Da der Zyklon Vaianu bisher nicht abgedreht ist bzw. voraussichtlich direkt über die Nordinsel Neuseelands fegen wird, hat Ma für uns von Samstag bis Montag ein Dach über dem Kopf organisiert bei einem B&B in der Nähe – nicht am Meer und nicht zu nah an einem Fluss 😉

Weil wir auch schon zum Zmorge ein Herz für Alleinreisende haben, hockt Lennart zum Kafi und SuperBowl bei uns in Manaaki. Schon wie gestern beim Znacht, so vergeht auch heute Morgen die Zeit wie im Fluge. Gerne lachen wir noch über seinen Spruch von gestern zum Znacht, als Lennart meinte, doch endlich mal wieder mit Messer und Gabel zu essen 🤣.

Während die SuperBowl sich leert und der Kafi auch schon alle ist, bekommt Ma ein Anruf von Auto Tech, dass sie zwar noch kein Ersatzteil gefunden hätten, aber noch eine andere Möglichkeit sähen, uns eventuell zu helfen, was uns natürlich sehr erfreut! «Ja, wir kommen gleich vorbei, um das zu besprechen. Ist in einer Stunde für sie OK?» Ja, das sollte so passen, ertönt es aus dem Telefon. Wir müssen uns etwas sputen, um pünktlich zu sein.

Wie schon letztes Jahr bei John & Joan aus Perth, so werden wir auch diesmal 5 min. vor Abfahrt von Helen & Wenzl eingeladen, bei ihnen geschützt zu stehen, um den Zyklon über uns ergehen zu lassen. Sie wohnen in Matakohe, keine 5 min. vom Kauri Museum entfernt. Leider haben wir jetzt bereits ein B&B reserviert, aber wir bleiben in Kontakt. Im Moment drängt die Zeit wegen des Garagen-Termins. Uns bleibt nur wenig Zeit für ein Abschieds-Selfie.

Bei Auto Tech erklären sie uns, dass sie versuchen werden, die LED-Lampen gegen normale Birnen zu tauschen. Sie haben so etwas bisher noch nicht gemacht, versuchen allerdings ihr Bestes! Wir sollen es uns doch für die nächsten Stunden in einem Café gemütlich machen.

