Während gestern der Campground schlafen ging, tauchte plötzlich noch eine Schweizer Familie neben uns auf. Ihr hydraulisches Dachzelt war beim Aufbau nachts um 10 Uhr nicht das Leiseste. Als sie heute morgen, nach einer sehr kurzen Nacht, in aller Frühe um 4 Uhr wieder zusammenpackten, fand Jo diesen Wecker nicht gerade erquickend. «Ja, wir haben ein strenges Programm», war die Antwort, ob sie denn schon wieder abfahren. Um halb acht, als Jo sich aus dem Bett schält, fühlt er sich ob der komischen Nacht etwas derangiert.
Noch ist der Himmel grösstenteils blau und die Sonne wärmt schon kräftig. Laut Wetterbericht soll es ab Mittag recht bewölkt werden. Aus diesem Grund würde Ma heute lieber ins empfohlene NASA-Museum gehen. Doch Jo braucht keine grossen Überredungskünste, um sie nochmals für den Point Quobba zu begeistern. «Die Wale springen auch bei wolkigem Wetter», ist seine einzige Begründung. «Und wenn wir die Nase voll haben, können wir immer noch zurückfahren».
Wieder fahren wir über das breite und ausgetrocknete Flussbett des Gascoyne Rivers. Wir können es fast nicht glauben, wenn wir es nicht sehen würden, dass am Uferbereich Hochwassermarken bis 9 m angezeigt werden! Das müssen schiere Wassermassen sein, die zu solchen Zeiten hier durchströmen. Jetzt sehen wir im Flussbett den einen oder anderen Strauch wachsen. Dies deuten wir als Zeichen, dass schon länger keine grösseren Wassermassen mehr durch das Flussbett strömten.
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Der Gascoyne River ist mit 865 Kilometern der längste Fluss Western Australias. Er ist bekannt als „umgekehrter Fluss“, da er nur wenige Monate im Jahr oberirdisch fliesst und für den Rest des Jahres unter dem trockenen Flussbett verläuft. Das bedeutet, dass er eine wichtige unterirdische Wasserquelle für die Region darstellt, in der viele Früchte und Gemüse angebaut werden, die Bewässerung benötigen. |

Am schon bekannten Platz am Point Quobba empfängt uns ein blauer Himmel mit einer strahlenden Sonne. Schon beim Zmorge tauchen die ersten Fontänen vorbeiziehender Buckelwale auf. Wieder springen auch einige dieser Giganten aus den Fluten bis über die Wasseroberfläche. Einem scheint es zu gefallen, auf dem Rücken zu liegen und mit seinen beiden mächtigen Seitenflossen hin und her zu klatschen, so dass das Wasser nur so spritzt. Minutenlang scheint er es zu geniessen, so im Wasser rumzuplantschen. Dieses konnten wir sogar fotografisch einfangen 😁. Zum Abschluss gibt’s noch einen hohen Sprung aus dem Wasser und danach ein Abtauchen mit Zeigen seiner Fluke und weg ist er…🐋
Mit uns sitzen noch ein paar weitere Camper in Reihe, um sich dieses Naturschauspiel anzusehen. Über den Tag werden auch hier die Wolken etwas dichter, die Sonne etwas schwächer. Immerhin brauchen wir uns so nicht die ganze Zeit im Schatten zu verstecken. Ma macht sich auf, im Aquarium zu schnorcheln. Leider hat sie noch keine neuen Kontaktlinsen, aber das Aquarium ist bei der einsetzenden Ebbe so seicht, dass sie fast alles sehen kann. Sogar ausserhalb des Wassers sind die Fische und die Korallen gut sichtbar.
Nur weil eine Naht an seinem Campingstuhl gerissen ist und ein neuer Klappstuhl einem für 10 AUD fast hinterhergeworfen wird, will sich Jo nach keinem neuen umsehen. Auch wenn Ma’s Frage darauf abzielte. Ist doch einfach eine Verschwendung! Ein stabiler Draht und ein kreativer Bastler ist der Retter des Campingstuhls vor dem «Campingstuhlhimmel» 😉.
Jo ist mit John (und Joan) aus Perth in Kontakt, bei denen wir im August Eneli unterstellen dürfen. John meint zu den anstehenden Eneli-Reparaturen, dass ein wenig TLC nicht schaden würde. Und was bitte bedeutet «TLC» (die Aussies lieben Abkürzungen)? TLC steht im engl. für Tender Loving Care, was so viel wie zärtliche liebevolle Pflege bedeutet. Dann wollen wir unserer Eneli besonders viel TLC zukommen lassen.
Heute kommen wir auf unserem Beobachtungsposten voll auf unsere Kosten. Dennoch fällt es uns schwer, diesen magischen Ort, der uns sehr ans Herzen gewachsen ist, am Nachmittag zu verlassen.
Ma’s guter und durchdachter Gedanke, nach dem Einkaufen noch ein frisches Früchtebrot als Dessert zu backen, lässt sich leider nicht mehr in die Tat umsetzen. Die aufkommende Dunkelheit macht uns einen Strich durch die Rechnung. Wir müssen zwischen Znacht und Früchtebrot entscheiden. Der Entscheid fällt einstimmig zu Gunsten des Znachts aus 😊 Zum Dessert begnügen wir uns heute nochmals mit einem White Tim Tam.
Morgen wollen wir noch erst dem NASA-Museum in Carnarvon einen Besuch abstatten, bevor wir dann weiter nach Wooramel fahren. Gut, dass dies nur etwas mehr als 120 km sind.


















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