Als unser Wecker klingelt, ist es noch ruhig um uns herum. Doch im Restaurant des Resorts ist schon viel Betrieb. Wir sehen heute einen bedeckten Himmel über uns. Nach hiesigen asiatischen Verhältnissen kommt unser «Kapitän» mega pünktlich. Unser Boot ist eines dieser typischen hölzernen Langboote mit dem long tail hinten dran.

Ma ist es etwas mulmig. Sie fühlt sich in einem solchen «Schaukelboot» nicht so sicher. Um sich selber hat sie keine Angst, aber um all unsere elektronischen Geräte… Wir sind froh sind wir zu zweit. Die Boote sind bis max. 3 Personen plus Kapitän ausgelegt.
Wir liegen auch schon so recht tief im Wasser. Unser junger Bootsführer macht dies sicherlich nicht zum ersten Mal. Sicher umschifft er die flachen und gefährlichen Stellen im Fluss. Nur einmal setzten wir auf einer Sandbank auf. Doch schnell sind wir wieder im Fluss. Noch liegt der Fluss still vor uns. Entenfamilien paddeln an uns vorbei, Wasserbüffel liegen bequem im Sand oder stehen knietief im kühlen Wasser. In temporären Gärten, die durch dichte Bambuszäune abgesperrt sind, ziehen die Einheimischen Salat, Gemüse und Tabaksetzlinge heran. So kurven wir eine gute halbe Stunde durch den Fluss.
Vor dem Eingang zum Konglor Cave legen wir an. Nachdem wir unsere Tickets erworben haben, bekommen wir Schwimmwesten verpasst und schon bald stehen wir vor dem riesigen Höhleneingang. Da der Nam Hinboun River durch diese riesige Höhle fliesst, ist die Höhle nur mit dem Boot zu durchqueren. Schon nach zwei Biegungen herrscht absolute Finsternis um uns herum. Nur unsere kleinen Stirnlampen geben ein wenig Licht. Wie es unser Bootsführer schafft, uns in dieser Dunkelheit sicher um alle Gefahrenstellen zu schiffen ist uns ein Rätsel. Nur schemenhaft können wir die riesigen Ausmasse der Höhle erahnen. Teilweise sind es kuppelartige Räume die 20-25 m hoch sind. Wikipedia meint, es gäbe sogar Abschnitte, wo die Höhle 100 m hoch sei.
Der knatternde Motorenlärm des Bootes hallt durch das Labyrinth. Nach ein paar Minuten legen wir an einer riesigen trockenen Seitenbucht an. Statt kühl, wie es vielleicht zu erwarten ist, ist es drückend schwül in der Höhle. Unter unseren Schwimmwesten läuft uns der Schweiss den Rücken runter. Hier hat es auch etwas Licht, das mit Bewegungsmeldern gesteuert wird und eine Treppe hoch, um die riesigen Höhlenformationen von Nahem betrachten zu können. Wir sehen im künstlichen Licht der Strahler faszinierende natürliche Steinskulpturen.
Wieder zurück im Boot geht es weiter durch die Dunkelheit. Dann kommen wir an einen Abschnitt mit Stromschnellen. Flussaufwärts müssen wir aussteigen und zu Fuss weiter, während der Bootsführer mit Anlauf direkt durch die Stromschnellen fährt. Wir können derweil trockenen Fusses auf einer Sandbank entlang wandern und weitere Höhlenformationen bestaunen. Wir gehen bis zum Ende der unterirdischen Bucht, wo uns unser Boot wieder zur Weiterfahrt aufnimmt.
Weiter geht es in der Dunkelheit, bis wir an einer schmalen Flussenge aussteigen müssen. Es gibt nur dieses eine kleine schmale Stück flussaufwärts, das für Boote passierbar ist. Sonst ist der Fluss nur knöcheltief und würde die Boote empfindlich beschädigen. Hier warten wir auf weitere Boote. Die Bootsführer helfen sich gegenseitig, die Boote durch die schnellfliessende und schmale Stelle zu ziehen. Jetzt ist es nicht mehr weit, bis wir auf der anderen Seite des Karstberges im Natane Valley zum Höhlenausgang kommen.
