Nachdem wir uns aus dem Bett rollen und Mnaaakis Schiebetür aufziehen, schauen wir doch tatsächlich in den blauen Himmel und Sonnenschein. Wir hätten nicht gedacht, dass das Wetter so schnell so viel besser wird, nach dem gestrigen stürmischen, regnerischen Tag. Da müssen wir wohl den Kiwi Meteorologen ein Kränzli binden 😉

Kurz bevor wir aufbrechen, macht Jo sich noch ein paar Gedanken zur Dachluke, die nicht mehr richtig schliesst. Bei Tonys «Manaakis-billig-Dachluken-Projekt» kann man leider nichts machen, es sei denn, eine Neue verbauen. Da ist alles vernietet und verklebt. So wird Jo’s Bastelstube schnell eröffnet. Zwei dünne Drähte, die durch das Mückengitter passen, müssen als Notbehelf herhalten.
Auf dem Weg zum nur 25 km entfernten Tawharanui Campground biegen zuerst noch ins nahegelebene Marine Reserve Te Hāwere-a-Maki bzw. Goat Island. Leider ist das Meer heute zu rau zum Schnorcheln. Als Alternative machen wir einen kleinen Spaziergang die Küste entlang bis zu einem Lookout.
Im Goat Island Marine Discovery Centre dürfen wir – obwohl wir noch nicht so alt aussehen – zum Seniorentarif die Wissensaustellungen besuchen. In kleinen Aquarien werden so manche Unterwasserwelten dargestellt. Fasziniert sehen wir einen Film, wie ein Oktopus eine Dose mit Deckel öffnet, um an die darin enthaltene Muschel zu kommen. Manche Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass Oktopusse die Lebewesen sein werden, die auf der Welt noch am längsten leben werden, wenn der Mensch vielleicht schon ausgestorben ist…
Weiter geht’s auf dem Weg zum Tawharanui Campground. Auf halber Strecke meint Ma, dass es noch einen Skulpturen Park zu entdecken gibt. Doch der scheint eher auf ein luxuriöseres Publikum abzuzielen. Wir müssen weder mit Wein noch mit dem (nicht so günstigen) Eintrittspreis diese moderne Kunst unterstützen.

Der Tawharanui Campground liegt auf einer Halbinsel in einem weitläufigen Regional Park. Zum Schutz für Räubern ist die Halbinsel mit einem raubtiersicheren, feinmaschigen Zaun mit einem ebensolchen Tor umfriedet. Hier hoffen wir, doch zumindest in einer den beiden kommenden Nächte den einen oder anderen Kiwi im Rotlicht unserer Stirnlampen erblicken zu können…
Der langgezogene Campground ist in einigen seiner grossen Abschnitte schon recht gut besucht und belegt. Viele scheinen das Wochenende als willkommene Abwechslung zum Alltag zu geniessen. Es scheint ja auch wieder die Sonne!
Mit noch genügend Platz um uns herum finden auch wir unseren Platz. Zuerst gibt es einen Spaziergang am nah gelegenen Strand der gleich hier hinter der Düne liegt. «Ja, das werde ich schon vermissen», widerfährt es Ma, als wir durch die Düne zum Strand spazieren. Auch wenn Ma ein Kind der Berge ist, liebt sie das Meer über alles!
Nachmittags zum Zvieri füllt sich unser Campground-Abschnitt auch noch etwas, und etwas später sogar noch mehr: Plötzlich sehen wir uns von Kiwis nur so umzingelt. Um uns herum nur noch Zelte. Wir sind die einzigen hier, die in einem Campervan unterwegs sind.
Wir glauben nicht, dass bei dem ganzen Rummel auch nur ein Kiwi zu sehen sein wird. Kinder kreischen, von irgendwoher hören wir Bassmusik dröhnen. Wir sind etwas frustriert über diese Kirmesveranstaltung… Die Sonne ist schon untergegangen als wir eine Runde, leider erfolglos, drehen. Morgen ist auch noch ein Tag (und eine Nacht)…





















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