Als hätten wir es nicht gestern schon geahnt… Obwohl wir heute WIRKLICH gut in der Zeit liegen und sogar kurz vor dem Check-Out um 10:30 Uhr parat sind, ist Manaaki noch der einzige Van, der auf dem Campground zu finden ist. Irgendwie scheint unser Camp Host nicht die beste Laune zu haben. Unwirsch meint er zu uns, dass er nun das Wasser abstellen will…

Unbeirrt davon machen wir uns auf dem Forgotten World Highway weiter auf den Weg in Richtung Tongariro N.P. Obwohl es recht bedeckt ist und es während der Nacht leicht tröpfelte, ist es recht tüppig warm.

Weiter geht’s auf der kurvenreichen teilweise nur einspurigen Panoramastrasse. So wie gestern schon, ist auch heute kaum Verkehr unterwegs. Vom roh in den Felsen gehauenen, kurzen Tunnel machen wir nur ein paar Fotos. «Ein Video von einem schwarzen Loch ist nicht so aufregend», denken wir uns. Ausserdem kennen wir solche Tunnels ja von der einspurigen Strasse von Weesen nach Betlis, dem Walensee entlang.
An der Abzweigung, wo es zur Sperrung der Strasse weitergeht, die eigentlich die kürzeste Route wäre, sagt uns der freundliche Strassenbaumittarbeiter, dass die Sperrung gleich in ca. 15min zu Ende ist und dass wir weiter auf dem Forgotten World Highway fahren können. Diese kleine Pause nehmen wir gerne in Kauf.
Kaum geht’s weiter, ist die Strasse plötzlich von einer ansehnlich grossen Schafsherde bevölkert. Weil rechts und links der Strasse Zäune und Gatter verlaufen, treiben wir die Herde leider vor uns her. Das ganze Spieli geht so um die 10 min., bis hinter uns ein schneller Hirsch seinen Pick-up in einem rasanten Tempo durch die Herde treibt und anschliessend sich eine Truppe Motorradfahrer einen Weg bahnt. Aufgeregt stieben die Tiere auseinander und hin und her. Wir haben Glück, dass keines der aufgeregten Tiere uns direkt vor Manaaki springt und so sein Leben beenden muss.
Als bei Taumarunui die Panoramastrasse zu Ende ist, sind wir bereits knapp 3 Std. unterwegs und dennoch haben wir von den 142 km der heutigen Fahrstrecke noch keine 80 km bewältigt. Doch ab jetzt geht’s (leider) wieder zackelig voran.
Ma’s Reservierung per E-Mail im Whakapapa Holiday Park, unserem heutigen Ziel im Tongariro N.P., scheint niemand gesehen oder bearbeitet zu haben. Erst heisst es, dass alles ausgebucht sei. Doch mit Hilfe einer Mitcamperin und etwas Insistieren bekommen wir mit unserem kleinen, eigentlich nur 5,7 m kurzen Manaaki noch die Notreserve-Bucht zugewiesen. Wir passen in unsere Bucht super rein. Nachbarn mit ihrem 7 m langen Tütschi stehen mit der Schnauze knapp 1 m im Fahrweg drin. In solch engen Campgrounds geht auch schnell die eigentlich legere Kiwi-Haltung verloren. Da ist man sich oftmals selbst der Nächste, wenn man nicht in einer Gruppe unterwegs ist.
Unsere kleine «Notunterkunft» ist so schief, dass wir alles unterlegen müssen, was wir an Brettern zum Ausnivellieren dabeihaben. Uns selbst dann steht Manaaki noch merklich schräg.
Im nahgelegenen Visitor Center bekommen wir die Auskunft, dass unsere geplante Wanderung für morgen machbar ist. Von hier aus wird ja auch das berühmte Tongariro Crossing, das wir vor 10 Jahren schon gemacht haben, angeboten. Ausserdem gehen hier noch einige andere Wanderungen los.
Der Teig fürs Früchtebrot ist noch nicht fertig angerührt, kommt auch schon der erste heftigere Schauer runter. Dieses Wetter wurde auch so vorhergesagt und überrascht uns zwar nicht wirklich, doch etwas länger hätte das trockene Wetter schon anhalten können. Nun denn, dann wird das Früchtebrot eben mit geschlossenen Türen in Manaaki gebacken…
Der Duft des frisch gebackenen Früchtebrots verteilt sich schnell in Manaaki und weckt auch sofort schon hungrige Begehrlichkeiten.









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