Arataki Visitor Centre

Veröffentlicht in: Neuseeland, Nordinsel | 0

Wegen der oftmals unterbrochenen Nacht kommen wir am Morgen nur schleppend auf Touren, was sich nach dem ersten Kafi etwas beschleunigt. Die Check-Out-Zeit von 12 Uhr kommt uns sehr gelegen, dass wir sogar etwas überstrapazieren. Nur gut, dass niemand kontrollieren kommt 😉 Wir sitzen noch vor unserer SuperBowl, da weht der Thai Curry Zmittagsduft schon von den Nachbarn an unseren Nasen vorbei.

Morgen werden wir Manaaki erst in einer Garage zur Verkaufsinspektion vorführen, danach im Anschluss gleich bei Steve in Nordwesten von Auckland. Vielleicht wird das ja was?! Wenn nicht, haben wir noch Cath & John als Interessenten in Papamoa und Heidi & Gion in Ngatimoti.

Den notwendigen Garagentermin konnte Ma heute noch festmachen. Sie findet auch gleich einen Übernachtungsplatz, der nicht weit davon entfernt ist, aber schön in der Natur gelegen ist: Ein günstiger Stellplatz beim Arataki Visitor Center. Dorthin kommen wir über eine kurvige und hügelige Nebenstrasse, bei der wir auf dem Scenic Drive im Waitakere Ranges Regional Park noch eine Panoramaaussicht auf Auckland geboten bekommen. Kaum zu glauben, dass es so nah bei Auckland so hügelig ist – wir befinden uns auf fast 400 m.ü.M.

Heute kommen wir zwar nicht auf einem Freedom Campground zu stehen, aber mit 18 NZD für die Nacht zahlen wir jetzt auch nicht gerade einen Haufen hier auf dem Parkplatz am Arataki Visitor Centers. Allerdings müssen wir all unsere Klötzlis aufbieten, um Manaaki wenigstens etwas gelevelt zu bekommen. Dafür stehen wir dann auf dem schönsten Platz!

Aussicht vom Henderson Lookout auf Auckland mit seiner Skyline und das Umland
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Im Visitor Center lassen wir uns zuerst von einem gut inszenierten und mit eindrucksvollen Aufnahmen gefilmten Video über diesen eindrucksvollen Regional Park verzaubern. Auf dem kleinen «Catwalk» um das Visitor Center bekommen wir einen ersten Eindruck über die Artenvielfalt dieser Natur.

Wie schon in Australien wird auch hier vor Dieback gewarnt: Desinfizierung der Schuhe ist erforderlich!
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Da uns die schlaflose Nacht immer noch etwas nachhängt entschliessen wir uns für den kürzeren Wanderweg, der uns mit seinen fast 200 Treppenstufen bis zur Kauri Cathedral bringen soll. Hätten wir nicht den Schotterweg unter unseren Füssen, könnten wir glauben, wirklich in einem unberührten Urwald zu sein, hier wo die Natur noch sich selbst überlassen wird. Nur ganz vorsichtig greift die Menschenhand versteckt hier und da ein. Wahrlich, es wurde uns von der freundlichen Dame im Visitor Center nicht zu viel versprochen. Am Ende des Weges sehen wir uns förmlich von grossen mächtigen Kauri-Bäumen umringt.

Kauri-Bäume (Agathis australis) sind neuseeländische Riesen, die zu den ältesten und mächtigsten Baumarten der Welt zählen. Sie können über 2’000 Jahre alt werden. Der neuseeländische Kauri-Baum ist ein immergrüner Baum, der heute meist Wuchshöhen von 30 bis über 50 Metern und einen Stammdurchmesser von 1 bis über 4 Metern erreicht. In historischer Zeit gefällte Exemplare erreichten wesentlich grössere Durchmesser. Der angeblich grösste, durch einen Bericht aus dem Jahr 1919 überlieferte Kauri-Baum soll im Tararu Creek an der Küste nahe Thames auf der Coromandel Peninsula in den 1870er Jahren existiert, und einen Stammdurchmesser von 8.54 Metern sowie einen Umfang von 26.82 Metern gehabt haben und etwa 4’000 Jahre alt gewesen sein.

Kauri-Bäume wachsen nicht im dichten Wald, sondern bilden eher eigene Gemeinschaften und beeinflussen durch ihre abfallende Rinde den Boden um sich herum. Die Bäume sind für die Māori kulturell heilig und gelten als spirituelle Vorfahren.

Eine durch den Bodenpilz Phytophthora agathis, verursachte Krankheit, Dieback genannt, bedroht das Überleben der Bäume. Zum Schutz werden strenge Hygienemassnahmen wie Schuhreinigungsstationen für Waldbesucher angewendet; die Reinigung von Schuhen ist dort beim Eintritt und beim Verlassen des Waldes zwingend erforderlich.

Mit einsetzender Dämmerung wird es unter diesem mächtigen Blätterdach schon schnell dunkel und fast mystisch, könnten wir meinen. Wie zu Beginn des Weges, so werden auch am Ende des Weges an einer «Schuhputzstation» auf die Baumkrankheit «Dieback» hingewiesen.

Nach 21 Uhr wird das Zufahrtstor zum Visitor Center automatisch geschlossen. So sind wir vor ungebetenen Besuchern (oder spät nachts eintreffenden – meist jungen – Reisenden) geschützt können und freuen uns auf eine ruhige Nacht. Ausser uns parkieren noch 2 Nachbarn weit verstreut neben uns über Nacht hier auf dem grossen Parkplatz. Schön, dass wir wieder mehr Platz um uns herum geniessen dürfen und einander nicht auf die Pelle rücken.

 

 

 

 

 

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