Wenn nicht mit dem Flugzeug dann per Traktor oder anderen landwirtschaftlichen Maschinen oder zu auch Fuss. Hier fällt uns der dokumentarische Kinofilm «More than Honey», ein Film den wir vor ein paar Jahren im Kino gesehen haben. Wie ein Astronaut mit Frischluftversorgung fuhr dort ein Angestellter einer kalifornischen Mandelplantage mit einem kleinen, extra dafür umgebauten Traktor durch die Plantage, um dort flächendeckend das Pestizid zu versprühen. Wenn ihr könnt, schaut Euch bitte diesen Film unbedingt an!

Zurück bei Celso’s Haus im Maya-Dorf ist der bunte Haufen an Vogelinteressierten auch noch an Martha interessiert. Jeder hat Freude an ihr und an unserer Reise.

Ma’s Verdauungstrakt macht immer noch Kapriolen, daher wird auf das Znacht verzichtet. Ma versucht, mit Kohletabletten wenigstes den Durchfall etwas einzudämmen. Die Kohletabletten sind etwas in die Jahrzehnte gekommen… Kein Problem, meint Ma, die können nicht kaputt gehen und wirken bestimmt noch. Und immer noch besser, als das von Celso und Iris vorgeschlagene Hausmittel: Einen ganzen Knoblauch auskochen und den Sud heiss trinken. Wuäääääh….

Eigentlich wollen JoMa morgen weiter nach San Ignazio fahren. Doch Iris, Celsos Ehefrau, will morgen extra für JoMa ein landestypisches Mittagessen zubereiten. Iris meint gar, dies wäre doch noch ein Grund, eine Nacht länger zu bleiben. Überwältigt von dieser Gastfreundschaft können wir gar nicht anders, als noch einen weiteren Tag hier zu verbringen.

 

 

 

 

 

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