Auch wenn die Nacht für JoMa zum Schlafen eigentlich zu heiss war, ging es mit den weit geöffneten Türen doch einigermassen, etwas Schlaf zu finden. Solange die Sonne am frühen Morgen noch hinter dem Horizont ist, ist es noch erträglich. Ab 6 Uhr ist es dann vorbei damit: Die Sonne sticht hervor und alles sucht sich einen schattigen Platz. Schnell heizt sich alles auf. Wie mag es morgen erst in Las Vegas sein? Dort, in der weiten Wüstenebene, ist es noch heisser.
Jonas mit seiner Familie, unsere Nachbarn aus Köln, haben ein Hotelzimmer mit Klimaanlage gebucht. Die Hitze hier setzt schon den kleineren Kindern zu.
Etwas später sind auch wir on the road again. Nicht weit von hier hat Jo gestern eine SB Autowäsche ausfindig machen können. Hier wird Martha zum letzten Mal auf Hochglanz poliert. Schliesslich soll sie einen glänzenden Auftritt bei Elja & Mathias haben. Hier kann auch direkt auch zum letzten Mal der Gastank gefüllt werden.
Bei der letzten Tankrast scheint wegen der Hitze das Bezahlsystem an der Zapfsäule überfordert zu sein… Wir müssen im Shop bezahlen. Es geht weiter auf dem heissen Asphalt. Der Fahrtwind, der uns entgegenkommt, scheint direkt aus einem Backofen zu kommen. Nur heisse Luft. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Nach einer Stunde sehen wir die Stadt der Glücksritter und der verarmten Seelen in der Ferne vor uns liegen. Wie in einer Astronautenstadt ragen die Wolkenkratzer aus der weiten Ebene hervor.
Langsam nähern wir uns unserem letzten Ziel während unserer Amerika Reise. Die Hitze fordert ihren Tribut. Alles was der Sonne ausgesetzt ist, kommt schnell zum Stillstand. Auf dem schwarzen Armaturenbrett können Spiegeleier gebraten werden, so heiss ist es. Auch Telefone und Kameras sind vor dem Gebraten werden nicht gefeit – Ma’s Telefon war nur kurz an der Sonne und hat schon fast den Geist aufgegeben…
Hitzewelle in Las Vegas – die Nachricht schafft es bis zu „20Minuten“ in der Schweiz und ZeitOnline in Deutschland:

Wegen der Zeitverschiebung minus 1Std. sind wir mit unserem FaceTime mit Travo & Helena knapp dran. Wir verschieben es um eine Stunde. Die Abkühlung der kalten Dusche hier im Campground hält nur ein paar Sekunden an. Nach den 20 m von der Dusche bis zu Martha ist Jo schon wieder ausgetrocknet.

Auch das zweite FaceTime mit Tarvo & Helena ist erfrischend und fröhlich. Die dritte Batterie und das grössere Solar Panel liegen schon parat und warten nur noch auf den Einbau. Die wichtigsten Detail werden besprochen, ein Kaufvertrag entworfen.
Die Uberfahrt-Bestellung an den Strip fordert Ma einiges ab. Sie macht dies erst zum zweiten Mal und hat keine Erfahrung mit der App. Die Angaben, wann ein Fahrer verfügbar ist, reicht von 45 min. bis jetzt sofort. Brave new world. Jo informiert Elaj, dass wir etwas später kommen. Der Fahrer spricht nur spanisch. Hello, good bye sind seine einzigen englische Worte an JoMa. Statt JoMa vor dem Eingang des grossen Caesars Palace zu chauffieren, bringt er sie an das entgegengesetzte Ende im unteren Parkhaus. Der Komplex ist riesig. JoMa müssen mehrfach nach dem Weg fragen.
Elaj & Mathias warten schon im Restaurant. Obwohl es ein offener grosser Essensbereich ist, ist es erstaunlicher weise nicht so laut. Es wird ein kurzweiliger Abend. Alle tauschen Reiseerfahrungen miteinander aus. Für JoMa wird die Suche nach einem Essen OHNE Knoblauch zu einem Hindernislauf. Aber, wer suchet, der findet. Es wird ein fröhliches Essen für alle.
Wir verabreden uns schliesslich für Übermorgen um 10 Uhr auf Elajs & Mathias’ Hotelparkplatz zur Martha-Übergabe. Hier gibt es genügend Platz für Marthas letzten Showdown auf JoMa’s Reise, bevor sie dann in die Hände von Elaj als Fahrerin und Mathias als ihr Copilot und Navigator übergeht.
Eine weitere Herausforderung nach dem gemeinsamen Essen ist, ein WC zu finden. Da helfen auch die riesigen Touch Screen Bildschirme nichts 😉
Für Kurzentschlossene bietet sich noch die Möglichkeit ein Ticket für die fast täglich stattfindende Adele Show zu buchen. Hier in Las Vegas ist alles etwas teurer. So kosten die günstigen Tickets 666 USD pro Person. Ein Logenplatz ist für 9’873 USD pro Person zu haben. Das ist ja ein richtiger Schnapp denkt sich Jo und will schon fast seine Kreditkarte zücken. 😉 Ma in Personalunion auch als Finanzministerin schüttelt mit dem Kopf.
Hier im Caesars Palace ist alles riesig und künstlich, alles unter einem Dach mit Himmels-Imitation und alles eine grosse Klimazone. Kaum treten JoMa vor die Türe, klappt die Ofentüre auf. Selbst kurz vor Mitternacht bläst ein heisser, trockener Wind durch die Stadt. Alles ist voller Menschen. Viele die das Vergnügen suchen und einige die ein kurzes Vergnügen mit Karaoke oder artistischen Darstellungen anbieten. Las Vegas ist eine Stadt, die niemals schläft. Und von so manchen Kunstrasen-Beeten weht das süssliche und unverkennbare Haschisch-Aroma über das Trottoir.
Ma hat nun schon etwas Übung mit der nächsten Uberfahrt-Bestellung, um zurück zum Campground zu kommen. JoMas Fahrer kommt eigentlich aus Mississippi und chauffiert nun seit 10 Jahren hier in dieser Glitzer- und Glämmer-Stadt Menschen hin und her. Auch wenn er mit seiner Meinung zur Pandemie eine grundsätzliche andere als JoMa hat, kommt ein Gespräch zugange. Er würde auch gerne JoMa’s Traum von einer solchen Reise zu seiner eigenen machen. Doch er muss dafür noch ein paar Jahre seine Chauffeurdienste anbieten. Falls es überhaupt jemals dafür reichen wird… Solch aufrechten Fahrgäste muss er mit einem ordentlichen Handschlag verabschieden.
Es gibt heute auch ein erstes Mal! JoMa lassen die Klimaanlage die ganze Nacht durchlaufen. Sonst ist einfach nicht an Schlaf zu denken.
















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