Nach einer ½ Std. werden wir angerufen. Das, was sie ausprobieren wollten, sei leider gescheitert, aber sie haben nun doch noch einen gebrauchten Scheinwerfer auftreiben können. Keine 5 min. später stehen wir wieder am Tresen von Auto Tech. Statt der 740 NZD für einen neuen Scheinwerfer, der eh erst frühestens in 4-8 Wochen hier wäre, kostet uns der gebrauchte 339 NZD. Mit Montage und Steuern kommen wir auf knapp 580 NZD. Wenn sie jetzt noch den Scheinwerfer bestellen, kann er innerhalb der nächsten 3 Tage hier sein und sie versuchen ihn dann auch einzubauen. «Topp, die Wette gilt.» So machen wir das. Wir bezahlen 200 NZD an und hoffen, dass auch alles klappt. Ausserdem vereinbaren wir mit ihnen, dass sie dann auch gleich versuchen, bei befreundeten Garagen einen WoF Termin abzumachen. Mit etwas Glück sollte das doch jetzt alles aufgegleist sein und wir den Übergabetermin mit Steve am 23. oder 24. noch halten können.
Nach dem Grosseinkauf geht’s für Ma noch auf Schuh- und Jacken-Suche. Kaum haben wir ein Fish & Hunt Outdoor Geschäft betreten, geht darin das Licht aus. Ist das jetzt ein schlechtes Omen für uns? Wird uns das bis ans Lebensende verfolgen? Wir zucken mit den Achseln und wissen es nicht. Schuhe, oder eher eine Art CROCS, gibt’s dann doch, das mit der Jacke verschieben wir nochmals.
Durften wir schon gestern in Kawakawa die Fiedensreich Hunderwasser Toiletten bewundern (und benutzen; sie sind aber schon in die Jahre gekommen…) dürfen wir hier in Whangarei noch ein etwas grösseres Werk besichtigen. Für uns geht’s hier im Hundertwasser Art Center weiter.
| Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser war weit mehr als nur ein Künstler mit einem exzentrischen Namen. Er war ein Visionär, der die „gottlose“ gerade Linie verabscheute und Neuseeland zu seiner geistigen und physischen Heimat machte.
Ab den 1970er Jahren fand Hundertwasser im Norden Neuseelands, im Kaurinui Valley (Bay of Islands), sein privates Paradies. Auf über 370 Hektar Land verwirklichte er das, was er weltweit predigte: Ein Leben im Einklang mit der Natur. Er lebte weitgehend autark mit Solarenergie, Wasserrad, einer biologischen Pflanzenkläranlage und einem Kompost-WC. Sein „Flaschenhaus“ und die ersten Experimente mit Grasdächern entstanden hier. Er pflanzte zehntausende Bäume und verwandelte ehemaliges Farmland zurück in ein ökologisches Refugium. Im Jahr 2000 verstarb er auf der Queen Elizabeth 2 im Pazifik. Seinem Wunsch entsprechend wurde er in Kaurinui im „Garten der glücklichen Toten“ unter einem Tulpenbaum beigesetzt – ohne Sarg, damit er direkt in den Kreislauf der Natur zurückkehren konnte. Friedensreich Hundertwasser wählte Neuseeland als seinen letzten Heimatort, weil er dort die ideale Verbindung von Natur und Kunst sowie die Möglichkeit für ein autarkes Leben im Einklang mit der Umwelt fand. Er bezeichnete das Land oft als sein „Gelobtes Land“. Er hinterliess in Neuseeland zwei ikonische Markenzeichen:
Nach jahrzehntelangen Debatten und einem Referendum wurde hier in Whangarei das Hundertwasser Art Centre (mit der Wairau Māori Art Gallery) im Februar 2022 eröffnet. Es ist das letzte authentische Hundertwasser-Bauwerk der Welt. Das Gebäude im Town Basin von Whangārei bricht mit jeder Konvention. Es gibt keine geraden Böden, dafür bunte Mosaike, goldene Kuppeln und einen bewaldeten Dachgarten mit seltenen einheimischen Pflanzen. Im Obergeschoss findet man eine permanente Ausstellung mit über 80 Originalwerken (Gemälde, Grafiken, Tapisserien), die direkt aus der Wiener Stiftung stammen. Auch wenn seine Kunst von grosser Harmonie und fliessenden Formen geprägt war, so war er privat ein eher schwieriger Mensch. Hundertwasser hatte eine uneheliche Tochter, zu der er jeglichen Kontakt strickt ablehnte. Auch war sein hinterlassenes Vermögen, Namen- und Vermarktungsrechte mittels vieler Scheinfirmen undurchsichtig verschleiert… |
Nach gut zwei Stunden sind wir müde und könnten eigentlich direkt schlafen gehen 🥱🤣 Quatsch, aber leider hat das von Lennart empfohlene Café schon geschlossen. So machen wir uns auf in den nahegelegenen Holiday Park in der Stadt. Jetzt fühlen wir förmlich die Ruhe vor dem Sturm – eine komische Wetterstimmung liegt in der Luft und eigenartig rote und pinke Farbtöne machen bei Sonnenuntergang ein unwirkliches Licht.
Für die nächsten zwei Tage haben wir uns eine feste Unterkunft gesucht – weg von der Küste und nicht zu nahe am nächsten Fluss oder grossen Bäumen. Warum fragt ihr euch bestimmt. Wir müssen in keine Garage, sind putzmunter und haben mit und in Manaaki alles war wir benötigen. Das stimmt, aber der Zyklon Vaianu soll auf uns zukommen. Und das soll nicht lustig werden. Der Sturm wird als „potenziell lebensbedrohliches Ereignis“ eingestuft und soll vor allem den Norden der Neuseeländischen Nordinsel treffen.
















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