Dunedin/Otago Peninsula: Albatrosse

Veröffentlicht in: Neuseeland, Südinsel | 2

Als wir uns zum Zmorge in die Küche den Kafi aufschütten und mit der Schnibbelei zur SuperBowl anfangen, kommen die beiden jungen israelische Damen lautstark video-telefonierend in die Gemeinschaftsküche. Gerade so, als hätten sie ein Megaphon zur Hand. Rücksichtnahme auf andere scheint nicht an erster Stelle zu stehen oder schlichtweg in ihrer Kultur unbekannt zu sein…

Schon von weitem ist der Nugget Point gut zu sehen
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Als erster Punkt auf unserer heutigen Tagesordnung steht der Nugget Point. Auf dieser kleinen ins Meer ragenden, steilen Landzunge ist ein kleiner erbaut worden. Wenn man kurz davorsteht könnte man meinen, dass man im kleinen französischen Städtchen Le Mont-Saint-Michel in den Ferien ist. Ma’s geschulten Augen entgehen nicht die faul auf der felsigen Küste umherliegenden Seelöwen.

Zu Anfang der Landzunge, in der Roaring Bay, sollte man auch noch Gelbaugen-Pinguine beobachten können. Doch aller Wahrscheinlichkeit nach sind hier leider keine dieser drolligen Meeresvögel mehr anzutreffen. Nicht nur dass eine Hinweistafel Aufschluss darauf gibt, dass die Pinguine erst so gegen 15 Uhr nachmittags vom Meer aufs Festland kommen, nein auch ein weiter Hinweis zeigt, dass es in 2023 gerade mal 2 brütende Pinguine-Paare hier gab. Dann bricht die Zeitachse auf der Grafik ab und auch auf einer Liste daneben, wo Sichtungen eingetragen werden könnten, herrscht leider gähnende Leere. Ein Zeitungsartikel, der auch im Beobachtungs-Unterstand aufgehängt ist, postuliert, dass die Fischerei einer der Gründe für den Rückgang der Pinguin-Population am Nugget Point sein könnte. Ein anderer könnte schlicht «Overtourism» sein.

Statt den HWY in Richtung Dunedin zu nehmen, schleichen wir lieber gemütlich auf der schönen Küstenstrasse. Ma macht zwischendurch noch 2 kurze Shopping Stopps bevor wir an Dunedin vorbei auf der Otago Peninsula im schon bekannten Royal Albartross Center vor der Türe stehen.

«Ja, es ist richtig, dass die «Little Blue Pinguin»-Touren für diesen Monat schon komplett ausgebucht sind», bestätigt der Mitarbeiter am Tresen, nachdem Ma online keine Tickets mehr finden konnte. So bleibt nur die Entscheidung zwischen Albatross-Tour morgen und Albatross-Tour heute. Wir entscheiden uns für Albatross heute bzw. jetzt. Das ist auch gut so. Es bläst schon den ganzen Tag ein kräftiger Wind und Albatrosse lieben das so sehr. Konnten wir beim Besuch vor 10 Jahren einen oder zwei dieser Langstreckenflieger am Himmel ausmachen, kreisen heute immer gleich mehrere durch die Lüfte. Manchmal wissen wir gar nicht wohin wir sehen sollen. Viel zu schnell geht die Zeit vorbei.

Am Royal Albatross Center mit Blick auf die See: Es stürmt, der Himmel ist grau
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Am Ende der Führung wird noch eine Tupperdose mit allerlei kleinem Kunststoffteilchen umher gereicht. Den Inhalt dieser Box wurde leider im Magen eines toten Albatrosses gefunden…

Der Nördliche Königsalbatros (Diomedea sanfordi) ist ein grosser Hochsee-Seevogel, der den Grossteil seines Lebens auf dem offenen Meer verbringt. Seine Ernährung und sein Verhalten machen ihn jedoch anfällig für die Aufnahme von Plastikmüll.

Nördliche Königsalbatrosse sind spezialisierte Fleischfresser und Aasfresser, die ihre Nahrung hauptsächlich an der Meeresoberfläche erbeuten.

  • Tintenfische (Cephalopoden): Sie bilden den Hauptbestandteil der Nahrung (bis zu 85% der Ernährung).
  • Fische: Verschiedene Fischarten, die an oder nahe der Oberfläche schwimmen.

Warum fressen sie Plastik?

Nördliche Königsalbatrosse – und insbesondere ihre Küken, die von den Eltern gefüttert werden – nehmen erhebliche Mengen an Plastik auf, was oft tödlich endet. Dies geschieht aus mehreren Gründen:

  • Verwechslung mit Nahrung: Albatrosse suchen ihre Nahrung, indem sie über dem Wasser kreisen und auf Beute an der Oberfläche stossen (Oberflächengreifer). Sie halten treibende Plastikteile (Flaschenverschlüsse, Feuerzeuge, Spielzeug, Fischereiabfälle) für Nahrung.
  • Geruch von Plastik: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Plastik im Meer von Algen bewachsen wird und einen Geruch freisetzt (ähnlich wie verrottender Tang), der dem Geruch ihrer natürlichen Nahrung (wie Tintenfisch) ähnelt.

Plastik füllt den Magen der Vögel, ohne Energie zu liefern, was zu Dehydrierung, Verhungern oder inneren Verletzungen führt.

Als wir zum Abschluss allein durch die vielen Möwen draussen vor dem Kliff gehen, kommen wir uns wie im Hitchcock-Film «Die Vögel» vor. Hunderte schreiender und kreischender Möwen auf engstem Raum, die auch keinen Zentimeter zurückweichen, als wir an ihnen vorbeigehen.

Fast eine Plage: Eine riesige, neugierige Kolonie Möwen brütet hier oben
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Nur wenige Kilometer später, wieder an der Küste, stellen wir uns auf den Parkplatz des Te Rauone Reserve. Strom haben wir noch genügend, so brauchen wir nicht noch weitersuchen und verbringen die Nacht in diesem Freedom Camp.

Achtung: Seelöwe mit Jungem am Strassenrand
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Zum Sonnenuntergang wird uns noch ein besonders eindrucksvolles Himmelsschauspiel zuteil.

 

 

 

 

 

2 Kommentare

    • Mo

      Dankeschön für das Kompliment! Solche Kommentare und Feedbacks motivieren uns immer wieder, weiterzumachen. Liebe Grüsse an „Anonym“

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