Der von Greg, dem Camphost, vorausgesagten Sturm mit Regen ist in der Nacht ausgeblieben. Wir sind froh drum 😉
Im Gegensatz zu gestern ist es heute morgen windstill und sonnig. Es ist sehr friedlich um uns herum. Wie aus dem nichts heraus taucht Barry, der kleine, agile Wachhund, bei uns auf. Schnell werden Jo und er BFF. So bettelnd, wie er schaut, bekommt er nichts von der SuperBowl zu futtern.
Weil es heute nicht so weit ist, können wir uns mit dem Aufbruch Zeit lassen. Gemütlich cruisen wir durch die Landschaft. Nur alle 10 min. taucht ein weiteres Auto auf. Ob es daran liegt, dass noch keine Saison ist? Oder liegt es daran, dass durchschnittlich nur 3 Pers/km2 hier in Australien leben? Bestimmt eine Mischung aus beiden.
Beim McKenzie River Rainforest Walk machen wir einen Stopp und lassen uns auf dem 2 km langen Spazierweg über Hängebrücken und Stege den Regenwald erklären und auf eindrückliche Weise näher bringen. Ma ist sehr fasziniert von den Baumfarnen und kann fast nicht aufhören, immer neue Fotos zu machen…
Im kleinen Städtchen Cann River gönnen wir uns eine Mittagsrast. Hier hat die örtliche Polizei noch Ruhe und Musse, um sich mit den Menschen zu unterhalten. Doch auch dieses kleine malerische Städtchen am Cann River hat schon bessere Zeiten gesehen. Das Cann River Motel auf der linken Strassenseite ist nur noch eine Ruine; auf der gegenüberliegenden Seite scheint es dem Cann Valley Motel noch etwas besser zu gehen… Wir merken auch an der Landschaft, dass wir nicht mehr fast auf Meereshöhe sind. Es ist trockener und steppenartiger geworden. Auch gibt es mehr Schaf- als Rinderherden. Diese scheinen den kargen Böden mehr abgewinnen zu können.
Plötzlich sind wir schon in New South Wales. Wir merken es auch SOFORT. Die Strasse ist schlagartig anders: BESSER 😉
Keine 20 min. vor unserem heutigen Ziel, dem Black Lake, biegen wir noch in die andere Richtung zum Bombala Platypus Reserve ab. Hier soll es diese faszinierenden Schnabeltiere geben. Dieses kleine unscheinbare Tier ist eine wahre biologische Sensation: Das Schnabeltier legt Eier, säugt seinen Nachwuchs mit Milch und hat Giftstachel. Ausserdem zeigen neueste Forschungen, dass das Säugetier noch kurioser ist als gedacht: Es kann auch noch leuchten! «Schnabeltiere: Das erstaunliche Leuchten der eierlegenden Säugetiere», National Geographic, Nov. 2020
Wir lernen eine Hamburgerin kennen, die vor mehr als 30 Jahren wegen ihrer Arbeit als Tischlerin hierher kam, und eine begeisterte Fotografin dieses faszinierenden Tieres ist. Dank ihr können wir gleich mehrere dieser interessanten Tiere schwimmend im Fluss ausmachen. Erstaunlich, dass sie sich hier sogar mitten am Tag zeigen und wenig Scheu zu haben scheinen, vor palavernden Touristen und FotografInnen.
Eine weitere Sensation ist gleich unterhalb der Besucherplattform zu sehen: In der noch recht zaghaft warmen Sonne wärmt sich ein Cunningham Skink (Schuppenechse) auf einem Stein auf.

Langsam wird es Zeit, dass wir an unserem heutigen Ruheplatz am Black River ankommen. Es sind nur noch knapp 20 min. bis dorthin. Der kleine See scheint seinen Namen zu Recht bekommen zu haben. Langsam verschwindet die Sonne, so gegen 18.30 Uhr ist es stockfinstere Nacht – und es kühlt merklich ab. Es ist immer noch Winter, wobei die Wintersonnenwende am 21. Juni war und die Tage schon länger werden.
Morgen sind wir zum Znacht bei Celeste in Canberra eingeladen. Es ist wieder eine kürzere Etappe mit keinen 200 km. So können wir es auch morgen wieder gemütlich angehen lassen.





















































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