Bevor unser Empfang gestern beim Zoom ganz zusammengebrochen ist, bemerkte Cesare in seiner direkten Art, dass wir, wenn wir ihn schon mit unserer Wohnkabine in Griechenland besuchen kommen, doch bitte am 15. Oktober zur Olivenernte kommen sollen. Er hat für 3 Tage vom 15.-17. Oktober die Olivenpresse reserviert. «Ja, warum eigentlich nicht», können wir noch antworten, kurz bevor wir weg vom Fenster sind. Das müssen wir nächste Woche nochmals ansprechen…
Eigentlich sollte der Starkregen schon gestern Abend über uns kommen, aber er kam erst Ende der Nacht. Statt dass es nur noch ein paar kürzere Schauer am Morgen gibt, sind diese einfach länger und heftiger. Wir sind froh, können wir zwischen zwei starken Schauern schnell und mit langen Schritten in die trockene Camp Kitchen flüchten. Das Wasser fliesst in Strömen die kurze Betonpiste herab und bildet überall grosse Pützen auf der Wiese. Wir warten mit unserem Kafi weitere Schauer ab, um wenigstens halbwegs trocken in Manaaki zu gelangen. Auch wenn der Regen nun später als vorhergesagt kommt, heisst es nicht, dass auch weniger Regen vom Himmel fällt. Aufgeschoben ist eben nicht aufgehoben…
Nachdem Jo sich gestern mit zwei hilfsbereiten Campnachbarn um das vordere rechte Positionslicht bemühte, geht’s für uns heute doch ins 15 km entfernte Coopers Beach: Hier wurde uns die Coopers Beach Garage empfohlen. Als wir losfahren, sehen schon überall um uns herum überschwemmte Wiesen, überquellende Strassenkanäle und die eine oder andere Pütze auf der Strasse. In einer Senke, ungefähr dort wo der breite Oruaiti River ins Meer fliesst, ist in einer engeren Kurve die eine Strassenhälfte vollkommen unter Wasser. Wir wollen es erst gar nicht ausprobieren wie tief die Strasse hier unter Wasser steht. Entgegenkommende Autos schieben grosse Bugwellen vor sich her…
In Coopers Beach bei der Garage angekommen erfahren wir, dass unser defektes Licht doch eher ein Fall für einen Autoelektriker sei. Sie können uns hierbei nicht weiterhelfen. Der empfohlene Elektriker ist über 35 km entfernt. Da rufen wir doch lieber erst an als vorbeizufahren und evtl. wieder unverrichteter Dinge umkehren zu müssen. Sie seien leider die nächsten Tage komplett ausgebucht. Aber sie könnten uns einen Autoelektriker in Whangarai empfehlen. Das liegt 2 Std. weiter südlich und heute geht das nichts mehr. Wir vereinbaren einen Termin für übermorgen. So können wir uns noch zwei Tage hier in den Northlands tummeln.
Statt zum Campground zurück, fahren wir schon mal die halbe Strecke bis Whangarai nach Whaitangi, DEM geschichtsträchtigsten Ort Neuseelands. Nochmals durch die überflutete Stelle, die nun schon weniger bedrohlich hoch ist als noch auf der Hinfahrt.
Im Wetterbericht und den Social Media in Neuseeland wird nachdrücklich vor dem Zyklon Vaianu gewarnt, der am nächsten Wochenende mit heftigem Regen und Starkwind über Neuseelands Nordinsel hinwegfegen soll. Wir sind gespannt, wie sich diese (Wetter-)Situation weiter entwickeln wird.

Kurz vor dem Campground biegen wir noch schnell in Haruru zu den gleichnamigen Wasserfällen ab. Hier stürzt sich der Waitangi River schäumend hufeisenförmig 5 m in die Tiefe. Der Name bedeutet „grosses Rauschen“, der nach diesen starken Regenfällen besonderes Gewicht bekommt.
Nur 5 min. später stehen wir vor dem Tresen des Waitangi Holyday Parks. Für heute benötigen wir noch keine powered Site mit Strom; wir haben noch knapp 80 % in der Batterie. Morgen vielleicht… Doch zuerst möchten wir noch ins Treaty House, in dem kulturelle Maori Vorstellungen und traditionelle Hangi-Abendessen geboten werden. Zu Fuss sind es gerade mal 10 min. Doch leider hören wir von einer Camperin, dass ihre Vorstellung für heute abgesagt wurde und die nächste erst übermorgen stattfindet. Dann sind wir aber schon wieder unterwegs.
Wir suchen uns den günstigsten non-power Stellplatz aus. Weil es eben in solchen Parks günstig mit toller Aussicht nicht gibt, stehen wir in zweiter Reihe mit ein paar Cabins vor unserer Nase. Auch wenn es nicht mehr so viel regnet, ist der Himmel trotzdem grau und der Wind tobt in Böen über das Land. Somit sitzen wir auch nicht draussen, um die wenige Aussicht zu geniessen…









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