Hier am Natane Valley gönnen wir uns einen Kafi. Eine freilaufende Rinderherde durchstreift den kleinen Platz. Um unsere Füsse herum spielt immer wieder ein kleiner Hund (am liebsten würden wir ihn mitnehmen, so süss ist er! :-))
Nach einer knappen Stunde geht es für uns wieder zurück durch die gut 7.5 km lange Höhle. Der Konglor Cave ist mit dieser Länge die längste passierbare Höhle der Welt!!
Nachdem wir unsere Schwimmwesten wieder abgegeben haben, steigen wir wieder in unser erstes Boot um. Jetzt zum Mittag herrscht schon wesentlich mehr Verkehr auf dem Fluss. Eine Gruppe kleiner Kinder spielt ausgelassen im Wasser. Pünktlich zum Zmittag landen wir wieder vor dem SpringRiver Resort an.
Heute ist der Gastgeber des SpringRiver Resorts da. Er spricht uns auf Schweizerdeutsch an! Thomas kommt ursprünglich aus dem Züri Oberland. Von ihm erfahren wir Wissenswertes, das so manch anderem Touristen verborgen bleibt. Auch wenn Laos kommunistisch geführt wird, wo allen Menschen alles zu gleichen Teilen gehören sollte, gibt es auch hier eine kleine Schicht Politiker, die alles an sich gerissen haben. Als Haupteinnahmequelle des Landes vergibt die Regierung Schürfrechte an Minengesellschaften. Allein dieses Jahr seien mehr als 500 solcher Schürfrechte gegen horrendes Geld vergeben worden. Die zweite grosse Stütze sind die Energierechte für Wasserstrom. Der Tourismus wird nur rudimentär gefördert. Zudem ist die Infrastruktur an Strom und Strassenbau nur teilweise vorhanden. Während andere Länder in Asien den Tourismus als wichtige Einnahmequelle sehen, bleibt Laos dem weit hinterher. Ein Glück für uns – deshalb gefällt uns das ruhige und angenehm entspannte Land so gut!
Thomas hat mit seiner Partnerin vor etwas mehr als 10 Jahren angefangen dieses Resort aufzubauen. Vieles durch Eigeninitiative oder mit Hilfe externer Geldgeber.
Ungläubig lauschen wir seinen Worten, dass der Wasserspiegel des jetzt so träge dahinfliessenden Nam Hinboun Rivers während der Regenzeit um mehr als 7 m ansteigt! So ist vieles, was hier an den Ufern der Flüsse gebaut wird, ist nur in der Trockenzeit nutzbar. Sobald der Fluss ansteigt, werden Bambusbrücken, Stege, Gärten und anderes einfach weggespült. Nächstes Jahr, nach der Regenzeit, wird alles wieder neu aufgebaut. Wir können uns nicht vorstellen, dass diese liebliche Landschaft auch ein anderes Gesicht zeigen kann…
Von Thomas bekommen wir auch noch ein paar Tipps zur Weiterreise auf dem Thakhek Loop. Bis auf eine weitere Unterkunft auf dem Loop kommt nichts mehr Empfehlenswertes. Weil wir genügend Zeit haben, verlängern wir in seinem Resort um eine weitere Nacht.
In der Lounge treffen wir abends Chang aus Hongkong und Caroline aus Perth wieder. Die beiden Abenteuerlustigen haben sich gefunden: Sie waren gemeinsam auf dem 15 km langen Kajak-Trip flussabwärts und anschliessend noch zur Besichtigung der noch wenig erforschten Tham Nam Non Höhle. Sie sind über eine halbe Stunde in die Dunkelheit rein gekraxelt mit Hilfe von Changs toller Taschenlampe. Die beiden fragen uns, ob wir mit ihnen zusammen im Dorf beim Höhleneingang zum Kong Lor Cave etwas essen gehen. Der halbstündige Spaziergang kommt uns gerade recht. Es wird ein interessanter Abend mit den beiden im „the best one“ Restaurant, wo man auf keinen Fall hungrig bleibt.















































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