Zu Besuch auf der Milch-Farm bei Helen & Wenzl

Veröffentlicht in: Neuseeland, Nordinsel | 0

Es ist ein sonniger Morgen, der uns den Sturm der letzten Tage vergessen lässt. Leider müssen wir von Mike & Lynda sowie von Lennart Abschied nehmen.

Hierbei bietet Jo Mike seine Hilfe für übermorgen an, ihm bei einer Reinigungsarbeit auf dem Vordach hilfreich zur Hand zu gehen. Ein paar Fotos aus dem Buen überzeugen, dass wir auch handwerkliche Arbeiten gewohnt sind und wissen, wovon wir reden. Er ist überrascht, dass wir noch so viel Holzarbeit machen müssen und dies nicht (nur) für Spass an der Freud ist. Mike freut sich, wenn das klappen würde! JoMa auch. Gerne kommen wir nochmals an diesem ruhigen Ort vorbei, solange wir auf das Ersatzteil in der Garage in Whangarei warten müssen.

Auf dem Weg zu Helen & Wenzl in Matakohe bekommt Ma einen Anruf von Auto Tech, dass der Scheinwerfer da ist und wir morgen Vormittag gern gesehene Gäste sind 😉 – je früher, desto besser. Ausserdem versprechen sie auch, bei einer Kollegen-Garage anzufragen, um direkt nach der Reparatur das WoF durchführen zu lassen. So wäre es für uns alles in nur einem Aufwasch. Das klingt ja immer besser!!

Nachmittags werden wir bei Helen & Wenzl in Matakohe auf ihrer Milchwirtschaftsbetrieb mit einem fröhlichen «Hello» empfangen. Nach dem ersten Small Talk und einem Willkommens-Kafi macht sich Wenzl auf, um sich um die Rinder zu kümmern. Wir nutzen das für ein kleines Zvieri. Um morgen früh nicht schon um 4:30 Uhr geweckt zu werden, wenn es an der Zeit ist die Kühe zu melken, ziehen wir mit Manaaki hinters Haus um.

Bei Helen & Wenzl angekommen: Blick auf Landschaft mit Meeresbucht
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Wenzl lässt per Telefon bei Helen nachfragen, ob wir Lust haben, dass er uns gleich die Farm zeigen darf. «Na klar»! Dafür sind wir doch hierhergekommen, was aber nicht der einzige Grund ist. Wir freuen uns sehr, die beiden fröhlichen Menschen nochmals wiederzusehen und etwas besser kennenzulernen.

So machen wir zu dritt mit Wenzl auf seinem Quad eine kleine Ausfahrt durch ihre Farm. Es ist eine kleine Tour durch ihr weit verzweigtes und hügeliges Grundstück. So macht die Ausfahrt für JoMa hinten auf dem Quad nochmals Spass 😉 JoMa spüren förmlich, dass Wenzl auch nach all den Jahren immer noch vor Liebe zu seiner Arbeit als Farmer nur so sprüht – «Melker seit über 45 Jahren», meint er schmunzelnd. Jedes Detail ist ihm wichtig und bedarf seiner ganzen Aufmerksamkeit. Die Kühe erkennen das Quad an seinem Geräusch und werden schon ganz zappelig, bis Wenzl endlich vor ihnen steht und er das Gatter aufmacht. Jetzt rennen sie förmlich auf die andere Koppel, um sich dort das hüfthohe Gras schmecken zu lassen. Jetzt wo die Kühe trächtig sind, fressen sie auch für zwei 😉

Als Wenzls Beifahrer im Quad auf der Farm unterwegs
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Dieses Jahr haben sie ca. 350 Milchkühe und mit 100 Kälbern doppelt so viele wie sonst. Wenzl erzählt, dass er schon mit 14 mit grosser Leidenschaft auf der elterlichen Farm arbeitete. Mit 19 hatte er dann seine erste eigene Farm aufgebaut. Obwohl Helen NIEMALS einen Farmer heiraten wollte, sind die beiden jetzt seit fast 40 Jahren immer noch glücklich miteinander verheiratet und teilen sich mit grosser Freude die tägliche Arbeit auf der Farm.

 

Jetzt, wo er 60 wird, macht Wenzl sich langsam über die nächsten Jahre Gedanken. Sie möchten von Milchwirtschaft auf Fleischwirtschaft umstellen, das sei nicht so arbeitsintensiv. Da würde nicht jeden Morgen um 4:30 Uhr der Wecker klingeln. Weil sie ihr ganzes Farmerleben immer Milchkühe hatten, wird es eine grosse Umstellung werden. Weder der Sohn noch die Tochter werden die elterliche Farm übernehmen. Beide haben ihre Universitätsabschlüsse und führen ein anderes Leben. Für Helen & Wenzl stand schon immer das Wohl der Kinder an erster Stelle. Wenn es so weit sein sollte, können sie die Farm gut in fremde Hände übergeben.

Für uns ist es wirklich beeindruckend zu sehen, mit welcher Liebe und Freude sie hier arbeiten. Und nicht nur er, nein auch Helen, seine Frau, ist eine waschechte Farmerin, die schon so unzählige Kälber eigenhändig auf die Welt gebracht hat.

Bei Lasagne und Weisswein entwickelt so manches interessantes Gespräch über die Natur, das Farmerleben und die beiden Familien. Es ist für uns unglaublich erfrischend, so zufriedene Menschen kennenzulernen!

Auch wenn die beiden eigentlich «Ferien» haben, sind nicht nur wir beide müde, dass wir uns so am späteren Abend verabschieden. In zwei Tagen kommt grosser Familienbesuch und da muss noch so manches vorbereitet werden. Es gibt halt immer was zu tun.

Für uns gibt’s Morgen uns nur einen Kafi zum Zmorge, denn wir müssen noch 1 Stunde bis nach Whangarei fahren, bevor wir mit Manaaki bei Auto Tech ankommen.

 

 

 

 

 

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